Erotische Geschichten: Kurzvorstellung der Autoren, die klassische erotische Geschichten oder moderne erotische Geschichten schreiben.
Die Autoren der erotischen Geschichten. Es sind berühmte Schriftsteller, manche tarnten sich mit Pseudonymen. Es sind (Haus-)Frauen, die in ihrer Freizeit frivole Bestseller verfassten. Es sind Literaten, begnadete Pornografen, Frauenversteher und Perverse - allesamt zu schade, um vergessen zu werden.
Wilhemine Schröder-Devrient
Wilhemine Schröder-Devrient lebte ein für eine Frau des 19. Jahrhunderts ungewöhnliches Leben in Deutschland: künstlerisch und geschäftlich erfolgreich, selbstbewusst - und bis ins Alter hinein mit wechselnden Männern an ihrer Seite. Rahel und Elisabeth Fry berichteten darüber in ihren “Erinnerungen an Wilhelmine Schröder-Devrient”, die in Leipzig im Jahr 1862 erschienen. Jahrzehntelang wollten die Gerüchte nicht verstummen, dass Wilhelmine Schröder-Devrient die Verfasserin des äußerst freizügigen Briefromans Memoiren einer Sängerin war. Noch 1892 gehörte das Wissen um die heute vergessene Diva zum Allgemeingut, wie ein Eintrag in Meyers Konversationslexikon von 1892 belegt:
Opernsängerin, Tochter von Schröder 2), geb. 6. Okt. 1804 zu Hamburg, betrat schon in ihrem fünften Jahr die Hamburger Bühne als tanzende Amorine, ward im zehnten Mitglied des Horscheltschen Kinderballetts in Wien, ging dann vom Ballett zum Schauspiel über und trat, 15 Jahre alt, zuerst als Aricia in Racines “Phädra” auf. Gleichzeitig machte sie unter Leitung Mozattis eifrige Studien im dramatischen Gesang, und als sie im folgenden Jahr (1821) als “Pamina” debütierte, wurde ihr ein solcher Beifall zu teil, daß sie sich von nun an ausschließlich der Oper widmete. Bei einem Aufenthalt in Berlin 1823 verheiratete sie sich mit Karl Devrient und ward mit demselben gemeinschaftlich an der Dresdener Bühne engagiert, der sie, mit wenigen Unterbrechungen, bis 1847 als Mitglied angehörte. Hier studierte sie noch eine Zeitlang unter Mieksch’ Leitung den Kunstgesang und brachte es auf diesem Gebiet zu hoher Meisterschaft; ihre eigentliche Größe jedoch zeigte sich im dramatischen Gesang, und ihre glänzendsten Erfolge, sowohl in allen Städten Deutschlands als auch in Paris, wo sie 1830 zum erstenmal auftrat, und in London (1833 und 1837) dankt sie der hinreißenden Gewalt ihrer Darstellung, welche sie übrigens nicht nur auf der Bühne, sondern auch als Liedersängerin (z. B. in Schuberts “Erlkönig”) bewährte. Nachdem ihre Ehe mit Devrient bereits 1828 getrennt war, verheiratete sie sich 1850 zu Gotha mit dem livländischen Gutsbesitzer v. Bock, dem sie in seine Heimat folgte, kehrte aber schon 1852 nach Deutschland zurück, lebte abwechselnd in Berlin und Dresden und starb 26. Jan. 1860 in Koburg.
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Aus dem Giftschrank
Die Bayrische Staats- bibliothek richtete 1924 das Archiv "Remota" ein. Dort wurden Druckwerke, die von Polizisten beschlagnahmt worden waren, weggeschlossen. Als die Amerikaner 1945 München besetzten, luden GIs Teile der - vorwiegend erotischen - Sammlung in Holzkisten, vernagelten diese und verschifften sie nach New York. In den 70er Jahren kopierten Archivare der Library of Congress, Washington, die Werke für ein Forschungsprojekt auf Mikrofilm. Das Projekt startete nie und die Werke gerieten endgültig in Vergessenheit. Demnächst werde ich in der "Nightlounge" einige der schönsten Erotika der Sammlung "Remota" präsentieren.
Die Abbildung oben zeigt den römischen Kaiser Caligula beim Sex mit einer Gespielin. Alle greifbaren Drucke von diesem Stahlstich wurden in Bayern nach dem 1. Weltkrieg eingezogen.