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Sardische Nächte als kostenloses eBook

Sardische Nächte

Ein Krimi von Marc Berger

Als ehemaliger Fallanalytiker des BKA schlägt sich Nick Hanther als Privatdetektiv durchs Leben. Mit seinem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und genügend Feingespür hat er stets den richtigen “Riecher”, wenn’s um knifflige Mordfälle geht. Im Auftrag des Immobilienmaklers Paul Breughel ermittelt Hanther unter dem Deckmantel des Sicherheitsberaters gemeinsam mit der hübschen Kollegin Jasmin Sauer im exklusiven Immobiliengeschäft und begibt sich mit seinem ersten Fall auf Sardischen Boden.

Nick soll den Sicherheitsstatus einer Luxus-Villa auf Sardinien für die temperamentvolle Grazia überprüfen und lässt sich auf eine träumerisch geheimnisvolle Beziehung mit der verführerischen Interessentin ein. Als Grazia ihn bittet, ihre verschwundene Zwillingsschwester aufzuspüren, verschwindet auch sie spurlos. Jetzt ist Nicks einzigartiger Spürsinn gefragt. Eine Lösegeldforderung, der sich Breughel strikt verweigert, gibt den ausschlaggebenden Anlass, sich auf die Spuren der exotischen Kundin zu begeben. Eine spannende Verfolgungsjagd beginnt, doch schon bald setzt Hanther die Puzzleteile der mafiösen Machenschaften eines sardischen Bauunternehmers und eines mörderischen Heiratsversprechens zusammen und kommt hinter das mysteriöse Geheimnis der Entführung. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt …

Achtlos, wie ein Sack Schafwolle, wurde die junge Frau in das Erdloch geworfen. Unter Schmerzen rappelte sie sich wieder auf und blickte nach oben. Alles, was sie von ihrem Entführer sehen konnte, war das grässliche Antlitz einer hölzernen, fratzenhaften Maske, die gewöhnlich für wenig Furcht einflößende, traditionelle Prozessionen verwendet wurde.

Aber jetzt, da sie in dieses Dämonengesicht blickte, lief es ihr eisig kalt den Rücken hinunter. Diese Maske war das Letzte, was die junge Frau sehen sollte.

Dann schlug der Entführer die aus massiven Eichendielen bestehende Falltür zu. In dem Erdloch war es urplötzlich stockdunkel. Die junge Frau spürte die Kälte des Erdbodens - die unendliche, tiefe Stille, die sie jetzt umgab. Es ergriff sie Furcht und Angst. Schließlich entfachte diese unsägliche Angst das Gefühl, nie wieder das Tageslicht zu erblicken, einen enormen Überlebenswillen, und sie begann, panisch an der Unterseite der Holzdielen zu kratzen und zu kratzen. Sie schrie sich die Lunge aus dem Leib, hämmerte mit den Fäusten auf das Holz ein, doch nichts geschah. Alles, was blieb, war die unendliche Stille des Erdlochs und die beängstigende Dunkelheit. Wie in einem Grab.

Wieder griffen ihre Hände nach der Falltür, als wollten sie das Schicksal nicht akzeptieren. Sie kratzte so lange, bis sie vollkommen erschöpft auf die nass feuchte Erde nieder sank. Die Finger und Nägel ihrer Hände zersplittert, verkratzt und blutig. Wenn sie ihre Hände hätte sehen können, hätte sie vor Entsetzen aufgeschrien. Doch in der Dunkelheit des Erdlochs spürte sie lediglich den nicht nachlassenden Schmerz.

Irgendwann nach Stunden, Tagen oder gar Wochen des Dahinvegetierens im eigenen Schmutz und Dreck des Erdlochs war sie so verwahrlost und abgemagert, dass man sie kaum noch als Mensch hätte bezeichnen können. Sie war gebrochen. Diese grausame Erkenntnis läutete die letzten, ersterbenden Herzschläge ihres jungen Lebens ein: Niemand wird für Dich zahlen!


Privatdetektiv Niklas Hanther hockte auf einem Sack Zementmörtel in der Ecke eines Rohbaus und starrte durch die fensterlose Maueröffnung in den verregneten Garten. Der Raum sollte demnächst das Wohnzimmer werden. Doch davon war der Raum noch weit, sehr weit entfernt.

Weder hatte Nick eine Ahnung, wie er bei diesem Regen das Dach dichten und das Mauerwerk verputzen sollte, noch konnte er sich vorstellen, dass diese Ruine - denn ein anderes Wort viel ihm für sein Haus nicht ein - jemals ein bezugsfertiges Obdach bieten würde. Die Baumaßnahmen dieses sanierungsbedürftigen Backsteingebäudes - einer ehemaligen Schnapsbrennerei, die Nick in einem Anflug von Größenwahnsinn und gnadenloser Überschätzung seiner handwerklichen Fähigkeiten zu einem Spottpreis bei einer Zwangsversteigerung erworben hatte - drohten ihm über den Kopf zu wachsen.

»Was für eine Schnapsidee.«, dachte Nick und musste trotz der trüben Stimmung über die Ironie seiner Worte lächeln.
Nick schnippte den Stummel seines Zigarillos in die gegenüberliegende Ecke und verfehlte um Längen den dort platzierten Aschenbecher. Nicht ein Zigarillostummel lag in dem Blechgefäß. Nick schüttelte den Kopf. »Noch nicht einmal ‘ne blöde Kippe kriegst du versenkt.«, murmelte Nick vor sich her.

In Nicks Leben herrschte momentan gähnende Leere. Der letzte Auftrag lag einige Wochen zurück und hatte ihn bis vor wenigen Tagen gut durchgefüttert. Doch nun herrschte so gewaltige Ebbe in Nicks Portemonnaie, dass er sogar überlegte, die Mörtelsäcke meistbietend zu veräußern. Aber das wäre unsinnig gewesen, denn er brauchte den Mörtel.

Ratlos starrte Nick weiter durch die Öffnung, in der einst sein Wohnzimmer mit einem prachtvollen Panoramafenster prangen sollte, hinaus in den Regen.

»Wie bist du nur in diesen gigantischen Schlamassel geraten?«, fragte sich Nick. Aber er wusste die Antwort schon. Er selbst trug Schuld an seinem Schlamassel. Vom gut bezahlten, angesehenen BKA-Fallanalysten mit Ehefrau zum gnadenlos unterbezahlten, geschiedenen Privatschnüffler - und das innerhalb von nicht einmal einem halben Jahr! Was für ein… ja, Absturz!? War es das? Wahrscheinlich…

Nick überließ sich seinen Gedanken, seiner Ursachenforschung. Doch was ihm bei jedem Kriminalfall mit beeindruckender Präzision gelungen wäre, wollte ihm in Bezug auf sein eigenes Leben mitnichten einleuchten. Erst lautes Klopfen unterbrach seine Gedanken. Augenblicklich fuhr Nick wütend auf. ´Diese verfluchte Nachbarin!, dachte Nick. ´Ich hämmere doch gar nicht! Was will die denn jetzt schon wieder?

Er raffte sich auf und ging zur Eingangstür. Ein Weg von einigen Metern, doch genug Zeit, um sich in Rage zu bringen. Wütend riss er die baufällige Tür auf, holte Atem, um eine Triade auf die ewig meckernde Nachbarin niederprasseln zu lassen. Doch als er den Besucher erkannte, verschlug es ihm vor Überraschung die Sprache. Vor ihm stand sein alter Freund und bester Feind, Paul Breughel. In dessen Schlepptau befand sich eine attraktive Frau, die Nick aber nicht kannte. ´Wahrscheinlich seine Sekretärin oder persönliche Assistentin, wie das heute heißt.`, dachte Nick.

»Lässt du uns rein? Es gießt wie aus Kübeln.«, sagte Paul Breughel und schob sich an Nick vorbei in den Hausflur. Breughel musste nur wenige Schritte über Eimer, Bauschutt, Maschinen, Holz und Dämmwolle gehen, bis er sprachlos in all dem Staub stehen blieb. In seinem teuren, glänzenden Maßanzug sah er in mitten der Baustelle aus wie ein Fremdkörper.

»Du meine Güte, Nick«, entfuhr es Paul entgeistert, »sag nur, du wohnst in diesem Chaos?« Doch Nick musste sich gar nicht verstellen, Paul Breughel kannte sein Gegenüber gut genug, um zu wissen, dass er voll ins Schwarze getroffen hatte. »Was willst du von mir, nach sechs Monaten? Und überhaupt, wie hast du mich gefunden?«, versuchte Nick abzulenken. »Gefunden hat sie dich.«, sagte Breughel, wobei er mit einer Kopfbewegung auf seine Begleitung wies.

Nick nickte der jungen Frau freundlich lächelnd zu. Er bemühte sich, ein möglichst harmloses Lächeln aufzusetzen, sein Lächeln ohne Raubfisch, wie Nick es für sich bezeichnete. Doch Pauls Begleitung quittierte seine Begrüßung lediglich mit dem arroganten Hochziehen einer Augenbraue. ´Dann nicht.`, dachte Nick und wollte sich vornehmen, sie fortan zu ignorieren. Jedoch streckte sie ihm auf einmal die Hand entgegen und sagte: »Sauer.« »Macht lustig!«, erwiderte Nick. Deutlich konnte er im Gesicht seines Gegenübers die erneute Ablehnung lesen. »Ganz neu.«, kommentierte sie trocken seinen dummen Spruch. »Jasmin Sauer ist Anwältin. Sei vorsichtig, was du sagst.«, mischte sich Paul ein und setzte seinerseits ein Lächeln auf, das bei Nick sämtliche Alarmglocken aktivierte. »Was will der Typ?«, dachte Nick.

Durch das plötzliche und völlig unerwartete Auftauchen seines alten Widersachers und besten Freundes fühlte sich Nick bedrängt und überrumpelt. Daher überlegte er, wie er nun reagieren sollte. Er entschloss sich zu einem taktischen Vorgehen. »Anwältin?«, fragte Nick die junge Frau.

Bevor die Angesprochene antworten konnte, sagte Paul Breughel: »Vorsicht mit dem, was Sie jetzt antworten, Jasmin. Unser Freund hier, Niklas Hanther, ist eine raffinierte Hyäne.« »Seltsam, das ausgerechnet dir dieser tierische Vergleich zu einem Aasfresser einfällt.«, sagte Nick geheimnisvoll. »Ach komm schon Nick, lass doch mal die alten Stories ruhen. Blick nach vorne! Du stehst dir doch nur selber im Weg.« »Paul, wenn ich altbackene Lebensweisheiten hören möchte, dann rufe ich meinen Vater an. Der Mörtel wird trocken, der Kaffee kalt, ich habe einen dringenden Termin oder denk dir selber eine Entschuldigung aus, aber komm zur Sache oder verzieh dich.«, entfuhr es Nick aufgebracht. ´Typisch!’, strafte sich Nick in Gedanken. ´Erst willst du taktisch vorgehen und im gleichen Atemzug lässt du jede Taktik sausen. Was ist nur los mit dir?`

Einen Moment herrschte tiefes Schweigen. Nick konnte sogar den draußen prasselnden Regen hören. »Ich bin hier, um dir ein Angebot zu unterbreiten.«, lenkte Paul Breughel schließlich ein. Nick blickte Breughel fragend an. Die Anwältin antwortete an dessen Stelle: »Es geht um Immobilien.«, sagte sie, »Auslandsimmobilien.« Nick verstand kein Wort und wollte eigentlich auch gar nichts mehr hören. Doch Jasmin Sauer holte zu einer weit schweifenden Erklärung aus, erläuterte Breughels Anliegen und führte aus, worin das eben erwähnte Angebot bestand. »Du willst, dass ich den Bodyguard für reiche Ärsche spiele?«, fasste Nick die Ausführungen der Anwältin zusammen. »Nicht den Bodyguard. So eine Art Sicherheitsberater für Luxusimmobilien.«, klärte Breughel auf. »Das ist nichts für mich.«, sagte Nick abwehrend. »Ich habe hier genug Sicherheitsfragen bei meiner ´Luxusimmobilie` zu klären. Danke, aber nein danke.«

Paul nickte und stakste mit seinen langen Beinen im feinen Anzug durch die Baustelle Richtung Eingangstür. Dort drehte er sich nochmals um und sprach Nick ins Gewissen. Geheimnisvoll äußerte Paul Breughel etwas von einer Schuld, die Nick ihm gegenüber abzuleisten hätte. Und, dass sein Angebot, seine Bitte daher durchaus ernst zu nehmen wäre. Von all dem verstand Jasmin Sauer wenig. Nick hingegen blickte betreten zu Boden. Er wusste genau, wovon Breughel sprach und dass dieser Mistkerl von einem Immobilienhai auch noch Recht hatte!

Ja, Nick stand in Breughels Schuld. In keiner Geringen noch dazu. Aber warum dies so war, darüber würde Nick ewig schweigen. Warum aus den einstigen Freunden erbitterte Feinde wurden, sollte niemals jemand erfahren. Aber Nick wusste, mit diesem moralischen Druck hatte Paul Breughel ihn eigentlich in der Hand, ´fest an den Eiern`, wie Nick dachte. »Scheiße!«, fluchte Nick leise. Zum ersten Mal musste Breughel lachen. Es klang wie das Wiehern einer Hyäne. Jasmin Sauer bemühte sich, ihre Überraschung darüber zu verbergen. »Es wird gut bezahlt. Sehr gut sogar und ist in der Regel schnell erledigt.«

Nick lauschte Breughels Worten. Klar, er brauchte nichts dringender als einen Job. Einen Auftrag. Kohle. Nicht nur für den Traum der Restaurierung dieser alten Schnapsbrennerei. Seine kleine Detektei lief zum Abgewöhnen schlecht. Aber für Breughel arbeiten? Das war die schlimmste Strafe, die sich Nick überhaupt vorstellen konnte. Und dann noch diese alte Schuld, die Paul Breughel in die Waagschale geworfen hatte.

»Habe ich eine Wahl?«, fragte Nick schließlich. »Nein, hast du nicht.«, antwortete Breughel und wieherte vor Freude sein Hyänenlachen. Ohne einen weiteren Kommentar verließ der Immobilienmakler Breughel Nicks Baustelle. Jasmin Sauer blieb noch einen Moment in der Tür stehen. »Morgen geht’s los.«, mahnte die Anwältin. »Seien Sie pünktlich und … ziehen Sie sich was Ordentliches an, Hanther!«


Als Privatdetektiv Nick Hanther am nächsten Morgen die Flughafenhalle betrat, fühlte er sich fürchterlich. Hämmernde Kopfschmerzen und ein schmerzhafter Reizhusten setzten ihm außerordentlich stark zu. Die Kopfschmerzen rührten daher, dass Nick am Abend zuvor all sein Glück und Leid mit einer Flasche Cognac hinunter spülen wollte, was ihm natürlich nicht gelungen war. Den Reizhusten sah Nick als Ergebnis der staubigen Arbeiten in den letzten Wochen an. Er hatte keine Ahnung, wie viel Staub er seit Beginn der Sanierungsarbeiten geschluckt hatte. Jedes Mal, wenn er husten musste, und das war ziemlich oft, drosch ein ganz besonders hinterhältiger Quälgeist in seinem Kopf auf einen wahrhaft gigantischen Gong ein.

Natürlich hatte Nick aufgrund seiner Sauferei am Morgen verschlafen. Er war folglich nicht dazu gekommen, sich zu rasieren oder zum Friseur zu gehen, wie er es eigentlich geplant hatte. Immerhin hatte er sich die Zeit genommen, einen schwarzen Anzug aus einer Umzugskiste zu zerren. Der Anzug war vollkommen zerknittert, und das dazugehörige Hemd roch vom wochenlangen Lagern in der Umzugskiste muffig. Nick sah aus wie ein Penner, der sich aus der Kleiderkammer das beste Stück genommen hatte.

Mit anderen Worten: Nick Hanther gab eine ziemlich verwegene Erscheinung ab, was Jasmin Sauer sichtlich verärgerte.

Die hübsche Anwältin hingegen hatte ihre langen, roten Haare streng zu einem Zopf zusammengebunden und wahrscheinlich noch mit Haarwachs in Form gebracht. Sie sah aus, wie aus dem Ei gepellt. Das schlichte, graue Kostüm mit der hellen Bluse stand ihr ausgezeichnet, und sie roch so angenehm verführerisch, so dass Nick eine Regung seiner Männlichkeit verspürte.

Dieses »Problem« wollte sich auch nicht geben, als die beiden, Hanther und Sauer, nebeneinander im Flugzeug Platz nahmen. Nick kam der Anwältin so nahe, dass er ihr in den Ausschnitt linsen konnte. Der Ausblick auf ein bezaubernd samtiges Dekolleté raubte ihm beinahe sämtliche Sinne.

Kein Wunder, Nick Hanther hatte die letzten Wochen viel zu oft in seiner Einsiedelei verbracht und die alten Wunden geleckt. In gewisser Weise hatte Breughel sogar Recht, als er zu Nick meinte, er müsste endlich wieder nach vorne blicken. Diese sexy Anwältin an seiner Seite bot einen guten Anlass dazu. Nick setzte sein charmantestes Lächeln auf und sagte: »Wir sind also jetzt sprichwörtlich ein Team, ja?«

»Nur damit wir das mal klar stellen«, konterte Jasmin Sauer hart, »im übertragenen Sinne ausgedrückt: Ich habe Prokura und Sie NICHT, kapiert!?« Nick bemühte sich, die verbale Ohrfeige mit Fassung zu tragen.

»Sie riechen, als hätten Sie Mottenkugeln gefrühstückt.«, fuhr die junge Frau fort, und jedes einzelne ihrer Worte traf Nick hart und verletzend, wie der Schnitt eines Skalpells. »Ich wette, Sie haben noch mehr Alkohol im Blut, als in ihrer Schnapsbrennerei jemals hergestellt wurde und außerdem«, betonte sie, »wirkt ihr Charme bei mir nicht im geringsten.«

Nick zog sich zurück, schloss die Augen, faltete die Hände über der Beule in seiner Hose und konterte lässig: »Aber immerhin habe ich Charme.« Worauf Jasmin Sauer nicht antwortete, was Nick als Bestätigung ansah und lächeln musste. »Wecken Sie mich, wenn wir da sind!«


Fünf Stunden später stieß Nick die Tür des Mietwagens auf, schälte sich aus dem Beifahrersitz und trat mitten in die glutheiße Hitze Sardiniens. Unter seinen Schuhsohlen knirschten Kieselsteine, der Wind vom Tyrrhenischen Meer kommend griff forsch in die Blätter der Palmen, während sich Nicks Kater nur unwesentlich gebessert hatte. Und das, obwohl er bereits zwei Kopfschmerztabletten geschluckt hatte.

Er bereute es, keine Sonnenbrille mitgenommen zu haben. Die Helligkeit biss ihm in die Augen, so dass sich Nick noch zerknirschter fühlte. Vor ihm lag das Sardische Anwesen, welches Jasmin im Auftrag von Paul Breughel veräußern sollte. Die Villa stand - auf den ersten Blick im besten Zustand - vor ihnen. Die Blendläden waren in einem cremigen Weißton gestrichen, die Fassade in einem Terrakotta. Nick zählte drei Stockwerke plus Dachgeschoss auf einer Breite von knapp 70 Metern. Damit war für Nick die Villa eher ein Schloss.

Die Grünanlage war in einer ansprechenden Mischung aus Rokkokospielereien und wilder Urwüchsigkeit gestaltet. Einfach malerisch. Gediegen. Im Hintergrund, zwischen den Palmblättern hindurch, konnte Nick das Azurblau des Meeres erkennen. Eine frische Brise trug den Salzgeruch direkt in seine Nase. Im Anblick dieser traumhaften Idylle fühlte sich Nick gleich noch zerknirschter.

Text und Foto veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Augenschein-Verlags

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