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3 - Im Bett mit Jesse

“Hört mal”, krächzte ich, so gut ich konnte. “Ich weiß überhaupt nichts über irgendwelches Geld. Dieses Mädchen ist bei mir im Büro erschienen und wieder verschwunden, als diese beiden Typen aufgetaucht sind. Mehr weiß ich nicht.”

“Fang noch mal ganz von vorne an”, sagte der Boss und zündete sich eine Zigarette an. “Erz ähl mir alles, was sie dir gesagt hat.”
“Sie hat gar nichts gesagt”, sagte ich.

“Sie muss doch irgendwas gesagt haben”, meinte der Boss. “Was wollte sie? Doch wohl keinen Job.”

Woher wusste er das? Ich hatte im merhin selbst zuerst gedacht, dass Lia einen Job wollte. Ich hatte keine Ahnung, wie viel dieses Arschloch über das wusste, was in meinem Büro passiert war. Tappte er wirk lich im Dunkeln, oder wollte er sich von mir nur seine Vermutungen bestätigen lassen?

“Sie wollte eins meiner Models sprechen”, sagte ich. “Sie hat erzählt, sie wären als Kinder Freundinnen gewesen.”

“Wollte sie Neuigkeiten austauschen?”, fragte der Boss. “Über die alten Zeiten plaudern?”

Ich zuckte mit den Schultern oder versuchte es z umindest. Es muss lustig ausgesehen haben, weil ich ja noch immer m it beiden Handgelenken ans Bett gefesselt war. 

Der Boss nickte und studierte den Rauch, der von seiner Zigarette aufstieg. Dann nahm er einen tiefen Zug. Beim Ausatmen kamen drei Worte mit dem Rauch aus seinem Mund.

“Mit welchem Model?”

Ich schloss die Augen. Zandora war nicht gerade meine beste Freundin. Sie war eine hohlköpfige Tussi, die mehr Designersonnenbrillen besaß als Verstand, aber sie hatte es ganz bestimmt nicht verdient, dass dieser Typ sie aufs Korn nahm. Auf keinen Fall wollte ich sie oder jemand anderen in diese Scheiße hier mit hineinziehen. Ich nahm mir vor, ihren Namen nicht zu verraten, und klammerte mich an die Vorstellung, dass ich Zandora damit schützen würde. Ich musste wenigstens versuchen, tough z u sein, denn ich hielt m ich nicht für eine Person, die schon nach zwei Nasenstübern klein beigab.

“Du willst hier einen auf tapfer machen”, sagte der Boss und zog wieder lange an der Zigarette. “Lass es sein.”

“Bitte, Angel”, sagte Sam mit einem verzweifelten Blick aus verdächtig glitzernden Augen.

“Schnauze”, sagte das Nashorn wieder und verpasste Sams Schläfe einen weiteren kurzen Haken.

Ich schwieg, kniff die Augen zusammen, sah z um Boss hoch und musterte ihn mit einem Ausdruck, von dem ich sehr hoffte, dass er tough wirk te. Er seufzte wie ein enttäuschter Lehrer und gab Jesse die Zigarette.

Jesse grinste breit und steckte sich die Zigarette in den Mundwinkel. Dann stieg er aufs Bett, setzte sich breitbeinig auf meine Hüf ten und legte mir die linke Hand um die Kehle. Seine Hände waren riesig. Ich spür te, wie sich Daumen und Zeigefinger in die weichen Stellen unter meinen Ohren bohrten, während der Handteller sich auf meine Luf tröhre presste und mir die Luft abschnitt. Sein Gesicht hing nur wenige Zentimeter über meinem, und der Blick aus seinen blitzblauen Augen versank in meinem wie der eines Liebesromanhelden, während er mit der anderen Hand die Zigarette aus dem Mund nahm.

Als ich spürte, wie die Glut meiner Haut immer näher kam, lösten sich sämltliche meiner toughen Pläne in Wohlgefallen auf.

“Zandora Dior”, krächzte ich atemlos.

“Verzeihung”, sagte der Boss und winkte Jesse z u, aufzuhören. “Könntest du das noch einmal sagen?”

Widerwillig ließ Jesse meinen Hals los, blieb aber auf mir sitzen. Er war schwer. Ich spürte, wie viel Spaß ihm das alles bereitete. Am liebsten hätte ich ihn hier auf der Stelle umgebracht.

“Zandora”, wiederholte ich, kaum deutlicher. “Zandora Dior.”

“Ah”, sagte der Boss. Er nahm seine Zigarette aus Jesses Fingern und zog wieder daran. Jesse sah aus, als hätte man ihm sein Lieblingsspielzeug weggenommen.

“Aber ich hab dem Mädchen Zandoras Nummer nicht gegeben”, sagte ich. “Ich hab ihr nur versprochen, dass ich Zandora ihre Handynummer geben würde, aber das hab ich nicht. Ich hab ihr die Nummer gar nicht gegeben.”

Die Worte waren mir kaum über die Lippen gekommen, da war mir klar, dass ich es versiebt hatte. Der Boss kniff die Augen zusammen. Jesse grinste wieder, breiter als vorher.

“Lia hat gar kein Handy”, sagte der Boss.

Jesse packte mich wieder an der Kehle. Er konnte wohl gar nicht genug davon kriegen. Ich kenne jede Menge Mädchen, die auf diese Atemkontroll-Nummer stehen, aber ich nicht.

“Fangen wir eben noch mal an”, sagte der Boss. “Ganz von vorn.”

Ich will Sie jetzt nicht mit den Einzelheiten langweilen, aber am Ende bekamen sie alles aus mir heraus. Alles. Den Brief, den Klub, an den ich ihn gefaxt hatte, wo Zandora in Vegas wohnte, alles. Ich hätte ihnen auch erzählt, wie ich einmal drei Dollar aus dem Schreibtisch von Schwester Mary Francis ge- klaut hatte, damals in der zweiten Klasse, wenn sie mich danach gefragt hätten. Nur das, was der Boss unbedingt von mir hören wollte, damit konnte ich nicht dienen. Das Arschloch fing einfach immer wieder von diesem Aktenkoffer voller Geld an. Er war wohl überz eugt davon, dass ich entweder seine Kohle hatte oder wusste, wo sie war.

Meine Lippen brannten und fühlten sich geschwollen an, und ein Zahn schien lose z u sein. Ich war mir ziemlich sicher, dass meine Nase gebrochen war, und bekam kaum Luf t. Meine Augen verwandelten sich in Veilchen und schwollen immer mehr z u. Vor lauter Blut und Schweiß konnte ich kaum noch etwas sehen. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon am Heulen und hasste mich dafür.

Hilflose, stumme Tränen liefen mir in die Ohren, als ich den Kopf zur Seite drehte und Blut auf die Folie spuckte.

“Bitte”, sagte ich. “Bitte.”

Inz wischen war noch jemand gekommen, den ich nur aus dem Augenwinkel sehen konnte, und der besprach sich jetzt mit dem Nashorn. Ich vermutete, es war der wieselige Typ, der in meinem Büro nach Lia gesucht hatte, war mir aber nicht sicher. Ich konnte mich schlecht konzentrieren, solange Jesse auf mir hing und m ir die Luft abdrückte.

Auf meiner anderen Seite sah der Boss hoch und hob die Augenbrauen, wie um eine wortlose Frage zu bestätigen, die das Nashorn ihm gestellt hatte. Dann beugte er sich dicht an mein Ohr.

“Ich frag dich jetzt ein letz tes Mal”, sagte er und gab Jesse ein Zeichen.

Jesse stieg von mir herunter und schmollte dabei wie ein getadeltes Kind, und dann trat das Nashorn vor und zerrte Sam mit sich, bis sie beide direkt neben dem Bett standen. Ich konnte immer noch nichts klar erkennen, aber dann bekam ich mit, dass das Nashorn eine Knarre in der Hand hielt. Es war verrückt, aber in dem Moment, als ich die Waffe sah, fiel mir als Erstes auf, dass es die gleiche Marke und das gleiche Modell war wie meine eigene.

“Verdammt”, sagte Sam und riss die Augen vor Angst weit auf. “Angel, bei Gott, sag’s ihm doch endlich!”

“Wo ist das Geld, Angel?”, fragte der Boss.

Ein Schwall kaltes Adrenalin betäubte blitzartig den heftigen, mich keinen klaren Gedanken fassen lassenden Schmerz in meinem Körper, und plötzlich war ich völlig da und wach.

“Bitte”, sagte ich. “Ich hab doch gesagt, dass ich gar nichts über das Geld weiß. Warum sollte ich lügen? Sie müssen mir glauben.”

“Sam und du, ihr seid schon sehr lange gute Freunde, stim mt’s?”, sagte der Boss. “Er ist ein anständiger Kerl? Mit Familie? Du willst doch nicht, dass deinem lieben, alten Freund Sam etwas passiert, oder?”

Da brach ich total zusammen. Ich schluchzte und heulte und bettelte, auch wenn ich mir geschworen hatte, dass es nie so weit kommen würde.

Das Nashorn schoss trotzdem auf Sam, zielte nach unten und verpasste Sam eine Kugel ins Knie. Sam brach schreiend zusammen. Einen erwachsenen Mann so schreien zu hören ist absolut grauenvoll. Besonders, wenn dieser Mann einer deiner besten Freunde ist.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich in diesem Moment auch schon schrie. Das Nashorn zerrte Sam wieder hoch, sodass ich ihn sehen konnte, und schob ihm die stumpfe kleine Mündung der Waffe in den Mund.

“Und wie sieht’s jetzt aus, Angel?”, fragte der Boss.

Ich konnte gar nicht auf hören zu schreien. Ich wollte lügen und irgendetwas erfinden, wo das verdammte Geld versteckt war, alles, nur um diesem Wahnsinn ein Ende zu machen, aber offenbar hatte mich jegliche Sprache im Stich gelassen. In mir drin war etwas gerissen. Sie hatten mich total fertiggemacht, und ich glaube, das war ihnen auch klar.

“Ich glaube nicht, dass sie es weiß, Boss”, sagte das Nashorn. Er zog die Knarre aus Sams Mund und wischte sie an seinem Hemd ab.

Der Boss nickte nachdenklich. Das Nashorn ließ Sam zu Boden gleiten. Jesse war wieder auf dem Bett, und ich glaube, er fummelte wieder an mir herum, aber ich spürte kaum etwas. Mit dem Schreien hatte ich inzwischen aufgehört, aber ich fühlte auch nichts mehr. Ob Schock oder Überlastung oder was auch immer, mein Gehirn hatte beschlossen, dass es nun wirklich reichte. Es hatte seinen Hut genommen und sich mit Sack und Pack an einen unbek annten Ort verzogen. Ich wurde nicht wirklich ohnmächtig. Es rückte nur alles in weite Ferne, wie auf einem Fernsehschirm.

“Kümmere dich um den”, sagte der Boss zu dem Nashorn und deutete auf den jammernden Haufen, der einmal Sam gewesen war. Dann wandte er sich an Jesse. “Sie gehört ganz dir.”

Aus der Reihe "Hardcore Angel" 08.04.2009 Weiter lesen

imageChrista Faust schrieb obige erotische Geschichte. - Wer interessant lebt, hat es wahrscheinlich leichter, von interessanten Dingen zu erzählen. Christa Faust (Foto links) lebt interessant. 1969 geboren, arbeitete die Blondine, die wahlweise auch als Brünette oder schwarzhaarige Femme Fatale auftritt, als Model für Fetischmagazine und produzierte sich als Domina in Peepshows am Times Square, New York. Vom verdienten Geld ließ sie Tätowierungen stechen. Oder sie legte die Dollars in edlen halterlosen Strümpfen an.

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Ein schwüler Mix aus Erotik und Thriller - Der Name ist Programm: Faust. Christa Faust. Die Amerikanerin hat einen Thriller geschrieben, der mindestens so hart ist wie ihr Name. "Hardcore Angel" erzählt die Geschichte der Angel Dare, einer Porno-Actrice, die den Aufstieg ins Porno-Produzentengeschäft geschafft hat. Bis zu dem Tag, da sie einen letzten Filmauftrag annehmen will ... Von einem Moment zum anderen bricht die heile (Porno-)Welt der hübschen Angel zusammen und sie gerät in einen Strudel aus Vergewaltigung, Mord, Verfolgung.

erotische geschichten

Die Erotik-Reihe "Hardcore Angel" - alle bisherigen Folgen

Die erste Geschichte der Reihe stehen in der Liste oben, neueste Liebesgeschichten stehen unten.

1 - Angel im Hormonnebel
2 - Der Rosenknospenmund
4 - Attacke auf Angel
5 - Nackte Füße auf dreckigem Beton

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