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023 - “Es ist alles so hoffnungslos keusch!”

“Es gibt nette Frauen in der Welt.” Connie hob den Kopf und sagte endlich auch etwas.

Das mochten die Männer gar nicht. Sie hätte sich den Anschein geben müssen, als höre sie nicht zu. Sie haßten es, wenn sie zeigte, daß sie einem solchen Gespräch aufmerksam gefolgt war.
“Mein Gott! - Wenn sie nicht nett zu mir sind, Was geht’s mich an, wie sie zu dir sind? - Nein, es ist hoffnungslos! Ich kann einfach nicht mit einer Frau im gleichen Rhythmus schwingen. Und es gibt keine Frau, nach der es mich wirklich verlangt, wenn ich ihr gegenüberstehe, und ich habe nicht die Absicht, mich dazu zu zwingen ... Mein Gott, nein! Ich bleibe, was ich bin, und führe ein geistiges Leben. Das ist das einzig Ehrliche, was ich tun kann. Wenn ich mich mit Frauen unterhalte - das macht mich ganz glücklich; aber es ist alles so keusch, so hoffnungslos keusch. Hoffnungslos keusch! Was sagst du dazu, Hildebrand, mein Küken?”

“Es ist viel weniger kompliziert, wenn man keusch bleibt”, erwiderte Berry.

“Ja, das Leben ist eben viel zu einfach!”

* * *

An einem frostigen, von einer kleinen Februarsonne beschienenen Morgen machten Clifford und Connie einen Spaziergang durch den Park und dann in den Wald. Das heißt, Clifford tuckerte in seinem Motorstuhl dahin, und Connie ging neben ihm her.

Die harsche Luft war noch immer schweflig, aber sie waren beide daran gewöhnt. Um den nahen Horizont hatte sich der Dunst gehängt, opalisierend vor Frost und Rauch, und darüber lag ein kleiner blauer Himmel. Es war, als sei man in ein Gehege gesperrt, immer eingesperrt. Das Leben immer ein Traum oder eine Raserei in einem Gehege.

Im harten, welken Gras des Parks husteten die Schafe, dort, wo der Frost bläulich um die Soden lag. Ein Pfad führte durch den Park zum Holzgatter - ein schmales rosa Band. Clifford hatte ihn neu bestreuen lassen, mit gesiebtem Kies von der Grubenhalde. Wenn Gestein und Abfall der Unterwelt ausgebrannt waren und ihren Schwefel abgesondert hatten, wurden sie hellrosa - garnelenfarben an trockenen Tagen, dunkler, krabbenfarben an nassen. Heute war der Kies blaß garnelenfarben und mit einem bläulich-weißen Rauhreif überzogen. Connie hatte immer Freude daran, an diesem Läufer aus gesiebtem, hellem Rosa.

Ein unguter Wind wehte, niemandes Freund.

Clifford steuerte vorsichtig den Hügelhang vorm Haus hinunter, und Connie hielt die Hand an der Lehne. Vor ihnen lag der Wald - erst das Haselstrauchdickicht und dahinter die lichte Purpurwand der Eichen. Am Waldrand hoppelten und nagten Kaninchen. Saatkrähen stoben in jähem schwarzen Zug auf und strichen davon über den kleinen Abhang.

Connie stieß das Gatter auf, und Clifford tuckerte langsam auf den breiten Reitweg, der zwischen den sauber beschnittenen Haselnußsträuchern einen Hang hinaufführte. Dieser Wald war ein letzter Rest des großen Forstes, in dem einst Robin Hood gejagt hatte; und der Reitweg war eine uralte Überlandstraße. Jetzt aber war er nur noch ein Pfad durch einen Privatwald. Die Straße von Mansfield schwenkte nach Norden ab.

Im Wald regte sich nichts. Die alten Blätter am Boden hielten an ihrer Unterseite den Frost fest. Ein Häher schrie rauh, viele kleine Vögel flatterten durcheinander. Aber es gab kein Wild, keine Fasanen. Während des Krieges war alles ausgerottet worden, und der Wald war ohne Schutz geblieben, bis Clifford jetzt wieder einen Heger bekommen hatte.

Clifford liebte den Wald; er liebte die alten Eichen. Er fühlte, sie gehörten ihm, Generationen hindurch. Er wollte sie beschützen. Er wollte diesen Wald unversehrt haben, abgeschlossen von der Welt.

Langsam tuckerte der Rollstuhl den Hügel hinauf, holperte und rüttelte über die gefrorene Erde. Und plötzlich tat sich zur Linken eine Lichtung auf, wo nichts war außer totem Farngestrüpp, spindeldürren, schiefen Schößlingen hier und da, mächtigen Baumstümpfen, die ihre Sägflächen zeigten und ihre suchenden Wurzeln - leblos. Und schwarzverkohlte Erde, wo die Holzfäller Reisig und Abfälle verbrannt hatten.

Dies war eine der Stellen, die Sir Geoffrey während des Krieges für den Schützengrabenbedarf hatte kahlschlagen lassen. Der ganze Hügel, der zur Rechten des Pfades sanft anstieg, war nackt und sah seltsam verloren aus. Oben, auf der Kuppe, wo die Eichen gestanden hatten, war alles kahl; und von hier aus konnte man über die Bäume hinweg die Grubenbahn und die neuen Werkanlagen bei Stacks Gate sehen. Connie hatte hier gestanden und hinausgesehen - durch die Bresche in der dichten Wand des Waldes. Hier sickerte die Welt herein. Aber sie sagte Clifford nichts davon.

Diese kahlgeschlagene Stelle machte Clifford immer merkwürdig zornig. Er hatte den Krieg mitgemacht, hatte gesehen, was das bedeutete. Doch er war nicht eher wirklich zornig geworden, als bis er diesen nackten Hügel gesehen hatte. Er war dabei, ihn wieder aufforsten zu lassen. Aber er war die Ursache seines Hasses gegen Sir Geoffrey.

Mit starrem Gesicht saß Clifford da, während der Stuhl langsam bergan rollte. Als sie die Höhe des Hangs erreicht hatten, hielt er an; er wollte die lange, sehr holprige Abfahrt nicht wagen. Er sah dem sich grün hinunterschlängelnden Pfad nach - ein deutlich sichtbarer Weg im Farngestrüpp und zwischen den Eichen. Am Fuß des Hügels schwenkte er ab und verlor sich; aber er hatte einen so hübschen, spielerischen Schwung, erinnerte an reitende Ritter und Damen auf Zeltern.

 

Aus der Reihe "Lady Chatterley" 19.07.2009 Weiter lesen

imageDavid Herbert Lawrence schrieb obige erotische Geschichte. - D. H. Lawrence versank in Depressionen. Er fing an zu reisen, um der Enge Englands zu entfliehen. Sein Englischprofessor in Nottingham, Ernest Weekley, hatte in Deutschland doziert, und Lawrence hoffte, Weekley könne ihm in Deutschland, seinem ersten Reiseziel, einen Job verschaffen. Als Lawrence deswegen Weekley besuchte, öffnete dessen Frau Frieda die Tür. Sie war Deutsche, jung und sehr schön. Lawrence verliebte sich sofort, schrieb Frieda glühende Liebesbriefe. Bald wurde Frieda seine Geliebte. Doch Lawrence wollte nicht im Hause seines Gönners als ständiger Ehebrecher verkehren. Er wollte Frieda heiraten.

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Der Prozess um Lady Chatterley - Neun der Geschworenen waren Männer, drei Frauen, darunter eine Kindergärtnerin und eine Witwe mit vier Kindern. Der Staatsanwalt las in seiner Eröffnungsrede sämtliche "unanständigen Stellen" des Werks vor und zählte dabei die schlimmen Worte. Richter Byrde unterbrach die Aufzählung. Doch am nächsten Tag berichtete die Londoner Presse sämtliche Details, die Sexstellen der Geschichte wurden nachgedruckt - es gehörte zur erlaubten Gerichtsberichterstattung. 24 Zeugen wurden während der Verhandlung aufgerufen, um "Lady Chatterley" endgültig aus dem Verkehr zu ziehen.

erotische geschichten

Die Erotik-Reihe "Lady Chatterley" - alle bisherigen Folgen

Die erste Geschichte der Reihe stehen in der Liste oben, neueste Liebesgeschichten stehen unten.

001 - Früchte des Krieges
002 - Tastende Liebelei mit 18 Jahren
003 - Gierig wie Hunde auf Sex
004 - Das erste geschlechtliche Erschauern des Körpers
005 - Die lächerlichen Behörden
006 - Diese plumpe Fickerei
007 - Umzug nach Wragby
008 - Der versehrte Mann
009 - Die Halbjungfrau
010 - Ihre Hüften waren zu fraulich ....
011 - Vater fordert verheiratete Tochter auf: “Nimm dir einen Geliebten”
012 - Ein Einkommen von fünfzigtausend Dollar
013 - Das furchtbare Verlangen in seinen glühenden Augen
014 - Ehebruch
015 - Connie verliebt sich
016 - Dieses unfertige, zarte Fleisch
017 - Sie spürte seine pulsierende Härte in sich
018 - Der Zusammenhang zwischen Pissen und Ficken
019 - Der Hunger nach dem Weibe
020 - Sexgespräche
021 - Sie fielen übereinander her ...
022 - Mein Penis ist schlapp und hebt nie den Kopf
024 - Das Kind des anderen

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