Klassische erotische Geschichten: jeden Tag neue erotische Geschichten, immer kostenlos.
Genießen Sie literarische Häppchen zwischendurch; oder lassen Sie sich von einer ganzen Textreihe zum Lesen verführen: Erotischen Literatur ist in der kurzen und in der langen Form ein geistreicher Genuss. In dieser Sektion finden Sie lange Geschichten, die wir in mehrere Teile aufgespalten haben, damit sie am Bildschirm besser lesbar sind. Jede Woche erscheinen neue Teile.
007 - Umzug nach Wragby
Im Herbst 1920 hielten Connie und Clifford ihren Einzug auf Wragby. Miss Chatterley, noch immer verärgert über den Treubruch ihres Bruders, war abgereist und hatte sich in einer kleinen Wohnung in London einquartiert.
Wragby war ein langgestrecktes, niedriges altes braunes Backsteingebäude, das um die Mitte des 18. Jahrhunderts begonnen und immer mehr erweitert worden war, bis es schließlich ohne jeden eigenen Charakter einem Kaninchenbau glich. Es stand auf einer Anhöhe in einem sehr schönen alten Eichenpark - aber ach, ziemlich nah war der Schlot der Tevershall-Grube mit seinen Dampf- und Rauchwolken zu sehen, und in feuchter, dunstiger Ferne des Hügels das struppige, verstreute Dorf Tevershall - ein Dorf, das fast vor den Toren des Parks anfing und sich in lähmender, hoffnungsloser Häßlichkeit über eine lange, schauerliche Meile hinzog: Häuser, ganze Reihen erbärmlicher kleiner, schmutziger Backsteinhäuser mit schwarzen Schieferdächern, spitzwinklig und von einer eigensinnigen, trostlosen Düsterkeit.
Connie war an Kensington gewöhnt oder an die schottischen Berge oder an die Hochebenen von Sussex: das war ihr England. Mit dem Gleichmut der Jugend nahm sie nach einem flüchtigen Blick die schreckliche, seelenlose Häßlichkeit des kohle- und eisenproduzierenden Mittelenglands hin und ließ es bei dem bewenden, was es war: unglaubhaft und des Nachdenkens nicht wert. In den ziemlich trübseligen Zimmern auf Wragby hörte sie das Rasseln der Kohlensiebe an der Grube, das Ächzen der Förderwelle, das Scheppern rangierender Loren und das heisere kleine Pfeifen der Stollenlokomotiven. Die Tevershall-Halden brannten, brannten schon seit Jahren, und es würde Hunderttausende kosten, sie zu löschen. So ließ man sie brennen. Und wenn der Wind, wie oft, aufs Haus stand, dann war es voll vom Gestank, den dieser schweflige Brand der Erdexkremente verbreitete. Doch selbst an windstillen Tagen roch die Luft immer nach irgend etwas Unterirdischem: nach Schwefel, Kohle, Eisen oder einer Säure. Sogar auf den Christrosen setzten sich hartnäckig die Rußflocken fest - unfaßbar, wie schwarzes Manna aus Himmeln der Verdammnis.
Nun ja, so war es eben: dem Verderben anheimgegeben wie alles übrige. Es war schon grauenvoll, aber warum sich dagegen auflehnen? Man konnte es doch nicht ändern. Es ging immer so weiter. Das Leben und alles andere auch. An der niedrighängenden dunklen Wolkendecke brannten und zitterten des Nachts rote Kleckse, verfärbten sich, dehnten sich aus und zogen sich wieder zusammen, wie schmerzende Brandmale. Das waren die Hochöfen. Anfangs lösten sie in Connie einen faszinierenden Schauder aus; ihr war, als lebe sie unter der Erde. Dann gewöhnte sie sich daran. Und morgens regnete es.
Clifford behauptete, Wragby sei ihm lieber als London. Das Land habe einen grimmigen eigenen Willen und die Bevölkerung noch Mark in den Knochen. Connie hätte gern gewußt, was sie sonst noch hatte - Augen und eine Seele jedenfalls nicht. Die Menschen hier waren ausgemergelt, konturlos und öde wie der Landstrich, und ebenso unfreundlich. Nur lag in ihrem tiefkehligen, schlurfenden Dialekt und dem Hämmern ihrer groben Nagelstiefel, wenn sie von der Arbeit kamen und in Trupps über den Asphalt nach Hause trotteten, etwas Furchterregendes und fast Geheimnisvolles.
Es hatte keinen Willkomm für den jungen Landjunker gegeben, keinen festlichen Empfang, keine Abordnung, keine einzige Blume. Nur eine naßkalte Autofahrt einen dunklen, feuchten Weg hinauf, der sich unter düsteren Bäumen dem Parkhang entgegengrub, wo graue, nasse Schafe grasten, zur Hügelkuppe hinauf, wo das Haus seine dunkelbraune Fassade hinbreitete und die Haushälterin und ihr Mann wie unsichere Bewohner der Erdoberfläche warteten, um einen Willkommensgruß zu stammeln.
Zwischen Wragby Hall und Tevershall gab es nicht den geringsten Verkehr. Niemand griff grüßend an die Mütze, niemand machte einen Knicks. Die Grubenarbeiter glotzten nur; die Geschäftsleute nahmen vor Connie die Mütze ab, als sei sie eine Bekannte, und Clifford nickten sie verlegen zu: das war alles. Eine unüberbrückbare Kluft und eine stumme Ablehnung auf beiden Seiten. Anfangs litt Connie unter der ständig vom Dorf her sickernden Ablehnung. Dann verhärtete sie sich dagegen und empfand sie wie eine Art Anregungsmittel, wie etwas, gegen das sie anleben mußte. Nicht, daß sie und Clifford unbeliebt gewesen wären; sie gehörten nur einer vollkommen anderen Spezies von Menschen an als die Bergleute. Eine unüberbrückbare Kluft, eine unbeschreibbare Spaltung, wie es sie südlich des Trent gar nicht gibt. In den Midlands und im industriellen Norden aber - da bestand eine unüberbrückbare Kluft, über die es keinen Weg zur Verständigung gab. Bleib, wo du bist, und ich bleib, wo ich bin! Merkwürdiges Verleugnen des gemeinsamen Pulsschlags der Menschheit.
Theoretisch hatte das Dorf gar nichts gegen Clifford und Connie einzuwenden. In der Praxis aber galt auf beiden Seiten ein “Laß mich in Ruhe”.
Der Pfarrer war ein netter Mann von ungefähr sechzig Jahren, durchdrungen von seiner Aufgabe, jedoch durch das verbissene “Laß mich in Ruhe” des Dorfes
zu einem Niemand reduziert. Die Frauen der Grubenarbeiter waren nahezu alle Methodistinnen. Die Grubenarbeiter waren gar nichts. Allein der Umstand, daß der Geistliche eine Amtstracht trug, reichte aus, um die Tatsache zu verdunkeln, daß er ein Mensch war wie andere. Nein, er war “Mester Ashby”, so etwas wie ein automatisches Predigt- und Gebetunternehmen.
Erschienen am 19.04.2008 | Eine Folge aus der Reihe "Lady Chatterley"
David Herbert Lawrence schrieb obige erotische Geschichte. -
D. H. Lawrence versank in Depressionen. Er fing an zu reisen, um der Enge Englands zu entfliehen. Sein Englischprofessor in Nottingham, Ernest Weekley, hatte in Deutschland doziert, und Lawrence hoffte, Weekley könne ihm in Deutschland, seinem ersten Reiseziel, einen Job verschaffen. Als Lawrence deswegen Weekley besuchte, öffnete dessen Frau Frieda die Tür. Sie war Deutsche, jung und sehr schön. Lawrence verliebte sich sofort, schrieb Frieda glühende Liebesbriefe. Bald wurde Frieda seine Geliebte. Doch Lawrence wollte nicht im Hause seines Gönners als ständiger Ehebrecher verkehren. Er wollte Frieda heiraten.
Der Prozess um Lady Chatterley - Neun der Geschworenen waren Männer, drei Frauen, darunter eine Kindergärtnerin und eine Witwe mit vier Kindern. Der Staatsanwalt las in seiner Eröffnungsrede sämtliche "unanständigen Stellen" des Werks vor und zählte dabei die schlimmen Worte. Richter Byrde unterbrach die Aufzählung. Doch am nächsten Tag berichtete die Londoner Presse sämtliche Details, die Sexstellen der Geschichte wurden nachgedruckt - es gehörte zur erlaubten Gerichtsberichterstattung. 24 Zeugen wurden während der Verhandlung aufgerufen, um "Lady Chatterley" endgültig aus dem Verkehr zu ziehen.
Die Erotik-Reihe "Lady Chatterley" - alle bisherigen Folgen
Die ersten erotischen Geschichten der Reihe stehen in der Liste oben, neueste erotische Geschichten stehen unten.
001 - Früchte des Krieges002 - Tastende Liebelei mit 18 Jahren
003 - Gierig wie Hunde auf Sex
004 - Das erste geschlechtliche Erschauern des Körpers
005 - Die lächerlichen Behörden
006 - Diese plumpe Fickerei
008 - Der versehrte Mann
009 - Die Halbjungfrau
010 - Ihre Hüften waren zu fraulich ....
011 - Vater fordert verheiratete Tochter auf: “Nimm dir einen Geliebten”
012 - Ein Einkommen von fünfzigtausend Dollar
013 - Das furchtbare Verlangen in seinen glühenden Augen
014 - Ehebruch
015 - Connie verliebt sich
016 - Dieses unfertige, zarte Fleisch
017 - Sie spürte seine pulsierende Härte in sich
018 - Der Zusammenhang zwischen Pissen und Ficken
019 - Der Hunger nach dem Weibe
020 - Sexgespräche
021 - Sie fielen übereinander her ...
022 - Mein Penis ist schlapp und hebt nie den Kopf
023 - “Es ist alles so hoffnungslos keusch!”
024 - Das Kind des anderen
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Hörbuch: Die verbotenen Früchte der Wollust
Lilian Green ist die Neuentdeckung des Jahres für erotische Geschichten und Erzählungen. Sie ist in der Lage, auf schriftstellerisch hohem Niveau ein Fegefeuer der Lust abzubrennen. Ihre Geschichten wechseln spielend zwischen dem 17. Jahrhundert und der Moderne, zwischen Fantasy und Realität, zwischen Traum und Wirklichkeit, und doch zieht sich durch alle Geschichten ein roter Faden: ihre geradezu abgründige Lust am Besonderen. Details, Hörprobe, Download:
Verbotene Früchte der Wollust - Download
Oder als klassische Hörbuch-CD:
Verbotene Früchte der Wollust - CD
Prickelnde erotische Geschichte!
Eine schöne Frau. Zwei Männer kämpfen um sie. Zehn Jahre ist das her. Plötzlich taucht sie wieder auf: begehrenswerter als je zuvor ... "Das Klassentreffen" - Extraklasse erotische Geschichten hier lesen.
Die vollkommene Ehe
Während die Kunst (oben: Bordellszene von Degas) Erotik und Sex als Thema längst entdeckt hatte, trauten sich die Bürger im Alltag um 1900 kaum, über das Thema zu reden. Sex war Schmuddelkram. Mit der Folge, dass viele Paare unter Eheproblemen litten, ohne darüber zu sprechen. Bis Dr. Theodor Hendrik Van de Velde das erste Sexberatungsbuch der Literaturgeschichte schrieb. Es erschien 1926, und niemand hätte es dem seriösen Dr. Van de Velde zugetraut, ein derartig obszönes Werk zu verfassen, das unmittelbar bei Erscheinen zum Skandalon wurde. Van de Velde stand damals auf dem Höhepunkt seiner Karriere als Mediziner. Er war blond, das Haar an den Schläfen bereits leicht ergraut, die Stirn hoch und seine Augen blickten gütig und ernst. Er sprach ein Dutzend Sprachen und war Leiter der Frauenklinik in Haarlem. Mitarbeiter nannten ihn den "Grandseigneur der Medizin". Bis er das Buch "Die vollkommene Ehe" heraus brachte. Lange vor Kinsey redete Van de Velde darin Klartext über Sex und glückliche Beziehungen. Noch Jahrzehnte nach seinem Erscheinen sorgte das Werk für Gesprächsstoff. Van de Velde gab seine Leitungsposition in Haarlem ab und zog sich in die Schweiz zurück.