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015 - Connie verliebt sich

“Ich glaube nicht, daß ich diesen jungen Mann ertragen kann”, sagte Clifford beim Lunch.

“Warum nicht?” fragte Connie.

“Er ist so ein Ehrgeizling unter seinem schönen Anstrich ... wartet nur darauf, uns auszustechen.”

“Ich glaube, man hat ihn ziemlich schlecht behandelt”, entgegnete Connie.

“Wundert dich das? Und glaubst du etwa, er setzt seine goldenen Stunden daran, Werke der Güte zu vollbringen?”

“Ich finde, er hat einen gewissen Großmut.”

“Gegen wen?”

“Ich weiß nicht genau.”

“Natürlich nicht. Ich fürchte, du hältst Skrupellosigkeit für Großmut!”

Connie schwieg. Hatte er recht? Es war gut möglich. Doch die Skrupellosigkeit von Michaelis hatte einen gewissen Reiz für sie. Er legte weite Strecken zurück, wo Clifford nur ein paar schüchterne Schritte machte. Auf seine Weise hatte er die Welt bezwungen - und das war es, was Clifford wollte. Mittel und Wege ...? Waren die von Michaelis verächtlicher als die Cliffords? War die Art, wie der arme Außenseiter sich seinen Pfad getrampelt und gehauen hatte - nur auf sich selbst gestellt und auf Hintertüren angewiesen -, nichtswürdiger als Cliffords Methode, der sich durch Selbstpropaganda zum Ruhm aufschwingen wollte?

Die Hundsgöttin Erfolg wurde von Tausenden hechelnder Hunde mit triefenden Mäulern verfolgt. Wer sie als erster einholte war der wahre Hund unter den Hunden, wenn man nach dem Erfolg gehen will. Michaelis konnte also den Kopf hoch tragen.

Das Merkwürdige war: er tat es nicht. Zur Teestunde kam er zurück, mit einem Arm voll Veilchen und Lilien und der gewohnten Arme-Sünder-Miene. Connie überlegte sich zuweilen, ob das vielleicht so etwas wie eine Maske sei, um jeglichen Widerstand von vornherein zu entwaffnen - so aufgesetzt wirkte dies Gesicht. Oder war er tatsächlich so ein armer Hund?

Diesen Arme-Hunde-Ausdruck eines selbstzerstörerischen Wesens behielt er den ganzen Abend bei, wenn Clifford auch darunter die eigentliche Unverschämtheit spürte. Connie spürte sie nicht - vielleicht, weil sie nicht gegen Frauen gerichtet war, sondern nur gegen Männer, gegen ihre Anmaßungen und Überheblichkeiten. Die unausrottbare, tiefe Unverschämtheit dieses hageren Burschen - das war es, was die Männer so aufbrachte gegen Michaelis. Allein seine Anwesenheit war eine Herausforderung für einen Mann der Gesellschaft, wie sehr Michaelis sie auch in angenommene gute Manieren kleiden konnte.

Connie war verliebt in ihn, aber sie brachte es fertig, mit ihrer Stickarbeit dazusitzen, die Männer reden zu lassen und sich nicht zu verraten. Michaelis benahm sich vollendet: er blieb derselbe melancholische, höfliche, abgekapselte junge Mann vom Abend vorher. Er war von seinen Gastgebern unvorstellbar weit entfernt, wortkarg ging er auf sie ein, so wie sie es wollten, doch keinen Augenblick trat er aus sich heraus. Connie dachte, er müsse den Morgen vergessen haben. Aber er hatte ihn nicht vergessen. Er wußte nur, wo er stand ... draußen, auf dem nämlichen Platz - da, wo die geborenen Außenseiter stehen. Im Grunde bedeutete ihm körperliche Liebe nicht viel. Er wußte, sie würde aus ihm, einem herrenlosen Hund, den jeder um sein goldenes Halsband beneidet, keinen netten Gesellschaftshund machen.

Aus der Reihe "Lady Chatterley" 02.09.2008 Weiter lesen

imageDavid Herbert Lawrence schrieb obige erotische Geschichte. - D. H. Lawrence versank in Depressionen. Er fing an zu reisen, um der Enge Englands zu entfliehen. Sein Englischprofessor in Nottingham, Ernest Weekley, hatte in Deutschland doziert, und Lawrence hoffte, Weekley könne ihm in Deutschland, seinem ersten Reiseziel, einen Job verschaffen. Als Lawrence deswegen Weekley besuchte, öffnete dessen Frau Frieda die Tür. Sie war Deutsche, jung und sehr schön. Lawrence verliebte sich sofort, schrieb Frieda glühende Liebesbriefe. Bald wurde Frieda seine Geliebte. Doch Lawrence wollte nicht im Hause seines Gönners als ständiger Ehebrecher verkehren. Er wollte Frieda heiraten.

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Der Prozess um Lady Chatterley - Neun der Geschworenen waren Männer, drei Frauen, darunter eine Kindergärtnerin und eine Witwe mit vier Kindern. Der Staatsanwalt las in seiner Eröffnungsrede sämtliche "unanständigen Stellen" des Werks vor und zählte dabei die schlimmen Worte. Richter Byrde unterbrach die Aufzählung. Doch am nächsten Tag berichtete die Londoner Presse sämtliche Details, die Sexstellen der Geschichte wurden nachgedruckt - es gehörte zur erlaubten Gerichtsberichterstattung. 24 Zeugen wurden während der Verhandlung aufgerufen, um "Lady Chatterley" endgültig aus dem Verkehr zu ziehen.

erotische geschichten

Die Erotik-Reihe "Lady Chatterley" - alle bisherigen Folgen

Die erste Geschichte der Reihe stehen in der Liste oben, neueste Liebesgeschichten stehen unten.

001 - Früchte des Krieges
002 - Tastende Liebelei mit 18 Jahren
003 - Gierig wie Hunde auf Sex
004 - Das erste geschlechtliche Erschauern des Körpers
005 - Die lächerlichen Behörden
006 - Diese plumpe Fickerei
007 - Umzug nach Wragby
008 - Der versehrte Mann
009 - Die Halbjungfrau
010 - Ihre Hüften waren zu fraulich ....
011 - Vater fordert verheiratete Tochter auf: “Nimm dir einen Geliebten”
012 - Ein Einkommen von fünfzigtausend Dollar
013 - Das furchtbare Verlangen in seinen glühenden Augen
014 - Ehebruch
016 - Dieses unfertige, zarte Fleisch
017 - Sie spürte seine pulsierende Härte in sich
018 - Der Zusammenhang zwischen Pissen und Ficken
019 - Der Hunger nach dem Weibe
020 - Sexgespräche
021 - Sie fielen übereinander her ...
022 - Mein Penis ist schlapp und hebt nie den Kopf
023 - “Es ist alles so hoffnungslos keusch!”
024 - Das Kind des anderen

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