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024 - Das Kind des anderen

“Ich glaube, dies ist das eigentliche Herz Englands”, sagte Clifford zu Connie und saß dort im trüben Februarsonnenschein.

“Meinst du?” erwiderte sie und setzte sich in ihrem blauen Strickkleid auf einen Baumstumpf am Wegrand.

“Ja, das meine ich! Das ist das alte England, sein Herz; und ich habe vor, es unversehrt zu halten.”

“O ja!” sagte Connie. Doch während sie es sagte, hörte sie die Elf-Uhr-Sirene von der Stacks-Gate-Grube. Clifford war zu sehr an das Geheul gewöhnt, um es noch wahrzunehmen.

“Ich will diesen Wald vollkommen haben ... unberührt. Ich will, daß niemand ihn unbefugt betritt”, sagte Clifford. Ein gewisses Pathos schwang in seiner Stimme.

Der Wald barg noch immer etwas von dem Geheimnis des wilden alten England; aber Sir Geoffreys Holzungen während des Krieges hatten ihm eine Wunde geschlagen. Wie still die Bäume waren mit ihren unzähligen, gegen den Himmel gekrackelten Zweigen und den grauen, störrischen Stämmen, die aus dem braunen Farngestrüpp stiegen! Wie sicher die Vögel in ihnen flatterten! Und einst hatte es hier Rotwild gegeben und Bogenschützen und Mönche, die auf Eseln dahinschaukelten. Die Stätte wußte noch davon, wußte immer noch davon.

Clifford saß in der bleichen Sonne, das Licht lag auf seinem weichen, ziemlich blonden Haar, sein gerötetes, volles Gesicht war unergründlich.

“Keinen Sohn zu haben bekümmert mich hier mehr als sonst irgendwann”, sagte er.

“Aber der Wald ist älter als deine Familie”, erwiderte Connie sanft.

“Schon”, sagte Clifford, “aber wir haben ihn gehegt. Wenn wir nicht wären, würde er verschwinden - schon verschwunden sein wie der übrige Forst. Man muß etwas vom alten England erhalten!”

“Muß man?” fragte Connie. “Wenn das bedeuten würde, es gegen das neue England zu erhalten? Es ist traurig, ich weiß.”

“Wenn nicht etwas vom alten England erhalten bleibt, gibt es bald überhaupt kein England mehr”, sagte Clifford. “Und wir, die wir diese Art von Besitz haben und einen Sinn dafür, wir müssen es bewahren.”

Trauriges Schweigen.

“Ja, für eine kleine Weile”, sagte Connie dann.

“Für eine kleine Weile! Es ist alles, was wir tun können. Wir können nur unser Teil tun. Ich glaube, jeder in meiner Familie hat das Seine hier getan, solange der Besitz in unserer Hand ist. Man mag gegen die Konvention zu Felde ziehen, aber die Tradition muß man aufrechthalten.” Wieder trat Schweigen ein.

“Was für eine Tradition?” fragte Connie.

“Die Tradition Englands! All dessen da!”

“Ja”, sagte sie langsam.

“Deshalb hilft es, einen Sohn zu haben; man ist nur ein Glied in einer Kette”, fuhr er fort.

Connie war nicht sonderlich erpicht auf Ketten, doch sie sagte nichts. Sie dachte über die sonderbare Unpersönlichkeit seines Verlangens nach, einen Sohn zu haben.

“Es tut mir leid, daß wir keinen Sohn haben können”, sagte sie. Er sah sie fest an mit seinen großen blaßblauen Augen.

“Es wäre fast wünschenswert, wenn du ein Kind von einem anderen Mann hättest”, sagte er. “Wenn wir es auf Wragby großzögen, würde es uns gehören und dem Besitz. Ich halte nicht übermäßig viel von Vaterschaft.

Wenn wir das Kind bei uns aufzögen, würde es unser eigenes sein, und es würde unser Werk fortsetzen. Meinst du nicht, daß es sich lohnt, darüber nachzudenken?”

Aus der Reihe "Lady Chatterley" 13.10.2009 Weiter lesen

imageDavid Herbert Lawrence schrieb obige erotische Geschichte. - D. H. Lawrence versank in Depressionen. Er fing an zu reisen, um der Enge Englands zu entfliehen. Sein Englischprofessor in Nottingham, Ernest Weekley, hatte in Deutschland doziert, und Lawrence hoffte, Weekley könne ihm in Deutschland, seinem ersten Reiseziel, einen Job verschaffen. Als Lawrence deswegen Weekley besuchte, öffnete dessen Frau Frieda die Tür. Sie war Deutsche, jung und sehr schön. Lawrence verliebte sich sofort, schrieb Frieda glühende Liebesbriefe. Bald wurde Frieda seine Geliebte. Doch Lawrence wollte nicht im Hause seines Gönners als ständiger Ehebrecher verkehren. Er wollte Frieda heiraten.

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Der Prozess um Lady Chatterley - Neun der Geschworenen waren Männer, drei Frauen, darunter eine Kindergärtnerin und eine Witwe mit vier Kindern. Der Staatsanwalt las in seiner Eröffnungsrede sämtliche "unanständigen Stellen" des Werks vor und zählte dabei die schlimmen Worte. Richter Byrde unterbrach die Aufzählung. Doch am nächsten Tag berichtete die Londoner Presse sämtliche Details, die Sexstellen der Geschichte wurden nachgedruckt - es gehörte zur erlaubten Gerichtsberichterstattung. 24 Zeugen wurden während der Verhandlung aufgerufen, um "Lady Chatterley" endgültig aus dem Verkehr zu ziehen.

erotische geschichten

Die Erotik-Reihe "Lady Chatterley" - alle bisherigen Folgen

Die erste Geschichte der Reihe stehen in der Liste oben, neueste Liebesgeschichten stehen unten.

001 - Früchte des Krieges
002 - Tastende Liebelei mit 18 Jahren
003 - Gierig wie Hunde auf Sex
004 - Das erste geschlechtliche Erschauern des Körpers
005 - Die lächerlichen Behörden
006 - Diese plumpe Fickerei
007 - Umzug nach Wragby
008 - Der versehrte Mann
009 - Die Halbjungfrau
010 - Ihre Hüften waren zu fraulich ....
011 - Vater fordert verheiratete Tochter auf: “Nimm dir einen Geliebten”
012 - Ein Einkommen von fünfzigtausend Dollar
013 - Das furchtbare Verlangen in seinen glühenden Augen
014 - Ehebruch
015 - Connie verliebt sich
016 - Dieses unfertige, zarte Fleisch
017 - Sie spürte seine pulsierende Härte in sich
018 - Der Zusammenhang zwischen Pissen und Ficken
019 - Der Hunger nach dem Weibe
020 - Sexgespräche
021 - Sie fielen übereinander her ...
022 - Mein Penis ist schlapp und hebt nie den Kopf
023 - “Es ist alles so hoffnungslos keusch!”

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