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037 - Ein Mädchen von 16 Jahren

Daß ich nach so rasch aufeinander folgenden Erfahrungen viel aufmerksamer als vorher auf alles um mich her wurde, Leute und Dinge mit ganz anderen Augen betrachtete, werden Sie wohl glauben. Überall vermutete ich Heimlichkeit und Verständnis, Intrigue zwischen den Personen, unter denen ich lebte und mich bewegte. Meist mit Unrecht, wie ich mich nachher überzeugte. Ich lauschte und horchte, um zu erfahren, was man mir verbergen wollte und bis dahin verborgen hatte. Mit der größten Sehnsucht wünschte ich, meine Eltern noch einmal belauschen zu können, überlegte, machte unaufhörlich Pläne dafür, immer hielt mich aber eine tiefe Scheu von der Ausführung meiner Pläne zurück, und bot sich selbst eine Gelegenheit dazu, so wagte ich es doch nicht, sie zu ergreifen.

Ich freue mich noch heute darüber, daß eine innere Stimme mich davon zurückgehalten. Absichtlich zu belauschen, wäre eine Entweihung der stillen Freuden zweier guter Menschen gewesen.

Für den Zufall brauchte ich mir keinen Vorwurf zu machen, ebenso wenig, wenn ich Lüsternes erspäht hatte, wenigstens bereute ich keinen Augenblick, Marguerite überlistet zu haben. Mir war also alles noch Poesie, aber ich sollte auch die Prosa kennenlernen.

Ich habe Ihnen schon erzählt, daß ich bald nach der Rückkehr vom Gute meines Onkels zur vollkommenen Jungfrau geworden war. Erschreckt sah ich die ersten Zeichen der weiblichen Reife hervortreten und wollte sie vor meiner Mutter verbergen, da ich das Blut anfangs für eine Folge meiner Unterhaltungen mit Margueriten hielt. Die Wäsche verriet aber, was ich verbergen wollte, und zum ersten Male sprach nun meine Mutter belehrend über solche Dinge mit mir, aber doch nur so viel, als durchaus nötig war, um mich ganz im allgemeinen aufzuklären. Sie ahnte freilich nicht, daß ihr eigenes Beispiel mich schon viel vollständiger belehrt hatte.

Bald nachher wurde ich gefirmelt und von nun an - ich war noch nicht ganz 16 Jahre - nahmen mich die Eltern in Gesellschaften mit; man wurde aufmerksam auf mich, besonders weil meine Stimme sich immer klangvoller entwickelte und mein Gesangstalent damals die ersten Blüten trieb. Fast jedesmal, wenn ich in Gesellschaft etwas gesungen hatte, ertönte es von allen Seiten: “Sie müssen zum Theater gehen, müssen eine Catalani, eine Sonntag werden!”

Was man immer und immer wieder hört, das prägt sich endlich unwillkürlich ein, und obgleich mein Vater nichts davon wissen wollte, fand ich doch in der Mutter eine Verbündete für meine ohne mein Zutun erwachten Wünsche, und es war endlich beschlossen, ich sollte eine Künstlerin werden. Meine Studien und Beschäftigungen waren von nun an ausschließlich auf dieses Ziel gerichtet und ich hatte von meinem 16. Jahre an größere Freiheit und Selbständigkeit, als sonst Mädchen meines Alters zu haben pflegen. Eine weitläufige Verwandte ziemlich reifen Alters, häßlich und ängstlich bei der größten Kleinigkeit, wurde bewogen, mich nach Wien zu begleiten, wo ich bei einem damals berühmten Gesanglehrer ausgebildet werden sollte. Mein Vater hatte getan, was seine Mittel nur irgend erlaubten, und Sie wissen ja, wie ich ihm durch die Tat dafür gedankt.

Bis zu meiner Abreise nach Wien sah ich Marguerite noch mehrere Male. Sie blieb meine vertraute Freundin und Lehrerin in Dingen, für die es für junge Mädchen eigentlich keine Lehrmeisterin gibt und Lehrer teuer zu stehen kommen. Ganz erstaunt war ich, als ich bald merkte, daß sie mit meinem Cousin in einem sehr vertraulichen Verhältniss stand. Ich hatte ihr nämlich erzählt, was ich von meinem Cousin gesehen, und das scheint sie zu dem Versuch veranlaßt zu haben, ob sie ihm die böse, seine Gesundheit zerstörende Angewöhnung nicht abgewöhnen könne. Es war ihr zwar ersichtlich unangenehm, als ich ihr sagte, was ich bemerkt, aber sie gestand mir doch ein, daß meine Mitteilung damals ihre Phantasie aufgeregt und daß sie die Gelegenheit geschickt herbeigeführt habe, seine Scheu vor dem weiblichen Geschlecht zu besiegen.

Sie schien sich zu schämen, daß sie über zehn Jahre älter als mein Cousin war, ihn gewissermaßen verführt hatte, schwor mir aber auf das Heiligste, daß sie ihm weder mehr gestatte noch tue, als was sie mit mir getan; denn ein gebranntes Kind scheut das Feuer, und so schwach, wie sie gegen ihren Charles gewesen, würde sie nie wieder sein. Ob das die volle Wahrheit gewesen war, habe ich nie erfahren, daß mein Cousin aber sehr viel gesünder, lebenslustiger aussah als früher, sah ich mit Vergnügen und bemerkte auch, daß er weder mich noch andere Mädchen vermied, ja mich manchmal mit ganz besonderen Augen ansah. Ich hatte aber nicht die geringste Lust, als Aushilfe für Marguerite zu dienen, und trieb meinen Scherz mit ihm. Hätte ich von ihm nichts gesehen, so will ich nicht leugnen, daß sich wahrscheinlich zwischen meinem Cousin und mir eine Liebelei angesponnen haben würde, denn die Gelegenheit zu vertraulicher Annäherung, die hauptsächlichste Bedingung aller Liebesverhältnisse, war bei uns vorhanden. Auch meine entsetzliche Furcht vor den Folgen hielt mich zurück.

Aus der Reihe "Memoiren einer Sängerin" 21.01.2008 Weiter lesen

erotische-geschichtenWilhemine Schröder-Devrient schrieb obige erotische Geschichte. - Eine der größten Gesangstragödinnen auf deutschen Bühnen des 19. Jahrhunderts. Eine schöne, selbstbewusste Frau, die ihren Weg in einer Welt machte, in der Männer das Wirtschafts- und Kulturleben bestimmten. Bis heute verstummen die Gerüchte nicht, dass sie zugleich die Autorin eines äußerst erotischen Erfolgsromans war. Ein Porträt der Autorin.

“Ich wollte den Männern auf den Grund gehen” - Was bleibt vom Jahr 1868? Man stutzt. Überlegt. Schweigt. Wenig hat die Zeit überdauert, wenn man zurückblickt. Aber drei Dinge sind es denn doch, die bleiben. Die Ironie dabei: Was damals gefeiert wurde, ist heute vergessen. Und was 1868 nicht beachtet wurde, veränderte die Welt: Eine kurze Einführung in den Roman "Memoiren einer Sängerin".

erotische geschichten

Die Erotik-Reihe "Memoiren einer Sängerin" - alle bisherigen Folgen

Die erste Geschichte der Reihe stehen in der Liste oben, neueste Liebesgeschichten stehen unten.

001 - Intime Memoiren einer erfahrenen Frau
002 - Keine weiteren Briefe ohne Gegenleistung
003 - Eine Pubertierende entdeckt ihren Körper
004 - Die Hand im Schoß einer 14-Jährigen
005 - Der Teenie versteckt sich im Schlafzimmer der Eltern ...
006 - Entdeckungen eines jungen Mädchens im Schlafzimmer der Eltern
007 - Vater hielt Mutters weit geöffneten Schenkel auseinander
008 - Das Glied in der Hand meines Vaters
009 - “Bis zum Herzen spürte ich deinen heißen Strahl”
010 - Vater war vollständig befriedigt - Mutter aber noch nicht
011 - “Jetzt! Jetzt! Ich spritze! Himmlisch!”
012 - Verwirrung der Gefühle
013 - Gedankenspiele eines jungen Mädchens
014 - Loch-Beobachtungen
016 - Als die Erzieherin glaubte, allein zu sein ...
017 - Der Stab, die Milch und die Lust
018 - Zwischen meinen Schenkeln prickelte und juckte es
019 - “Ich beobachtete, was mein Cousin auf der Toilette trieb”
020 - “Ich stieg zu ihr ins Bett”
021 - Eine wundersame Wärme ergoss sich über meinen Körper
022 - Nichts Schöneres gibt es auf Erden ...
023 - Das wunderbare Glied in seiner Kraft und Herrlichkeit
024 - Entjungferung
025 - Und das alles schon mit 14 Jahren!
026 - Frau Baronin möchte frisiert werden
027 - Lesbische Spiele
028 - Die sonderbar geformte Blase
029 - Des Doktor Condoms liebreizende Erfindung
030 - Nächtliche Entdeckungen
031 - Der Graf: Unzweifelhaft im Besitz des entscheidenden Punktes ...
032 - Die Sex-Intrige
033 - Sexspiele zu dritt
034 - Abschied von der Baronin
035 - Der eine Augenblick der Unachtsamkeit ...
036 - Der Vorgeschmack der Freuden
038 - Die junge Hirtin mag es grob ...
039 - Lüsterne Spiele in der Badewanne
040 - Er bückte sich, um mir unter den Rock zu sehen ...
041 - Herrlich schüchtern war der junge Mann ...
042 - Er war so herrlich unerfahren ...
043 - Meine Tante lässt sich lecken - von ihrem Hund
044 - Sie macht es dem Hund, bis er spritzt
045 - Sex mit Tieren
046 - Seine Küsse auf der Spalte ...
047 - Das himmlische Balsam
048 - Mit einer geschickten Intrige verlässt sie den Liebhaber!
049 - Freudenspiele im Bad
050 - Das geheime Verhältnis
051 - Unverhofft kommt oft!
052 - Sex zu dritt - ganz überraschend ...

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