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010 - Ihre Hüften waren zu fraulich ....

nnie und Clifford wohnten nun seit fast zwei Jahren auf Wragby, führten ihr verschwommenes Leben und gingen auf in Clifford und seiner Arbeit. Beider Interessen hatten nie aufgehört, in seinem Werk zusammenzufließen. Sie sprachen miteinander und kämpften sich durch die Wehen der Gestaltung und glaubten, daß etwas geschähe, etwas Wirkliches geschähe, etwas Wirkliches in der Leere.

Und insofern war es ein Leben in der Leere. Im übrigen war es Nichtdasein. Wragby war da, die Diener ... aber sie waren nur Phantome, existierten nicht wirklich. Connie machte Spaziergänge durch den Park und durch die Wälder, die an den Park grenzten, und genoß die Einsamkeit und das Geheimnis, stieß die braunen Blätter des Herbstes fort und pflückte die Schlüsselblumen des Frühlings. Aber alles war ein Traum; oder richtiger, es war wie das Scheinbild der Wirklichkeit. Die Eichenblätter waren für sie Eichenblätter, die in einem Spiegel rascheln, sie selber eine Gestalt, über die irgend jemand gelesen hatte, sie pflückte Schlüsselblumen, die nur Schatten waren oder Erinnerungen oder Worte.

Nichts hatte Substanz - weder sie noch irgend etwas ... keine Fühlung, keine Nähe. Nur dies Leben mit Clifford, dies endlose Spinnen von Geweben aus Worten und kleinen Einzelheiten des Bewußtseins - diese Geschichten, von denen Sir Malcolm gesagt hatte, daß nichts dahinterstecke und daß sie keinen Bestand haben würden. Warum sollte etwas dahinterstecken, warum sollten sie Bestand haben? Der Tag hat genug an seiner Mühsal. Der Augenblick hat genug am Schein der Wirklichkeit.

Clifford hatte ziemlich viele Freunde - eigentlich nur Bekannte - und lud sie nach Wragby ein. Er bat alle möglichen Leute zu sich, Rezensenten und Schriftsteller - Leute, die dazu dienen konnten, seine Bücher zu rühmen. Und sie fühlten sich geschmeichelt, daß sie eingeladen wurden, nach Wragby zu kommen, und sie rühmten. Connie durchschaute das alles sehr wohl. Aber warum nicht? Es gehörte zu den vergänglichen Bildern im Spiegel. Was war denn dabei? Sie war diesen Leuten - größtenteils Männern - eine gute Gastgeberin. Sie war auch Cliffords gelegentlich auftauchenden aristokratischen Verwandten eine gute Gastgeberin. Sie war ein zärtliches, rotwangiges, ländliches Mädchen, das zu Sommersprossen neigte, sie hatte große blaue Augen und braune Locken und eine weiche Stimme und ziemlich starke weibliche Hüften und wurde aus all diesen Gründen für ein wenig altmodisch und zu “fraulich” gehalten. Sie war nicht “so ein kleiner Hering”, war nicht wie ein Junge. Kurz, sie war zu weiblich, um wirklich “modern” zu sein.

Und so waren die Männer, besonders alle, die nicht mehr ganz jung waren, ausgesprochen reizend zu ihr. Aber da sie wußte, welche Qual es für den armen Clifford bedeutete, wenn er auch nur das leiseste Anzeichen eines Flirts verspürte, der von ihr ausging, ermutigte sie niemanden. Sie war still und zerstreut, sie hatte keinen Kontakt mit ihnen und wollte auch keinen haben. Clifford war über die Maßen stolz auf sich.

Seine Verwandten waren sehr freundlich zu ihr. Sie wußte, daß diese Freundlichkeit einem Mangel an Furcht entsprang und daß diese Menschen keine Achtung empfanden, wenn man sie nicht ein wenig einschüchterte. Aber auch mit ihnen hatte sie keinen Kontakt. Sie ließ ihnen ihre freundliche Geringschätzigkeit, ließ ihnen das Gefühl, daß es nicht nötig sei, auf der Lauer zu liegen. Es gab kein Band zwischen ihnen.

Die Zeit ging dahin. Was auch immer geschah - es geschah nichts, weil sie so angenehm jenseits allen Kontaktes war. Sie und Clifford lebten in gemeinsamen Gedanken und in seinen Büchern. Sie unterhielt sich ... es waren immer Menschen im Haus. Die Zeit lief ab wie eine Uhr: halb acht und nicht mehr halb sieben.

Aus der Reihe "Lady Chatterley" 28.05.2008 Weiter lesen

imageDavid Herbert Lawrence schrieb obige erotische Geschichte. - D. H. Lawrence versank in Depressionen. Er fing an zu reisen, um der Enge Englands zu entfliehen. Sein Englischprofessor in Nottingham, Ernest Weekley, hatte in Deutschland doziert, und Lawrence hoffte, Weekley könne ihm in Deutschland, seinem ersten Reiseziel, einen Job verschaffen. Als Lawrence deswegen Weekley besuchte, öffnete dessen Frau Frieda die Tür. Sie war Deutsche, jung und sehr schön. Lawrence verliebte sich sofort, schrieb Frieda glühende Liebesbriefe. Bald wurde Frieda seine Geliebte. Doch Lawrence wollte nicht im Hause seines Gönners als ständiger Ehebrecher verkehren. Er wollte Frieda heiraten.

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Der Prozess um Lady Chatterley - Neun der Geschworenen waren Männer, drei Frauen, darunter eine Kindergärtnerin und eine Witwe mit vier Kindern. Der Staatsanwalt las in seiner Eröffnungsrede sämtliche "unanständigen Stellen" des Werks vor und zählte dabei die schlimmen Worte. Richter Byrde unterbrach die Aufzählung. Doch am nächsten Tag berichtete die Londoner Presse sämtliche Details, die Sexstellen der Geschichte wurden nachgedruckt - es gehörte zur erlaubten Gerichtsberichterstattung. 24 Zeugen wurden während der Verhandlung aufgerufen, um "Lady Chatterley" endgültig aus dem Verkehr zu ziehen.

erotische geschichten

Die Erotik-Reihe "Lady Chatterley" - alle bisherigen Folgen

Die erste Geschichte der Reihe stehen in der Liste oben, neueste Liebesgeschichten stehen unten.

001 - Früchte des Krieges
002 - Tastende Liebelei mit 18 Jahren
003 - Gierig wie Hunde auf Sex
004 - Das erste geschlechtliche Erschauern des Körpers
005 - Die lächerlichen Behörden
006 - Diese plumpe Fickerei
007 - Umzug nach Wragby
008 - Der versehrte Mann
009 - Die Halbjungfrau
011 - Vater fordert verheiratete Tochter auf: “Nimm dir einen Geliebten”
012 - Ein Einkommen von fünfzigtausend Dollar
013 - Das furchtbare Verlangen in seinen glühenden Augen
014 - Ehebruch
015 - Connie verliebt sich
016 - Dieses unfertige, zarte Fleisch
017 - Sie spürte seine pulsierende Härte in sich
018 - Der Zusammenhang zwischen Pissen und Ficken
019 - Der Hunger nach dem Weibe
020 - Sexgespräche
021 - Sie fielen übereinander her ...
022 - Mein Penis ist schlapp und hebt nie den Kopf
023 - “Es ist alles so hoffnungslos keusch!”
024 - Das Kind des anderen

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