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003 - Gierig wie Hunde auf Sex

Und wie sehr man sie auch mit Gefühlen aufladen mochte, diese geschlechtlichen Dinge gehörten zu den urältesten, niedrigsten Bindungen und Abhängigkeiten. Die Dichter, die sie verherrlichten, waren zumeist Männer. Frauen hatten immer gewußt, daß es etwas Besseres gab, etwas Höheres. Und jetzt wußten sie es entschiedener denn je. Die herrliche, reine Freiheit einer Frau war unendlich wunderbarer als jede geschlechtliche Liebe. Es war ein Jammer, daß die Männer in dieser Hinsicht so weit hinter den Frauen herhinkten. Gierig wie Hunde waren sie auf das Sexuelle aus.

Und eine Frau hatte nachzugeben. Ein Mann war in seinen Begierden wie ein Kind. Die Frau mußte ihm gewähren, wonach ihn gelüstete, sollte er nicht unausstehlich werden wie ein Kind, im Trotz davonlaufen und zerstören, was doch eine sonst so erfreuliche Beziehung war. Aber eine Frau konnte sich einem Mann hingeben, ohne zugleich auch ihr inneres, freies Wesen hinzugeben. Das schienen die Dichter und alle, die über den Sexus schwatzten, nicht genügend bedacht zu haben. Eine Frau konnte einen Mann nehmen, ohne sich selber wirklich herzugeben. Sicherlich konnte sie ihn nehmen, ohne sich seiner Macht auszuliefern. Eher noch konnte sie das Geschlechtliche dazu benutzen, ihn in ihre Macht zu bekommen. Denn sie brauchte sich im geschlechtlichen Zusammensein nur zurückhalten und ihn sich ausgeben zu lassen, ohne selbst zum Höhepunkt zu gelangen: und dann konnte sie die Vereinigung hinausziehen und ihren Orgasmus und ihren Höhepunkt erreichen, während er nur ihr Werkzeug war.

Beide Schwestern hatten ihre Erfahrung in der Liebe hinter sich, als der Krieg ausbrach und sie überstürzt heimgerufen wurden. Keine von beiden verliebte sich je in einen jungen Mann, wenn sie ihm nicht im Wort sehr nahegekommen war - das heißt, wenn das Verlangen nach dem Gespräch nicht aus der Tiefe kam. Der wunderbare, tiefe, unfaßliche Schauer, mit einem wahrhaft klugen jungen Mann ein leidenschaftliches Gespräch zu führen, stundenlang, Tag für Tag den Faden wieder aufzunehmen, durch Monate hin ... davon hatten sie nie etwas gewußt, bis es ihnen geschah. Die paradiesische Verheißung: Du sollst Männer haben zum Gespräch! war nie ausgesprochen worden. Sie erfüllte sich, noch ehe sie wußten, was diese Verheißung bedeutete.

Und wenn die aus diesen lebhaften und seelenerleuchtenden Diskussionen erwachsene Intimität das Geschlechtliche mehr oder weniger unumgänglich machte - nun gut. Es bezeichnete das Ende eines Kapitels. Und es hatte auch seinen eigenen Reiz: ein eigentümliches vibrierendes Erbeben innen im Körper, ein letztes Aufbäumen der Selbstbehauptung, wie ein letztes Wort, erregend und jener Reihe von Sternchen vergleichbar, die zuweilen den Schluß eines Kapitels bezeichnen und eine neue Wendung im Thema.

Als die Mädchen in den Sommerferien des Jahres 1913 nach Hause kamen - Hilda war zwanzig und Connie achtzehn -, war dem Vater klar, daß sie ihre Erfahrungen in der Liebe gemacht hatten.

L’amour avait passé par là, wie irgend jemand gesagt hat. Doch war er selbst ein Mann der Erfahrungen, und so ließ er dem Leben seinen Lauf. Die Mutter hingegen, in den letzten Monaten ihres Lebens nervenkrank und siech, wollte nichts weiter, als daß ihre Töchter “frei” seien und “sich selbst erfüllten”. Sie hatte nie die Kraft gehabt, ganz sie selbst zu sein; das war ihr versagt geblieben. Mochte der Himmel wissen, warum, denn sie war eine Frau mit eigenem Einkommen und eigenen Möglichkeiten. Sie gab ihrem Mann die Schuld. In Wahrheit jedoch hatte sich ihrem Geist oder ihrer Seele irgendein altes Autoritätserlebnis eingeprägt, das sie nicht auslöschen konnte. Mit Sir Malcolm hatte es nichts zu tun; er überließ seiner nervös feindseligen, überspannten Frau ihren Hühnerhof und ging seine eigenen Wege.

So waren die Mädchen also “frei” und kehrten zurück nach Dresden zu ihrer Musik, zur Universität und zu den jungen Männern. Sie liebten ihre jeweiligen jungen Männer, und ihre jeweiligen jungen Männer liebten sie mit der Leidenschaft geistiger Anziehung. All die wundervollen Dinge, die die jungen Männer dachten und aussprachen und niederschrieben, dachten und sprachen und schrieben sie für die jungen Mädchen. Connies junger Mann war musikalisch, der Hildas technisch interessiert. Aber eigentlich lebten sie nur für ihre jungen Mädchen, nämlich seelisch und in ihren geistigen Höhenflügen. In anderer Hinsicht waren sie abgewiesen worden, obwohl sie es nicht merkten.

Auch ihnen sah man an, daß sie die Liebe erfahren hatten - das heißt die physische Liebe. Sonderbar, welch eine feine, doch unverkennbare Wandlung sie im Körper des Mannes und auch in dem der Frau bewirkt: das Mädchen gewinnt einen zarteren Schmelz, unmerklich rundet und glättet sich seine junge Eckigkeit, und der Ausdruck des Gesichts wirkt begehrlich oder triumphierend. Der Mann wird ruhiger, mehr in sich gekehrt, die Konturen seiner Schultern und Schenkel werden unbestimmter, zögernder.

Aus der Reihe "Lady Chatterley" 15.03.2008 Weiter lesen

imageDavid Herbert Lawrence schrieb obige erotische Geschichte. - D. H. Lawrence versank in Depressionen. Er fing an zu reisen, um der Enge Englands zu entfliehen. Sein Englischprofessor in Nottingham, Ernest Weekley, hatte in Deutschland doziert, und Lawrence hoffte, Weekley könne ihm in Deutschland, seinem ersten Reiseziel, einen Job verschaffen. Als Lawrence deswegen Weekley besuchte, öffnete dessen Frau Frieda die Tür. Sie war Deutsche, jung und sehr schön. Lawrence verliebte sich sofort, schrieb Frieda glühende Liebesbriefe. Bald wurde Frieda seine Geliebte. Doch Lawrence wollte nicht im Hause seines Gönners als ständiger Ehebrecher verkehren. Er wollte Frieda heiraten.

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Der Prozess um Lady Chatterley - Neun der Geschworenen waren Männer, drei Frauen, darunter eine Kindergärtnerin und eine Witwe mit vier Kindern. Der Staatsanwalt las in seiner Eröffnungsrede sämtliche "unanständigen Stellen" des Werks vor und zählte dabei die schlimmen Worte. Richter Byrde unterbrach die Aufzählung. Doch am nächsten Tag berichtete die Londoner Presse sämtliche Details, die Sexstellen der Geschichte wurden nachgedruckt - es gehörte zur erlaubten Gerichtsberichterstattung. 24 Zeugen wurden während der Verhandlung aufgerufen, um "Lady Chatterley" endgültig aus dem Verkehr zu ziehen.

erotische geschichten

Die Erotik-Reihe "Lady Chatterley" - alle bisherigen Folgen

Die erste Geschichte der Reihe stehen in der Liste oben, neueste Liebesgeschichten stehen unten.

001 - Früchte des Krieges
002 - Tastende Liebelei mit 18 Jahren
004 - Das erste geschlechtliche Erschauern des Körpers
005 - Die lächerlichen Behörden
006 - Diese plumpe Fickerei
007 - Umzug nach Wragby
008 - Der versehrte Mann
009 - Die Halbjungfrau
010 - Ihre Hüften waren zu fraulich ....
011 - Vater fordert verheiratete Tochter auf: “Nimm dir einen Geliebten”
012 - Ein Einkommen von fünfzigtausend Dollar
013 - Das furchtbare Verlangen in seinen glühenden Augen
014 - Ehebruch
015 - Connie verliebt sich
016 - Dieses unfertige, zarte Fleisch
017 - Sie spürte seine pulsierende Härte in sich
018 - Der Zusammenhang zwischen Pissen und Ficken
019 - Der Hunger nach dem Weibe
020 - Sexgespräche
021 - Sie fielen übereinander her ...
022 - Mein Penis ist schlapp und hebt nie den Kopf
023 - “Es ist alles so hoffnungslos keusch!”
024 - Das Kind des anderen

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