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009 - Die Halbjungfrau

Als Connies Vater Wragby einen flüchtigen Besuch abstattete, sagte er im Vertrauen zu seiner Tochter: “Cliffords Schreibereien sind ja ganz nett, aber es steckt nichts dahinter. Sie werden keinen Bestand haben!” Connie sah den stämmigen schottischen Ritter an, der sich sein Leben so gut eingerichtet hatte, und ihre Augen, ihre großen, noch immer verwunderten Augen trübten sich. Nichts dahinter! Was meinte er damit - nichts dahinter? Wenn die Rezensenten es lobten und Cliffords Name fast berühmt war und es sogar Geld einbrachte ..., was konnte der Vater dann meinen, wenn er sagte, bei Cliffords Schreibereien stecke nichts dahinter? Was sollte denn sonst noch sein?

Denn Connie hatte sich auf den Standpunkt der Jungen gestellt: was der Augenblick gab, war alles. Und die Augenblicke folgten aufeinander, ohne notwendig zueinander zu gehören.
Ihr zweiter Winter auf Wragby ging ins Land, als der Vater zu ihr sagte: “Ich hoffe, Connie, du paßt auf, daß die Umstände hier dich nicht zur demi-vierge machen.”

“Zur demi-vierge”, wiederholte Connie ungewiß. “Wieso? Wieso nicht?”

“Es sei denn, du magst das, natürlich”, setzte der Vater hastig hinzu. Clifford sagte er dasselbe, als die beiden Männer unter sich waren: “Ich fürchte, es paßt nicht ganz zu Connie, eine demi-vierge zu sein.”

“Eine Halb-Jungfrau!” Clifford übersetzte sich den Ausdruck, um sicherzugehen. Einen Augenblick lang überlegte er, dann wurde er dunkelrot. Er war zornig und gekränkt.
“In welcher Hinsicht paßt es nicht zu ihr?” fragte er förmlich.

“Sie wird mager ... eckig. Das steht ihr nicht. Sie ist nicht so ein Hering, so eine halbe Portion, sie ist eine feine schottische Forelle.”
“Ohne die Flecken natürlich”, sagte Clifford.

Er wollte später mit Connie über die Sache mit der demi-vierge sprechen, über ihren halbjungfräulichen Zustand. Aber er konnte es nicht über sich bringen. Er war ihr zu nahe und doch nicht nahe genug. Er war so sehr eins mit ihr, in seinem Geist und in ihrem; aber körperlich existierten sie nicht füreinander, und keiner von ihnen konnte es ertragen, wenn das corpus delicti erwähnt wurde. Sie waren so intim miteinander und doch ganz ohne Kontakt.

Connie jedoch erriet, daß ihr Vater etwas gesagt hatte und daß Clifford etwas in seinen Gedanken bewegte. Sie wußte, es war ihm einerlei, ob sie demi-vierge war oder demimonde, solange er es nicht mit absoluter Sicherheit wußte oder darauf hingewiesen wurde. Was das Auge nicht sieht und der Kopf nicht weiß, das existiert nicht.

Aus der Reihe "Lady Chatterley" 09.05.2008 Weiter lesen

imageDavid Herbert Lawrence schrieb obige erotische Geschichte. - D. H. Lawrence versank in Depressionen. Er fing an zu reisen, um der Enge Englands zu entfliehen. Sein Englischprofessor in Nottingham, Ernest Weekley, hatte in Deutschland doziert, und Lawrence hoffte, Weekley könne ihm in Deutschland, seinem ersten Reiseziel, einen Job verschaffen. Als Lawrence deswegen Weekley besuchte, öffnete dessen Frau Frieda die Tür. Sie war Deutsche, jung und sehr schön. Lawrence verliebte sich sofort, schrieb Frieda glühende Liebesbriefe. Bald wurde Frieda seine Geliebte. Doch Lawrence wollte nicht im Hause seines Gönners als ständiger Ehebrecher verkehren. Er wollte Frieda heiraten.

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Der Prozess um Lady Chatterley - Neun der Geschworenen waren Männer, drei Frauen, darunter eine Kindergärtnerin und eine Witwe mit vier Kindern. Der Staatsanwalt las in seiner Eröffnungsrede sämtliche "unanständigen Stellen" des Werks vor und zählte dabei die schlimmen Worte. Richter Byrde unterbrach die Aufzählung. Doch am nächsten Tag berichtete die Londoner Presse sämtliche Details, die Sexstellen der Geschichte wurden nachgedruckt - es gehörte zur erlaubten Gerichtsberichterstattung. 24 Zeugen wurden während der Verhandlung aufgerufen, um "Lady Chatterley" endgültig aus dem Verkehr zu ziehen.

erotische geschichten

Die Erotik-Reihe "Lady Chatterley" - alle bisherigen Folgen

Die erste Geschichte der Reihe stehen in der Liste oben, neueste Liebesgeschichten stehen unten.

001 - Früchte des Krieges
002 - Tastende Liebelei mit 18 Jahren
003 - Gierig wie Hunde auf Sex
004 - Das erste geschlechtliche Erschauern des Körpers
005 - Die lächerlichen Behörden
006 - Diese plumpe Fickerei
007 - Umzug nach Wragby
008 - Der versehrte Mann
010 - Ihre Hüften waren zu fraulich ....
011 - Vater fordert verheiratete Tochter auf: “Nimm dir einen Geliebten”
012 - Ein Einkommen von fünfzigtausend Dollar
013 - Das furchtbare Verlangen in seinen glühenden Augen
014 - Ehebruch
015 - Connie verliebt sich
016 - Dieses unfertige, zarte Fleisch
017 - Sie spürte seine pulsierende Härte in sich
018 - Der Zusammenhang zwischen Pissen und Ficken
019 - Der Hunger nach dem Weibe
020 - Sexgespräche
021 - Sie fielen übereinander her ...
022 - Mein Penis ist schlapp und hebt nie den Kopf
023 - “Es ist alles so hoffnungslos keusch!”
024 - Das Kind des anderen

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