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016 - Dieses unfertige, zarte Fleisch

Entscheidend blieb, daß er auf dem Grund seiner Seele wirklich ein Außenseiter, daß er wirklich antisozial war und diese Tatsache innerlich hinnahm, einerlei, wie sehr er nach außen hin auch nach Bond Street aussah. Seine Isolation war eine Lebensnotwendigkeit für ihn; ebenso, wie der Anschein der Zugehörigkeit zur vornehmen Welt eine Lebensnotwendigkeit war.

Aber gelegentliche Liebe, als Trost und Linderung, war durchaus etwas Gutes, und er war nicht undankbar. Im Gegenteil: er war verzehrend, glühend dankbar für ein bißchen natürliche, spontane Güte - fast bis zu Tränen dankbar. Unter seiner blassen, unbeweglichen, desillusionierten Oberfläche schluchzte seine Kinderseele voll Dankbarkeit der Frau entgegen, und er brannte darauf, wieder zu ihr zu kommen; und in seinem Innern, in seiner Ausgestoßenenseele, wußte er, daß er ganz frei bleiben würde von ihr.

Als sie in der Halle die Kerzen anzündeten, fand er Gelegenheit, mit ihr zu sprechen: “Kann ich kommen?”

“Ich komme zu Ihnen”, sagte sie.

“Oh, gut!”

Er wartete sehr lange auf sie ... aber sie kam.

Er gehörte zu den bebenden, erregten Liebhabern, deren Höhepunkt schnell erreicht und vorüber ist. Er hatte etwas merkwürdig Kindliches und Schutzloses. Sein ganzer Schutz lag in seinem Verstand und in seiner Gerissenheit, in seinem Instinkt für Gerissenheit, und wenn er damit nicht recht durchkam, schien er doppelt nackt zu sein und wie ein Kind von unfertigem, zartem Fleisch und hilflos zappelnd.

Er entfachte in der Frau wildes Mitleid und Sehnsucht und eine rasende, verzehrende, körperliche Gier. Diese körperliche Gier befriedigte er nicht. Er kam immer sofort und war schnell fertig, kuschelte sich an ihrer Brust zusammen und gewann sich seine Unverschämtheit zurück, und sie lag da, benommen, enttäuscht, verloren.

Doch bald lernte sie, ihn zu halten, bei sich zu halten, auch wenn sein Höhepunkt vorüber war. Und da plötzlich war er großmütig und seltsam potent; er blieb fest in ihr, ihr hingegeben, und sie war tätig - wild, leidenschaftlich tätig, bis sie zu ihrem Höhepunkt kam. Und wenn er die Wildheit spürte, mit der sie sich ihrem Orgasmus näherte, ihrer Befriedigung an seiner harten, aufgerichteten Passivität, durchströmte ihn ein sonderbares Gefühl des Stolzes und der Genugtuung.

“Oh, wie gut!” flüsterte sie bebend und wurde ganz still und klammerte sich an ihn. Und er lag da in seiner Abgeschlossenheit, aber irgendwie stolzerfüllt.

Aus der Reihe "Lady Chatterley" 12.10.2008 Weiter lesen

imageDavid Herbert Lawrence schrieb obige erotische Geschichte. - D. H. Lawrence versank in Depressionen. Er fing an zu reisen, um der Enge Englands zu entfliehen. Sein Englischprofessor in Nottingham, Ernest Weekley, hatte in Deutschland doziert, und Lawrence hoffte, Weekley könne ihm in Deutschland, seinem ersten Reiseziel, einen Job verschaffen. Als Lawrence deswegen Weekley besuchte, öffnete dessen Frau Frieda die Tür. Sie war Deutsche, jung und sehr schön. Lawrence verliebte sich sofort, schrieb Frieda glühende Liebesbriefe. Bald wurde Frieda seine Geliebte. Doch Lawrence wollte nicht im Hause seines Gönners als ständiger Ehebrecher verkehren. Er wollte Frieda heiraten.

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Der Prozess um Lady Chatterley - Neun der Geschworenen waren Männer, drei Frauen, darunter eine Kindergärtnerin und eine Witwe mit vier Kindern. Der Staatsanwalt las in seiner Eröffnungsrede sämtliche "unanständigen Stellen" des Werks vor und zählte dabei die schlimmen Worte. Richter Byrde unterbrach die Aufzählung. Doch am nächsten Tag berichtete die Londoner Presse sämtliche Details, die Sexstellen der Geschichte wurden nachgedruckt - es gehörte zur erlaubten Gerichtsberichterstattung. 24 Zeugen wurden während der Verhandlung aufgerufen, um "Lady Chatterley" endgültig aus dem Verkehr zu ziehen.

erotische geschichten

Die Erotik-Reihe "Lady Chatterley" - alle bisherigen Folgen

Die erste Geschichte der Reihe stehen in der Liste oben, neueste Liebesgeschichten stehen unten.

001 - Früchte des Krieges
002 - Tastende Liebelei mit 18 Jahren
003 - Gierig wie Hunde auf Sex
004 - Das erste geschlechtliche Erschauern des Körpers
005 - Die lächerlichen Behörden
006 - Diese plumpe Fickerei
007 - Umzug nach Wragby
008 - Der versehrte Mann
009 - Die Halbjungfrau
010 - Ihre Hüften waren zu fraulich ....
011 - Vater fordert verheiratete Tochter auf: “Nimm dir einen Geliebten”
012 - Ein Einkommen von fünfzigtausend Dollar
013 - Das furchtbare Verlangen in seinen glühenden Augen
014 - Ehebruch
015 - Connie verliebt sich
017 - Sie spürte seine pulsierende Härte in sich
018 - Der Zusammenhang zwischen Pissen und Ficken
019 - Der Hunger nach dem Weibe
020 - Sexgespräche
021 - Sie fielen übereinander her ...
022 - Mein Penis ist schlapp und hebt nie den Kopf
023 - “Es ist alles so hoffnungslos keusch!”
024 - Das Kind des anderen

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