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Alltag Deutschland: Einbruch als kostenloses eBook

Alltag Deutschland: Einbruch

Ein Thriller von Ariane Aran

Mit “Einbruch” ist der Autorin Ariane Aran ein atemberaubender Thriller gelungen. Das Erschreckende: Was die Autorin schildert, kann jedem schnell passieren. - Natalia liegt im Bett. Es ist Abend. Natalia ist am Einschlafen und denkt an ihr Kind. Da hört sie ein Geräusch. Ein Einbrecher, glaubt Natalia. Bald aber zweifelt sie. Es war wohl Einbildung. Wieder beginnt Natalia einzuschlafen. Da spürt sie den Atem eines Fremden neben sich … Autorin Ariane Aran schildert in dem nervenzerrenden Thriller “Einbruch” die wahre Geschichte einer Frau, deren schlimmsten Ängste Wirklichkeit werden. Alles beginnt mit einem fahrlässig gekippten Fenster. Daraus entwickelt sich rasend schnell eine Tragödie: Natalia glaubt, sich vor einem Einbrecher zu schützen und löst gerade dadurch die Katastophe aus, in die ihr Kind gerät. Zu spät erkennt Natalia ihren Fehler und setzt alles daran, das Leben ihres Kindes zu retten …

In der Nacht

“Wo bist du, kleine Schlampe!?”

Er hatte sie verfehlt und schleuderte das Kopfkissen beiseite. Seine Hände schlugen auf das Oberbett. Da entdeckte er, dass sie am Fußende kauerte.

Mit einer Rückwärtsrolle kugelte sich Natalia aus dem Bett. Zum letzten Mal hatte sie in ihrer Schulzeit eine Rolle vollführt. Die Halswirbel schabten über die hölzerne Kante des Bettgestells, in der Schulter riss es. Aber all das merkte Natalia kaum.

Mit dem Hintern landete sie auf dem Softbag mit den Präsentationsfolien und den Pharmaproben. Sofort federte sie auf die Fußballen. Ihr Verstand war jetzt hellwach. Der Häscher war am Fußende, und das bliebe nur für Sekunden so.

“Wo bist du?”

Er grinste immer noch. Sie hörte das. Für ihn war es ein Spiel; Natalias Finte empfand er als prickelnde Komplikation im durchgeplanten Ablauf.

Gehockt schlich Natalia quer durch den Wohnraum, wohl wissend, dass er ihren Schatten wegen des Lichts der Straßenlaterne entdecken würde.

Natalia stieß gegen den Fernseher auf dem Beistelltisch. Er war noch warm. Bis 22 Uhr hatte Natalia das Duell zwischen Merkel und Steinbrück gesehen, danach den Beginn der Auswertung des Streitgesprächs mit Jauch und Schönenborn geschaut. Sie hatte abgeschaltet, da sie die Auswertung langweilig fand und ein Anruf ihrer Tochter Marie nicht mehr zu erwarten war. Wenn Marie sich bis 22 Uhr nicht gemeldet hatte, täte sie es den restlichen Abend nicht mehr.

Hinter dem Fernseher kam die Wand, weiter zurück ging es nicht.

“Gleich habe ich dich.”

Seine Bewegungen waren schnell und geschmeidig. Er musste jung sein. Natalia suchte nach einem Ausweg, guckte zur Balkontür, die weit geöffnet war.

“Hilfe!”

Es sollte ein Rufen sein. Heraus kam nur ein Krächzen.

“Hilfe.”

Ein Krächzen aus zugeschnürter Kehle.

Der Einbrecher lachte; er hatte aufgehört, sie zu verfolgen. Er saß auf der Bettkante. “Zwecklos, Schlampe. Ich hab’ dich.” Mit einem gewaltigen Satz schoss er auf Natalia zu. Seine Pranken wurden riesig.

“Iiih”, machte Natalia.

Hinterher staunte sie, dass sie in dem Moment das Aufblitzen einer Reflektion wahrnahm: Sie rührte von der rechten Hand des Angreifers, vielleicht von einem Ring, der das Licht der Straßenlaterne spiegelte.

Natalia duckte sich weg, spürte den Atem des Einbrechers im Nacken, roch Pfefferminze, erkannte das Telefon neben der Fernbedienung — und machte einen Fehler.

Im Fallen wollte sie das Telefon erreichen. Dabei schubste sie es vom Beistelltisch. Es schlug gegen die Sitzkante des Stuhls, die Batterieklappe sprang ab, und einer der beiden Akkus rutschte heraus. Telefon und Akku lagen auf dem Teppich, unauffindbar in der Dunkelheit. Natalia rollte hinüber zur Kochnische, tastete sich an der Wand entlang, um nicht über die Backofentür zu fallen, die sie hatte offenstehen lassen, damit der Ofen abkühlte.

Der Pflaumenkuchen für Marie lag auf dem Backrost, das auf dem Herd stand.

Natalia hielt die Luft an und machte sich klein. Vielleicht war es dunkel genug. Bis zur Kochnische drang das Laternenlicht nicht vor.

Der Einbrecher stand im Wohnzimmer und lauschte.

“Du spielst gut, Täubchen.”

Sein Umriss wurde schmaler. Er wandte sich zum Bett, dann in Richtung Wohnungstür.

“Aber ich weiß, wo du bist.”

Das wusste er offensichtlich nicht. Seine Schritte tasteten sich durchs Wohnzimmer. Er kam der Kochnische immer näher. Unter seinem Schuh knackte es. Das war das Telefon gewesen.

Natalia kauerte in der Ecke der Kochnische und konnte die Luft nicht länger anhalten. Die Nische war zur Falle geworden. Es gab keinen Ausweg mehr. Vorsichtig atmete Natalia aus.

“Ich höre dich, Täubchen.”

Seine Schritte wurden zielstrebiger. Höchstens noch eine Sekunde, dann war er bei ihr.

Natalia rutschte aus der Ecke heraus. Sie wusste nicht warum, Instinkt hatte die Herrschaft übernommen. Natalia drückte sich an die Schranktür unter der Spüle, dahinter war der Eimer mit dem Wischlappen, der immer feucht war, obwohl Natalia ihrer Tochter immer wieder erklärt hatte, dass ein Wischlappen in der Maschine gewaschen werden und zum Trocknen aufgehängt werden musste.

“Endspiel, Täubchen.”

“Nein, bitte …”

Da polterte etwas, und der Einbrecher schrie auf:

“Aua! Was … !”

Mit diesem Hindernis in Schienbeinhöhe hatte er nicht gerechnet: Die aufgeklappte Backofentür brachte ihn zu Fall. Der Einbrecher fiel vornüber, seine Knie stützten sich für den Bruchteil einer Sekunde auf den Glaseinsatz der Ofentür, bevor deren Scharniere nachgaben. Kreischend hob der Ofen sich Zentimeter aus der Kochzeile, und das Ofentürglas splitterte. Die Tür bog sich auf das Linoleum, der Einbrecher schlug mit dem Kinn voran auf Natalias Oberschenkel.

“Iihh!”, machte Natalia, zog die Hände weg, machte sich frei von dem widerlichen Kerl. Seine Arme ruderten, verfingen in Natalias Haaren.

“Iihhhhhh!”

Ihre Fingernägel verhedderten sich in seinem Kragen, ein Knopf sprang davon ab; ihre Finger kamen frei und erwischten einen Körperteil von ihm, vielleicht einen Arm, und in Natalia explodierte die Wut, und sie kratzte, und die Fingernägel schnitten hinein in das Fleisch.

“Ahhr!”, schrie der Einbrecher.

Natalia wollte seinen Schopf greifen, bekam ihn zu fassen und krallte sich hinein in den Peiniger, der ihre Ängste hatte Wirklichkeit werden lassen.

Der Einbrecher zog den Kopf weg; Natalia hielt ein Haarbüschel in der Hand.

“Schlampe!”

Sein Schlag traf sie, ihr Kopf schlug gegen die Tapete. Natalias Bewusstsein trübte sich, aber nur für Sekunden, dann war sie wieder klar.

Der Einbrecher presste Natalias Hinterkopf auf die Scherben der Ofentür. Ihre Ohren hörten das Knistern der Splitter. Gegenwehr war kaum möglich, seine Pranken drückten auf ihren Kehlkopf, und der Druck wurde stärker. Über ihr keuchte der Einbrecher, sie roch seinen Pfefferminzatem.

Er grinste nicht länger. Sprüche machte er auch keine mehr. Er drückte ihren Kehlkopf stärker. Natalia kamen Tränen. Das Atmen fiel schwerer. So kläglich und sinnlos konnte doch das Ende nicht sein. Was sollte aus Marie werden ohne sie?

“Du riechst anders”, sagte der Einbrecher und eine seiner Hände ließ ab von Natalias Kehle und tastete an der Ofenarmatur, bis sie den linken Regler fand und daran drehte. Die 25 Watt-Birne im Backofen schaltete sich ein.

Im gelblichen Glühbirnenlicht sah der Einbrecher Natalias Todesangstgesicht und erschrak. Er ließ ab.

Wir danken Ariane Aran für die Genehmigung, Ausschnitte ihres neuen Thrillers “Einbruch” hier veröffentlichen zu dürfen. Das eBook ist bei Amazon erhältlich.

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