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005 - Die lächerlichen Behörden

Clifford Chatterley gehörte einer höheren Gesellschaftsklasse an als Connie. Connie entstammte wohlhabenden intellektuellen Kreisen, er gehörte zur Aristokratie. Nicht zur höchsten, aber immerhin. Sein Vater war ein Baronet, und seine Mutter Tochter eines Viscount.

Clifford jedoch, wiewohl von besserer Abkunft als Connie und zur “Gesellschaft” gehörig, war in seiner Art viel provinzieller und unsicherer. Er fühlte sich nur wohl in der kleinen “großen Welt” - das heißt, in der Gesellschaft des Landadels -, aber auf die Vertreter jener anderen Welt, die unübersehbaren Scharen der mittleren und niederen Klassen und der Ausländer, reagierte er scheu und reizbar. Um die Wahrheit zu sagen: er fürchtete sich ein wenig vor der mittelständischen und proletarischen Menschheit und vor allen Ausländern, die nicht seiner eigenen Gesellschaftsschicht angehörten. Er war einem lähmenden Gefühl der Wehrlosigkeit ausgeliefert, obwohl er allen Schutz der Privilegierten genoß. Es klingt befremdlich, ist aber wohl eine Erscheinung unserer Zeit.

Deshalb mußte das eigentümlich zärtliche Selbstvertrauen eines Mädchens wie Constance Reid ihn faszinieren. Sie fand sich in dieser chaotischen Umwelt viel besser zurecht als er.

Dennoch war auch er ein Rebell - er rebellierte sogar gegen seine eigene Klasse. Vielleicht ist das Wort “Rebell” übertrieben, reichlich übertrieben. Er war nur angesteckt von der allgemeinen Auflehnung der Jungen gegen Konvention und jegliche Art Autorität. Väter waren lächerlich, vornehmlich sein eigener, starrköpfiger. Und Regierungen waren lächerlich, besonders die englische mit ihrem ewigen “Abwarten, abwarten”. Und Armeen waren lächerlich, schon gar die alten Tröpfe, die Generale, und in erster Linie der rotgesichtige Kitchener. Sogar der Krieg war lächerlich, obgleich ihm doch eine Menge Menschen zum Opfer fielen.

Ja, wirklich, alles war ein wenig lächerlich - oder sogar sehr lächerlich: besonders alles, was mit Autorität zusammenhing - in der Armee oder der Regierung oder auf den Universitäten -, war in hohem Maße lächerlich. Und sofern die herrschende Schicht sich anmaßte, herrschen zu wollen, war auch sie lächerlich. Sir Geoffrey, Cliffords Vater, war über alle Maßen lächerlich, wie er seine Bäume zerhackte, die Arbeiter aus seiner Zeche holte, um sie in den Krieg zu hetzen, patriotisch und selber in Sicherheit; und außerdem, er gab mehr Geld für sein Vaterland hin, als er besaß.

Als Miss Chatterley - Emma - aus Mittelengland nach London kam, um als Pflegerin zu arbeiten, machte sie sich im stillen lustig über Sir Geoffrey und seinen entschlossenen Patriotismus. Herbert, der ältere Bruder und Erbe, lachte aus vollem Halse, obgleich es seine Bäume waren, die fielen, um als Stützpfosten für die Schützengräben verwandt zu werden. Clifford jedoch lächelte nur ein wenig unbehaglich. Alles war lächerlich, ganz recht. Aber wenn es einem zu nahe rückte und man selber lächerlich wurde ...? Wenigstens gab es noch in einer anderen Gesellschaftsschicht Menschen - wie Connie -, die irgend etwas ernst nahmen. Die an irgend etwas glaubten.

Sie nahmen die Tommies sehr ernst und die Drohung der allgemeinen Wehrpflicht und den Mangel an Zucker und Süßigkeiten für die Kinder. Bei all diesen Dingen machten die Behörden natürlich lächerliche Fehler. Aber Clifford konnte es nicht mehr erschüttern. Für ihn waren die Behörden sowieso lächerlich, nicht nur wegen der Toffees oder Tommies. Und die Behörden kamen sich selber lächerlich vor und benahmen sich reichlich lächerlich, und eine Zeitlang ging es zu wie in einem Narrenhaus. Bis die Dinge drüben sich zuspitzten und Lloyd George auftrat, um die Situation hüben zu retten. Und dann ging alles zu weit, um noch lächerlich zu sein; die versnobten jungen Leute lachten nicht mehr.

Aus der Reihe "Lady Chatterley" 01.04.2008 Weiter lesen

imageDavid Herbert Lawrence schrieb obige erotische Geschichte. - D. H. Lawrence versank in Depressionen. Er fing an zu reisen, um der Enge Englands zu entfliehen. Sein Englischprofessor in Nottingham, Ernest Weekley, hatte in Deutschland doziert, und Lawrence hoffte, Weekley könne ihm in Deutschland, seinem ersten Reiseziel, einen Job verschaffen. Als Lawrence deswegen Weekley besuchte, öffnete dessen Frau Frieda die Tür. Sie war Deutsche, jung und sehr schön. Lawrence verliebte sich sofort, schrieb Frieda glühende Liebesbriefe. Bald wurde Frieda seine Geliebte. Doch Lawrence wollte nicht im Hause seines Gönners als ständiger Ehebrecher verkehren. Er wollte Frieda heiraten.

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Der Prozess um Lady Chatterley - Neun der Geschworenen waren Männer, drei Frauen, darunter eine Kindergärtnerin und eine Witwe mit vier Kindern. Der Staatsanwalt las in seiner Eröffnungsrede sämtliche "unanständigen Stellen" des Werks vor und zählte dabei die schlimmen Worte. Richter Byrde unterbrach die Aufzählung. Doch am nächsten Tag berichtete die Londoner Presse sämtliche Details, die Sexstellen der Geschichte wurden nachgedruckt - es gehörte zur erlaubten Gerichtsberichterstattung. 24 Zeugen wurden während der Verhandlung aufgerufen, um "Lady Chatterley" endgültig aus dem Verkehr zu ziehen.

erotische geschichten

Die Erotik-Reihe "Lady Chatterley" - alle bisherigen Folgen

Die erste Geschichte der Reihe stehen in der Liste oben, neueste Liebesgeschichten stehen unten.

001 - Früchte des Krieges
002 - Tastende Liebelei mit 18 Jahren
003 - Gierig wie Hunde auf Sex
004 - Das erste geschlechtliche Erschauern des Körpers
006 - Diese plumpe Fickerei
007 - Umzug nach Wragby
008 - Der versehrte Mann
009 - Die Halbjungfrau
010 - Ihre Hüften waren zu fraulich ....
011 - Vater fordert verheiratete Tochter auf: “Nimm dir einen Geliebten”
012 - Ein Einkommen von fünfzigtausend Dollar
013 - Das furchtbare Verlangen in seinen glühenden Augen
014 - Ehebruch
015 - Connie verliebt sich
016 - Dieses unfertige, zarte Fleisch
017 - Sie spürte seine pulsierende Härte in sich
018 - Der Zusammenhang zwischen Pissen und Ficken
019 - Der Hunger nach dem Weibe
020 - Sexgespräche
021 - Sie fielen übereinander her ...
022 - Mein Penis ist schlapp und hebt nie den Kopf
023 - “Es ist alles so hoffnungslos keusch!”
024 - Das Kind des anderen

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