Krimis, Thriller und Liebesgeschichten - kostenlos als eBook downloaden.
Startseite

011 - Vater fordert verheiratete Tochter auf: “Nimm dir einen Geliebten”

Allmählich wurde sich Connie einer zunehmenden Unrast bewußt. Ihre Beziehungslosigkeit war die Quelle einer Unruhe, die sich wie ein Wahnsinn ihrer bemächtigte. Es zuckte in ihren Gliedern, wenn sie nicht wollte, daß es in ihnen zuckte; es riß sie hoch, wenn sie nicht wollte, daß es sie hochriß, sondern wenn sie lieber still dagesessen hätte. Es durchschauerte ihren Leib, ihren Schoß, bis sie meinte, ins Wasser springen zu müssen und zu schwimmen, um diesem “Es” zu entkommen. Eine wahnwitzige Ruhelosigkeit. Ihr Herz schlug wild, ohne Grund. Und sie wurde dünner.

Es war nur die Ruhelosigkeit. Sie rannte dann in den Park hinaus, ließ Clifford allein, warf sich flach ins Farnkraut. Weg vom Haus ... sie mußte weg vom Haus und von allen. Der Wald war ihre einzige Zuflucht, ihre Freistatt.

Doch er war keine wirkliche Zuflucht für sie, keine Freistatt, denn sie hatte keine Beziehung zu ihm. Er war nur ein Ort, wo sie sicher war vor allem andern. Nie rührte sie wirklich an die Seele des Waldes ... wenn er überhaupt etwas so Unsinniges besaß.

Undeutlich wußte sie, daß sie allmählich verfiel. Undeutlich wußte sie, daß sie ohne jede Bindung war, daß sie jede Beziehung zur wirklichen, lebendigen Welt verloren hatte. Nur Clifford und seine Bücher, die keinen Bestand hatten ... hinter denen nichts steckte! Leere zu Leere. Undeutlich wußte sie das. Aber es war, als schlüge sie mit dem Kopf gegen eine Wand.

Der Vater warnte sie wieder: “Warum legst du dir keinen jungen Mann zu, Connie? Das ist das einzig Richtige für dich.”

In diesem Winter kam Michaelis auf ein paar Tage zu Besuch. Er war ein junger Ire, der mit seinen Stücken in Amerika ein beträchtliches Vermögen eingeheimst hatte. Eine Zeitlang war er von der smarten Londoner Gesellschaft überschwenglich gefeiert worden, denn er verfaßte smarte Gesellschaftsstücke. Dann ging der smarten Gesellschaft nach und nach auf, daß sie von einem lausigen Dubliner Gassenjungen lächerlich gemacht worden war, und der Wind drehte sich. Michaelis wurde zum Inbegriff all dessen, was schmutzig und plebejisch war. Er wurde als anti-englisch entlarvt, und in den Augen der Gesellschaftsklasse, die diese Entdeckung machte, war das schlimmer als das niederträchtigste Verbrechen. Er wurde verurteilt und seine Leiche in die Mülltonne geworfen.

Dessenungeachtet hatte Michaelis seine Apartment-Wohnung in Mayfair und erging sich auf der Bond Street - jeder Zoll ein Gentleman: man kann nämlich auch die besten Schneider nicht dazu kriegen, von der Gesellschaft boykottierte Kunden zu ignorieren, wenn diese Kunden zahlen.

Clifford lud den jungen, dreißigjährigen Mann in einem Augenblick ein, der für die weitere Karriere dieses jungen Mannes wenig Gutes verhieß. Doch das hinderte Clifford nicht. Michaelis hatte vermutlich Zugang zu ein paar Millionen Menschen; er war ein hoffnungsloser Außenseiter und würde es zweifellos zu schätzen wissen, zu diesem Zeitpunkt nach Wragby eingeladen zu werden, da die übrige große Welt ihn schnitt. Er würde dankbar sein und Clifford aus Dankbarkeit drüben in Amerika ohne Zweifel “gut” tun. Ruhm! Man erwirbt sich eine Menge Ruhm - was immer das sein mag -, wenn man in der richtigen Weise über sich reden läßt, besonders “dort drüben”. Clifford war im Kommen. Und es war beachtlich, was für einen sicheren Propaganda-Instinkt er hatte. Michaelis porträtierte ihn schließlich aufs nobelste in einem Stück, und Clifford wurde so etwas wie ein volkstümlicher Held. Bis dann der Rückschlag kam, als er merkte, daß er lächerlich gemacht worden war.

Connie wunderte sich ein bißchen über Cliffords blinden, anmaßenden Trieb, bekannt zu werden: bekannt zu werden in der unermeßlichen, amorphen Welt, die er selbst gar nicht kannte und die ihm Unbehagen und Angst einflößte; bekannt zu werden als ein Schriftsteller, als ein erstklassiger moderner Schriftsteller. Connie wußte vom alten, erfolgreichen, kernigen, verschmitzten Sir Malcolm, daß Künstler Reklame für sich machen und sich mühen, ihre Ware an den Mann zu bringen. Aber ihr Vater bediente sich dabei schon ausgetretener Wege - Wege, die auch von den anderen Mitgliedern der Königlichen Akademie begangen wurden, wenn sie ihre Bilder verkaufen wollten. Clifford dagegen entdeckte neue Wege der Propaganda - die verschiedensten. Er lud alle möglichen Leute zu sich nach Wragby ein, ohne daß er sich eigentlich etwas dabei vergeben hätte. Er war entschlossen, sich rasch ein Monument an Reputation zu errichten, und verwendete jedes verfügbare Steinchen zum Bau.

Michaelis kam pünktlich an, in einem sehr respektablen Wagen, mit Chauffeur und Diener. Er war ganz Bond Street! Aber bei seinem Anblick wich in Cliffords ländlichem Gemüt irgend etwas zurück. Er war nicht so recht ... nicht so recht ... also, er war überhaupt nicht ... nun, das, worauf er mit seinem Äußeren abzielte. Für Clifford war das entscheidend und genug. Doch er war sehr höflich zu dem Mann, zu seinem erstaunlichen Erfolg. Die Hundsgöttin Erfolg - so nennt man sie - strich knurrend und schützend um die Beine des halb ergebenen, halb auftrumpfenden Michaelis und schüchterte Clifford vollkommen ein: denn er wollte sich der Hundsgöttin Erfolg liebend gern selber anbieten, wenn sie ihn nur nähme.

Aus der Reihe "Lady Chatterley" 07.06.2008 Weiter lesen

imageDavid Herbert Lawrence schrieb obige erotische Geschichte. - D. H. Lawrence versank in Depressionen. Er fing an zu reisen, um der Enge Englands zu entfliehen. Sein Englischprofessor in Nottingham, Ernest Weekley, hatte in Deutschland doziert, und Lawrence hoffte, Weekley könne ihm in Deutschland, seinem ersten Reiseziel, einen Job verschaffen. Als Lawrence deswegen Weekley besuchte, öffnete dessen Frau Frieda die Tür. Sie war Deutsche, jung und sehr schön. Lawrence verliebte sich sofort, schrieb Frieda glühende Liebesbriefe. Bald wurde Frieda seine Geliebte. Doch Lawrence wollte nicht im Hause seines Gönners als ständiger Ehebrecher verkehren. Er wollte Frieda heiraten.

image

Der Prozess um Lady Chatterley - Neun der Geschworenen waren Männer, drei Frauen, darunter eine Kindergärtnerin und eine Witwe mit vier Kindern. Der Staatsanwalt las in seiner Eröffnungsrede sämtliche "unanständigen Stellen" des Werks vor und zählte dabei die schlimmen Worte. Richter Byrde unterbrach die Aufzählung. Doch am nächsten Tag berichtete die Londoner Presse sämtliche Details, die Sexstellen der Geschichte wurden nachgedruckt - es gehörte zur erlaubten Gerichtsberichterstattung. 24 Zeugen wurden während der Verhandlung aufgerufen, um "Lady Chatterley" endgültig aus dem Verkehr zu ziehen.

erotische geschichten

Die Erotik-Reihe "Lady Chatterley" - alle bisherigen Folgen

Die erste Geschichte der Reihe stehen in der Liste oben, neueste Liebesgeschichten stehen unten.

001 - Früchte des Krieges
002 - Tastende Liebelei mit 18 Jahren
003 - Gierig wie Hunde auf Sex
004 - Das erste geschlechtliche Erschauern des Körpers
005 - Die lächerlichen Behörden
006 - Diese plumpe Fickerei
007 - Umzug nach Wragby
008 - Der versehrte Mann
009 - Die Halbjungfrau
010 - Ihre Hüften waren zu fraulich ....
012 - Ein Einkommen von fünfzigtausend Dollar
013 - Das furchtbare Verlangen in seinen glühenden Augen
014 - Ehebruch
015 - Connie verliebt sich
016 - Dieses unfertige, zarte Fleisch
017 - Sie spürte seine pulsierende Härte in sich
018 - Der Zusammenhang zwischen Pissen und Ficken
019 - Der Hunger nach dem Weibe
020 - Sexgespräche
021 - Sie fielen übereinander her ...
022 - Mein Penis ist schlapp und hebt nie den Kopf
023 - “Es ist alles so hoffnungslos keusch!”
024 - Das Kind des anderen

Startseite

Kontakt © 2007–2017