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021 - Sie fielen übereinander her ...

“Gesegnet sei das Band, das unsere Herzen bindet in Eintracht ... oder so ähnlich”, sagte Tommy Dukes. “Ich möchte gern wissen, was für ein Band das ist ... Das Band, das uns jetzt verbindet, ist die geistige Reibung. Und davon abgesehen gibt es verdammt wenig Bande zwischen uns. Wir fallen übereinander her und werfen uns gegenseitig Gehässigkeiten an den Kopf wie alle verdammten Intellektuellen in der Welt. Wie verdammt jeder; denn sie tun’s alle. Wir sind alle gegeneinander, verbergen aber die Gehässigkeit, die wir empfinden, hinter zuckersüßer Falschheit. Es ist merkwürdig, daß das geistige Leben so gedeiht - so, mit den Wurzeln in Gehässigkeit, in unbeschreiblicher, bodenloser Gehässigkeit. Schon immer war es so. Seht euch Sokrates in Platons Schriften an und den Kreis um ihn! Überall die schiere Gehässigkeit, die schiere Freude, einen anderen in Stücke zu reißen ... Protagoras oder wen immer es da gab! Und Alkibiades und all die anderen kleinen Schülerhunde, die sich an der Hetze beteiligten! Ich muß sagen, das bringt einem Buddha näher, der geruhsam unter einem Bo-Baum saß, oder Jesus, der seinen Jüngern kleine Sonntagsgeschichten erzählte - friedlich und ohne irgendwelches geistiges Feuerwerk. Nein, irgend etwas am geistigen Leben stimmt nicht, schon von der Wurzel her nicht. Es wurzelt in Bosheit und Neid, Neid und Bosheit. An seinen Früchten sollt ihr den Baum erkennen!”

“Ich bin nicht der Meinung, daß wir so gehässig sind”, protestierte Clifford.

“Mein lieber Clifford, denk doch an die Art und Weise, wie wir uns gegenseitig durchhecheln, jeden von uns. Ich selber bin sogar schlimmer als die anderen. Weil ich die spontane Bosheit der ausgetüftelten Süßholzraspelei bei weitem vorziehe. Das ist nämlich Gift. Wenn ich loslegte, was für ein feiner Kerl Clifford ist, und so weiter, und so weiter, dann wäre der arme Clifford zu bedauern. Sagt um Gottes willen alle gehässige Sachen über mich, dann weiß ich wenigstens, daß ich euch etwas bedeute. Raspelt kein Süßholz, oder es ist aus mit mir!”
“Oh, aber ich glaube ernsthaft, daß wir uns mögen”, sagte Hammond.

“Ich sage dir, wir müssen ... Wir reden alle gehässiges Zeug hinterm Rücken der anderen! Ich bin der Schlimmste!”

“Und ich glaube, du verwechselst das geistige Leben mit kritischem Temperament. Ich stimme dir bei: Sokrates verschaffte dem kritischen Temperament einen großen Start, aber er tat noch mehr”, sagte Charlie May in ziemlich schulmeisterlichem Ton. Die Kumpane waren so merkwürdig pompös unter ihrer vorgetäuschten Bescheidenheit. Alles war so ex cathedra und gab dabei vor, so bescheiden zu sein.

Dukes hatte keine Lust, sich auf Sokrates festlegen zu lassen.

“Ganz richtig, Kritik und Wissen sind nicht dasselbe”, warf Hammond ein.

“Natürlich nicht”, pflichtete Berry bei, ein braunhaariger, schüchterner junger Mann, der gekommen war, um Dukes zu sprechen, und der über Nacht dablieb.

Alle sahen ihn an, als hätte der Esel gesprochen.

“Ich habe nicht vom Wissen gesprochen, ich habe vom geistigen Leben gesprochen!” lachte Dukes. “Wahres Wissen kommt aus dem gesamten Gefüge des Bewußtseins; aus deinem Bauch und deinem Penis ebenso wie aus deinem Gehirn und deinem Geist. Der Geist kann nur analysieren und rationalisieren. Laß den Geist und die Vernunft die Oberhand über all das andere gewinnen, und alles, was sie tun können, ist, kritisieren und alles totreden. Ich sage alles, was sie tun können. Das ist ungeheuer wichtig. Mein Gott, die Welt hat es eben verdammt nötig, dies Kritisieren. Darum laßt uns das geistige Leben leben, uns an unserer Bosheit ergötzen und mit dem Affentheater aufhören. Aber wohlgemerkt, die Sache ist so: während man sein Leben lebt, bildet man gleichsam eine organische Ganzheit mit allem Leben. Doch sobald man mit dem geistigen Leben anfängt, reißt man den Apfel ab. Man trennt die Verbindung zwischen Apfel und Baum: die organische Verbindung. Und wenn man nichts anderes im Leben hat als nur das geistige Leben, dann ist man selber ein abgerissener Apfel ... ein vom Baum gefallener Apfel. Und dann ist es eine logische Folge, boshaft zu sein, ebenso, wie es für einen gepflückten Apfel eine natürliche Folge ist zu faulen.”

Clifford machte große Augen: das waren alles böhmische Dörfer für ihn. Connie lachte im stillen.

“Na schön, dann sind wir eben alle abgepflückte Äpfel”, sagte Hammond ziemlich bissig und gereizt.

“Laßt uns also Most aus uns machen”, schlug Charlie vor.

“Aber was haltet ihr vom Bolschewismus?” warf der braune Berry dazwischen, als hätte das ganze Gespräch auf diese Frage hingesteuert.

“Bravo!” brüllte Charlie. “Was haltet ihr vom Bolschewismus?”

“Los, laßt uns den Bolschewismus zerfetzen!” rief Dukes.

“Ich fürchte, der Bolschewismus ist ein weites Feld”, meinte Hammond und schüttelte ernst den Kopf.

“Mir scheint, daß der Bolschewismus ein äußerster Haß auf alles ist, was bourgeois heißt”, sagte Charlie, “und was das ist, bourgeois, das steht nicht ganz fest. Unter anderem bedeutet es Kapitalismus. Gefühle und Empfindungen sind auch so dezidiert bourgeois, daß der Mensch erst erfunden werden müßte, der sie nicht hat.

Außerdem ist das Individuum, besonders die Persönlichkeit, bourgeois: folglich muß sie unterdrückt werden. Man muß völlig eingehen in die große Sache, die sowjetsoziale Sache. Sogar ein Organismus ist bourgeois: folglich muß das Ideal im Mechanischen liegen. Das einzige nichtorganische, aus vielen verschiedenen, gleich wichtigen Teilen zusammengesetzte Ganze ist die Maschine. Jeder Mensch ein Maschinenteilchen und die treibende Kraft der Maschine Haß ... Haß auf den Bourgeois. Das ist Bolschewismus in meinen Augen.”

Aus der Reihe "Lady Chatterley" 25.02.2009 Weiter lesen

imageDavid Herbert Lawrence schrieb obige erotische Geschichte. - D. H. Lawrence versank in Depressionen. Er fing an zu reisen, um der Enge Englands zu entfliehen. Sein Englischprofessor in Nottingham, Ernest Weekley, hatte in Deutschland doziert, und Lawrence hoffte, Weekley könne ihm in Deutschland, seinem ersten Reiseziel, einen Job verschaffen. Als Lawrence deswegen Weekley besuchte, öffnete dessen Frau Frieda die Tür. Sie war Deutsche, jung und sehr schön. Lawrence verliebte sich sofort, schrieb Frieda glühende Liebesbriefe. Bald wurde Frieda seine Geliebte. Doch Lawrence wollte nicht im Hause seines Gönners als ständiger Ehebrecher verkehren. Er wollte Frieda heiraten.

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Der Prozess um Lady Chatterley - Neun der Geschworenen waren Männer, drei Frauen, darunter eine Kindergärtnerin und eine Witwe mit vier Kindern. Der Staatsanwalt las in seiner Eröffnungsrede sämtliche "unanständigen Stellen" des Werks vor und zählte dabei die schlimmen Worte. Richter Byrde unterbrach die Aufzählung. Doch am nächsten Tag berichtete die Londoner Presse sämtliche Details, die Sexstellen der Geschichte wurden nachgedruckt - es gehörte zur erlaubten Gerichtsberichterstattung. 24 Zeugen wurden während der Verhandlung aufgerufen, um "Lady Chatterley" endgültig aus dem Verkehr zu ziehen.

erotische geschichten

Die Erotik-Reihe "Lady Chatterley" - alle bisherigen Folgen

Die erste Geschichte der Reihe stehen in der Liste oben, neueste Liebesgeschichten stehen unten.

001 - Früchte des Krieges
002 - Tastende Liebelei mit 18 Jahren
003 - Gierig wie Hunde auf Sex
004 - Das erste geschlechtliche Erschauern des Körpers
005 - Die lächerlichen Behörden
006 - Diese plumpe Fickerei
007 - Umzug nach Wragby
008 - Der versehrte Mann
009 - Die Halbjungfrau
010 - Ihre Hüften waren zu fraulich ....
011 - Vater fordert verheiratete Tochter auf: “Nimm dir einen Geliebten”
012 - Ein Einkommen von fünfzigtausend Dollar
013 - Das furchtbare Verlangen in seinen glühenden Augen
014 - Ehebruch
015 - Connie verliebt sich
016 - Dieses unfertige, zarte Fleisch
017 - Sie spürte seine pulsierende Härte in sich
018 - Der Zusammenhang zwischen Pissen und Ficken
019 - Der Hunger nach dem Weibe
020 - Sexgespräche
022 - Mein Penis ist schlapp und hebt nie den Kopf
023 - “Es ist alles so hoffnungslos keusch!”
024 - Das Kind des anderen

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