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1 - Der seltsame Tod des Patrick Riemer

Zuhause fütterte sie als erstes die Katzen. Pepper schien etwas irritiert, dass sie so lange unterwegs gewesen war, und Chili hatte – wie immer – offensichtlich Magenkrämpfe vor Hunger. Nach einer ausgiebigen Dusche versuchte Tessy, Kerstin zu erreichen, um nach einer Berliner Anschrift oder Telefonnummer von Moritz Sigfeld sowie einige grundlegende Informationen zu seiner Familie abzufragen. Doch die Freundin ging weder ans Festnetztelefon noch an ihr Handy. Glücklicherweise war Sigfeld kein Allerweltsname, und so wurde sie online schnell fündig. Nach zweimaligem Klingeln meldete sich eine hohe Frauenstimme: „Dorothea Sigfeld. Was kann ich für Sie tun?“

Was für ein Einstieg. Tessy lächelte. „Ich hoffe sehr, dass Sie etwas für mich tun können. Meine Name ist Tessy Ritter. Ich bin befreundet mit Familie Patrick Riemer. Sagt Ihnen der Name vielleicht etwas?“

„Patrick Riemer?“

„Ja – er und Moritz Sigfeld – Ihr Mann nehme ich an – waren Kollegen in der Unternehmensberatung BORMAN und miteinander befreundet.“

„Ich habe in der Zeitung gelesen, dass Riemer tot ist“, bemerkte Dorothea Sigfeld. „Mein Namensgedächtnis ist ziemlich gut, und ich habe noch gehofft, dass es sich um einen anderen Riemer handelt.“ Sie unterbrach für eine kurze Pause: „Mein Mann ist auch tot – seit über zwei Wochen.“

„Ich weiß“, sagte Tessy. „Das ist irgendwie merkwürdig, finde ich.“ Es knisterte in der Leitung. „Es tut mir sehr leid. Ich kannte Ihren Mann zwar nicht, aber …“

„Schon gut – wir lebten seit einigen Jahren getrennt“, unterbrach die Frau sie resolut. „Und seitdem er auf Mallorca war, hatten wir nur noch wenig Kontakt. Aber natürlich tut es trotzdem weh. Fast dreißig Jahre Ehe. Zwei Kinder. Wohlgeratene Kinder übrigens. Ja, das kann man sagen. Sein Tod kam überraschend, auch wenn Moritz es ein bisschen mit dem Herzen hatte. Wer sagten Sie gleich, sind Sie?“

„Mein Name ist Tessy Ritter. Ich bin nicht nur mit Kerstin Riemer befreundet, sondern ermittle auch privat die näheren Umstände von Patricks Tod.“

„Jetzt erinnere ich mich: Er soll sich umgebracht haben.“

„Das ist genau der Punkt. Es bestehen nämlich erhebliche Zweifel an einem Suizid – zumindest im Familien- und Freundeskreis. Nun versuche ich zu rekapitulieren, was in Patrick vorgegangen sein könnte, was ihn in den letzten Tagen beschäftigt hat“, erläuterte Tessy. „Unter Umständen spielt der Tod Ihres Mannes eine Rolle, was Patricks Gemütszustand angeht.“

„Aha.“

„Wären Sie bereit, ein persönliches Gespräch mit mir zu führen?“

„Ja, schon, warum nicht? Ich frage mich nur, wie ich Ihnen helfen kann. Ich kannte Herrn Riemer doch gar nicht näher, und Moritz …“

„Wissen Sie, es sind manchmal Kleinigkeiten und scheinbar nebensächliche Hinweise, die zu einer Spur führen. Um auf diese Details zu stoßen, muss ich viele Gespräche führen. Sie täten jedenfalls mir und der Familie Riemer einen großen Gefallen.“

„Wenn das so ist.“

„Danke, Frau Sigfeld. Wann hätten Sie Zeit? Vielleicht in einer Stunde?“

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“Tessy und die Zärtlichkeit des Kommissars” heißt das neue E-Book der Autorin Lara Wolff. Es ist ein erotischer Krimi: “Derart spannend, dass ich mich um die Veröffentlichungsrechte beim Verlag bemüht habe”, sagt Mike Mueller, Herausgeber nightlounge.biz. Auszüge des Romans darf nightlounge.biz mit Genehmigung des Verlags hier veröffentlichen. Lara Wolff erzählt die Geschichte der Berliner Journalistin Tessy Ritter. Tessy ist arbeitslos nach einem Streit mit ihrem Chefredakteur. Durch ein nächtliches Liebesabenteuer lernt Tessy eine Frau kennen, die vor kurzem ihren Mann verloren hat. Selbstmord, sagt die Polizei. Doch die Witwe glaubt nicht daran. Tessy bald auch nicht mehr. Denn schnell gibt es einen zweiten Toten ... Journalistin Tessy wird zur Detektivin, verliebt sich, gerät in Lebensgefahr. “Ein spannender erotischer Schmöker aus dem Berlin des Jahres 2011, ich habe den Reader nicht mehr aus der Hand gelegt”, sagt Mike Mueller.

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Obwohl sie über Tessys Vorstoß überrascht war, hatte Dorothea Sigfeld nichts gegen ihren spontanen Besuch einzuwenden. Sie wohnte in einem kleinen edlen Haus in der Nähe des Schlachtensees und begrüßte Tessy an der Gartenpforte – mit einem Mops auf dem Arm. Der breitnasige Hund passte überhaupt nicht zu der zierlichen Frau in Seidenbluse, weitem Rock und Pumps.

„Das ist Leopold“, sagte sie mit einem gewissen Stolz in der Stimme und ließ Tessy eintreten.

Leopold machte ein vorwurfsvolles Gesicht und schnaufte – er schien die Einschätzung der Besucherin zu ahnen.

„Bleiben wir im Garten? Es ist noch angenehm warm.“

„Gerne.“

Das Grundstück mutete wie ein Märchengarten an. Dichtgewachsene Büsche, Sträucher und Rosenranken umrahmten ein Haus im Fachwerkstil; auf dem dicht gewachsenen Rasen thronte ein Pavillon, in dem Dorothea Sigfeld Tee bereit gestellt hatte. Zitronengrastee. Dazu gab es englisches Gebäck. Was sonst.

„Der löscht hervorragend den Durst“, erklärte Frau Sigfeld und schenkte Tessy ungefragt eine Tasse ein. „Und die Orangenkekse müssen Sie probieren.“

Sie hatte ihr höchstwahrscheinlich blond gefärbtes Haar zu einer kunstvollen Rolle hochgesteckt, die Tessy an amerikanische Schauspielerinnen aus den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erinnerte. Der dicke grüne Lidschatten und die lackierten Fingernägel passten ebenfalls gut in dieses Bild. Schnell wurde deutlich, dass Frau Sigfeld die Gelegenheit zum Plaudern ausgiebig zu nutzen beabsichtigte. Tessy war im Handumdrehen und en detail in die Feinheiten des Pavillonbaus und Rosenzüchtens eingeweiht und wusste bald Wesentliches zu Leopolds Stammbaum. Für Minuten war sie wie erschlagen von der Fülle der auf sie einströmenden Informationen.

„Früher haben Sie hier zusammengelebt – Sie und Ihr Mann?“, versuchte sie schließlich, dem Gespräch eine Wendung zu geben.

„Ja. Meine Eltern haben uns das Grundstück seinerzeit zur Hochzeit geschenkt“, erklärte Dorothea Sigfeld eifrig. „Ich könnte nirgendwo anders leben in Berlin. Dieser Tumult in der Innenstadt oder gar das Chaos in anderen Bezirken …“ Sie verdrehte die Augen, so dass Tessy einen Moment um den grünen Anstrich fürchtete. „Kreuzberg, Prenzlauer Berg und wie sie alle heißen. Nein, das sind keine Orte für mich.“ Sie stellte ihre Teetasse ab. „Wo wohnen Sie denn?“

„Zur Zeit hüte ich das Häuschen und die Katzen meines Onkels in Marienfelde“, gab Tessy zurück.

„Verstehe.“

Das bezweifelte Tessy ganz entschieden. Auch das schien kein Bezirk zu sein, in dem die Dame Dorothea Sigfeld sich vorstellen könnte, heimisch zu werden.

„Hatte Ihr Mann schon länger Pläne, nach der Pensionierung Deutschland endgültig zu verlassen?“

Die Witwe nickte betrübt. „Ach, die Idee ist bestimmt schon zwanzig Jahre alt. Wir haben häufig Urlaub auf Mallorca gemacht. Zu häufig, wenn Sie mich fragen, und er sprach immer davon, auf der Insel leben zu wollen. Um ehrlich zu sein, habe ich das nicht allzu ernst genommen. Männer haben so manche Träume … Aber als Moritz dann im letzten Sommer in Rente ging, fing er tatsächlich gleich mit den Vorbereitungen für die Umsiedlung an. Ich ziehe ja Sylt vor oder schätze Kurzreisen in die Karibik – allerdings fühlt Leopold sich dort nicht so wohl.“

„Verstehe.“ Das entsprach auch nur bedingt der Wahrheit. „Können Sie sich denn daran erinnern, dass Ihr Mann mal etwas über Patrick Riemer erzählte?“

Sie nickte erneut. „Wir haben noch zusammen gelebt, als Riemer bei BORMAN anfing. Die beiden haben sich gut verstanden und viel für die Firma getan. Bis später dann diese … Wildner?“

„Sie meinen Maren Wildorn.“

„Richtig!“ Sigfeld klatschte kurz in die Hände. „Genau. Bis die in der hiesigen Niederlassung anfing.“

„Gab es Ärger, und können Sie sich an Einzelheiten erinnern?“

Frau Sigfeld drückte Leopold einen Keks ins breite Knautschmaul und dachte kurz nach. „Nein, Genaues weiß ich nicht – so intensiv haben wir auch nicht über seine Arbeit gesprochen. Aber mir ist in Erinnerung geblieben, dass es häufiger Konflikte gegeben hat und Moritz froh war, als er endlich aufhören konnte.“

„Würden Sie sagen, dass Frau Wildorn ihren Mann rausgeekelt hat?“

„Hm, es kann sein, dass dieser Unfrieden eine Rolle gespielt hat, aber festlegen würde ich mich da nicht – schließlich waren wir ja seit langem getrennt, als Moritz aufhörte. Jedenfalls freute er sich, endlich seine Pläne umsetzen zu können …“ Sie schwieg einen Moment. „Stellen Sie sich vor – er hat sich sogar da begraben lassen.“

„Sind Sie zur Beerdigung auf Mallorca gewesen?“

„Nein.“

Verdammt, dachte Tessy. Das könnte ein ziemlich großer Fettnapf gewesen sein.

„Mein Sohn ist rüber geflogen – für zwei Tage. Meine Tochter ist hochschwanger und wollte lieber kein Risiko eingehen. Und ich …“ Sie lächelte schief und betrachtete kurz ihre Fingernägel. „Vor zwei Monaten rief Moritz mich an und … bat um die Scheidung. Ich war entrüstet. Und die Scheidung ist natürlich auch bisher nicht durch. Ich war noch immer so wütend über seinen Scheidungswunsch ... dass ich spontan entschieden habe, nicht zu seiner Beerdigung rüber zu fliegen. Verstehen Sie? Inzwischen bereue ich das längst.“

Tessy nickte eilig. „Entschuldigen Sie bitte – ich wollte Ihnen keineswegs zu nahe treten. Das geht mich nun wirklich nichts an.“

Sigfeld winkte ab. „Schon gut. Das konnten Sie ja nicht wissen.“

„Wie sind Sie eigentlich über den Tod Ihres Mannes informiert worden?“ hakte Tessy nach.

„Das Krankenhaus hat jemanden beauftragt, die Familie in Kenntnis zu setzen – eine Frau mit sehr guten Deutschkenntnissen, die, soweit ich das verstanden habe, einen Service für Touristen auf Mallorca betreibt und sich auch um Moritz’ Haus und diverse Angelegenheiten gekümmert hat. Vielleicht auch noch um einiges mehr.“ Sigfeld zog die schmalen Schultern hoch. „Ist ja auch egal. Jetzt sowieso.“

„Erinnern Sie sich an den Namen?“

„Natürlich: Anita Zaldura. Sie spricht wirklich ganz hervorragend Deutsch, und mein Sohn erzählte, dass sie sehr sympathisch und kompetent sei. Nun ja.“ Dorothea Sigfeld goss Tee nach und kraulte dann Leopolds Ohren. Der fing an zu hecheln und sah plötzlich aus wie ein Breitmaulfrosch. „Wie auch immer.“

„Was ist eigentlich mit der persönlichen Habe Ihres Mannes?“

Tessy erntete einen skeptischen Seitenblick. „Was soll denn damit sein?“

„Verstehen Sie mich bitte nicht falsch – ich suche nach einer möglichen Verbindung zwischen Ihrem Mann und Patrick Riemer, vorrangig in letzter Zeit. Vielleicht gibt es Briefe oder Mails, die Hinweise enthalten“, erklärte Tessy rasch.

„Ach so. Nun, Haus und Inventar müssen natürlich noch aufgelöst werden – Moritz hat zwar bescheiden gelebt und nur das Nötigste angeschafft, aber ein Hausstand bleibt ein Hausstand. Und seine persönliche Sachen hat mein Sohn in zwei Koffern mitgebracht: Unterlagen, Papiere, Schreibkram, seinen Laptop und all so was.“

Tessys Fingerspitzen begannen zu kribbeln. „Und? Ist Ihnen dabei irgendwas aufgefallen?“

Dorothea Sigfeld schüttelte den Kopf. „Es war nichts Besonderes dabei. Mein Sohn meinte noch, dass es ganz schön traurig sei, wie wenig von einem Menschen übrig bleibt. Ach ja, und er erwähnte etwas in der Art, dass der Laptop wohl kaputt sei.“

„Kaputt?“

„Ich kenne mich mit diesem Technikkram nicht besonders gut aus. Wenn ich es richtig verstanden habe, meinte er, dass alles gelöscht sei. Vielleicht ist das beim Flug passiert. Wer weiß – die Strahlen da oben sollen ja einiges bewirken.“

„Ich glaube nicht, dass die Strahlen verantwortlich sind“, widersprach Tessy behutsam und zügelte mehr schlecht als recht ihre Ungeduld. „Sagen Sie, Frau Sigfeld, würden Sie mich einen Blick auf die Sachen werfen lassen?“

Dorothea Sigfeld zögerte einen langen Moment. Dann zuckte sie die Achseln. „Ach, was soll’s – ich glaube, Sie sind vertrauenswürdig. Kommen Sie mit. Ich habe das ganze Zeug im Keller stehen. Irgendwie mochte ich mich noch nicht eingehend damit befassen. Können Sie das verstehen?“

„Und ob.“

Aus der Reihe "Tessy und die Zärtlichkeit des Kommissars" 11.05.2011 Weiter lesen

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Die Erotik-Reihe "Tessy und die Zärtlichkeit des Kommissars" - alle bisherigen Folgen

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