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020 - Sexgespräche

Clifford gab bei solchen Gelegenheiten selten etwas von sich. Er konnte nie mithalten; sein Denken war nicht vital genug, aber er war zu verwirrt, zu leicht erregbar. Jetzt wurde er rot und sah verlegen auf.

“Da ich selber ja hors de combat bin”, erwiderte er, “wüßte ich nicht, was ich zu diesem Thema beitragen könnte.”

“Durchaus nicht”, sagte Dukes, “oben bist du keineswegs hors de combat. Dein geistiges Leben ist unbeschädigt und intakt. Laß uns also deine Meinung hören.”

“Also dann”, stotterte Clifford, “aber auch trotzdem habe ich, glaube ich, keine besondere Meinung ... Heiraten-und-damit-hat-es-sich drückt wahrscheinlich am besten aus, was ich meine. Obwohl das zwischen einem Mann und einer Frau, die sich mögen, eine große Sache ist.”

“Was für eine große Sache?” fragte Tommy.

“Oh ... es macht die Vertrautheit größer”, antwortete Clifford, verlegen wie eine Frau bei solch einem Gespräch.

“Also, Charlie und ich glauben, daß Sexualität eine Art Verständigungsmittel ist - wie die Sprache. Laß irgendeine Frau eine sexuelle Verständigung mit mir anfangen, und es ist ganz natürlich für mich, daß ich mit ihr ins Bett gehe, um die Sache zu Ende zu führen - alles, wenn es an der Zeit ist. Unglücklicherweise macht mir keine Frau irgendwelche Avancen in dieser Richtung, und so gehe ich allein ins Bett; und ich bin deshalb nicht schlechter dran ... So hoffe ich wenigstens, denn wie kann ich es wissen? Jedenfalls habe ich keine Gestirnsberechnungen zu machen, die gestört werden könnten, und keine unsterblichen Werke zu verfassen. Ich bin lediglich ein armer Hund, der sich beim Militär herumdrückt ...”

Ein Schweigen entstand. Die vier Männer rauchten.

Und Connie saß da und brachte ihre Näharbeit um einen weiteren Stich voran ... Ja, sie saß da! Sie hatte stumm dazusitzen. Sie hatte still zu sein wie eine Maus und die hochbedeutenden Betrachtungen dieser hochgeistigen Herren nicht zu stören. Aber sie hatte dazusein. Ohne sie kamen sie nicht so recht in Fahrt; ihre Gedanken strömten dann nicht so ungehemmt. Wenn Connie nicht da war, wurde Clifford viel kratzbürstiger und nervöser, bekam viel schneller kalte Füße, und die Unterhaltung geriet nicht in Fluß. Tommy Dukes schnitt am besten ab; er wurde von ihrer Gegenwart ein wenig inspiriert. Hammond gefiel ihr irgendwie nicht; er war so selbstsüchtig auf eine geistige Art. Und Charlie May - einiges an ihm hatte sie ganz gern, aber er war ein wenig unappetitlich und schmierig, trotz seiner Sterne.

Wie viele Abende hatte Connie so dagesessen und den Offenbarungen dieser vier Männer gelauscht! Dieser vier und ein oder zwei anderer. Daß sie niemals zu irgendwelchen Schlüssen zu gelangen schienen, machte ihr weiter keine Sorgen. Sie hatte es gern, sie reden zu hören, was sie zu reden hatten - besonders, wenn Tommy da war. Es war komisch. Statt daß die Männer einen küßten und einen berührten, enthüllten sie einem ihren Geist. Es war sehr komisch! Aber was für kalte Geister!

Und dann war es auch ein wenig aufreizend. Sie hatte mehr Achtung für Michaelis, über dessen Namen sie alle einen so vernichtenden Spott gossen - eine hochgekommene kleine Promenadenmischung und ein ungebildeter Ehrgeizling von der schlimmsten Sorte. Promenadenmischung und Ehrgeizling oder nicht, er traf eigene Entscheidungen. Er ging nicht mit tausend Worten drum herum und trug nicht ein Leben im Geist zur Schau.

Connie gefiel das geistige Leben recht gut, es erregte sie. Aber sie dachte, daß es sich selbst ein wenig zu wichtig nahm. Sie hatte es gern, dort zu sitzen, eingehüllt in den Tabakrauch dieser berühmten Kumpanenabende, wie sie sie im stillen nannte. Es amüsierte sie höchstlich und machte sie auch stolz, daß sie noch nicht einmal ihre Unterhaltungen ohne ihre schweigende Anwesenheit führen konnten. Sie hatte einen ungeheuren Respekt vor dem Denken - und diese Männer versuchten wenigstens, ernsthaft zu denken. Aber dennoch: irgendwo saß der Hase zwar, aber er wollte nicht laufen. Alle, wie sie dasaßen, sprachen über etwas, doch was es war, das konnte sie ums Leben nicht sagen. Auch Mick konnte es nicht erklären.

Aber Mick wollte schließlich überhaupt nichts anderes, als durchs Leben kommen und anderen Leuten ebensoviel auswischen wie sie ihm. Er war wirklich antisozial, und das verziehen Clifford und seine Kumpane ihm nicht. Clifford und seine Kumpane waren nicht antisozial; sie hatten sich mehr oder weniger zum Vorsatz genommen, die Menschheit zu retten oder doch wenigstens zu unterweisen.

Am Sonntagabend gab es ein grandioses Gespräch, als die Unterhaltung wieder aufs Thema Liebe zutrieb.

Aus der Reihe "Lady Chatterley" 14.01.2009 Weiter lesen

imageDavid Herbert Lawrence schrieb obige erotische Geschichte. - D. H. Lawrence versank in Depressionen. Er fing an zu reisen, um der Enge Englands zu entfliehen. Sein Englischprofessor in Nottingham, Ernest Weekley, hatte in Deutschland doziert, und Lawrence hoffte, Weekley könne ihm in Deutschland, seinem ersten Reiseziel, einen Job verschaffen. Als Lawrence deswegen Weekley besuchte, öffnete dessen Frau Frieda die Tür. Sie war Deutsche, jung und sehr schön. Lawrence verliebte sich sofort, schrieb Frieda glühende Liebesbriefe. Bald wurde Frieda seine Geliebte. Doch Lawrence wollte nicht im Hause seines Gönners als ständiger Ehebrecher verkehren. Er wollte Frieda heiraten.

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Der Prozess um Lady Chatterley - Neun der Geschworenen waren Männer, drei Frauen, darunter eine Kindergärtnerin und eine Witwe mit vier Kindern. Der Staatsanwalt las in seiner Eröffnungsrede sämtliche "unanständigen Stellen" des Werks vor und zählte dabei die schlimmen Worte. Richter Byrde unterbrach die Aufzählung. Doch am nächsten Tag berichtete die Londoner Presse sämtliche Details, die Sexstellen der Geschichte wurden nachgedruckt - es gehörte zur erlaubten Gerichtsberichterstattung. 24 Zeugen wurden während der Verhandlung aufgerufen, um "Lady Chatterley" endgültig aus dem Verkehr zu ziehen.

erotische geschichten

Die Erotik-Reihe "Lady Chatterley" - alle bisherigen Folgen

Die erste Geschichte der Reihe stehen in der Liste oben, neueste Liebesgeschichten stehen unten.

001 - Früchte des Krieges
002 - Tastende Liebelei mit 18 Jahren
003 - Gierig wie Hunde auf Sex
004 - Das erste geschlechtliche Erschauern des Körpers
005 - Die lächerlichen Behörden
006 - Diese plumpe Fickerei
007 - Umzug nach Wragby
008 - Der versehrte Mann
009 - Die Halbjungfrau
010 - Ihre Hüften waren zu fraulich ....
011 - Vater fordert verheiratete Tochter auf: “Nimm dir einen Geliebten”
012 - Ein Einkommen von fünfzigtausend Dollar
013 - Das furchtbare Verlangen in seinen glühenden Augen
014 - Ehebruch
015 - Connie verliebt sich
016 - Dieses unfertige, zarte Fleisch
017 - Sie spürte seine pulsierende Härte in sich
018 - Der Zusammenhang zwischen Pissen und Ficken
019 - Der Hunger nach dem Weibe
021 - Sie fielen übereinander her ...
022 - Mein Penis ist schlapp und hebt nie den Kopf
023 - “Es ist alles so hoffnungslos keusch!”
024 - Das Kind des anderen

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