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08 - Die glühende Gerte auf dem Fleische

Ich kam gerade in dem Augenblick dazu, als ein Soldat den sehr langen Kopf des Deliquenten an einen Ring, der in eine Steinplatte am Boden eingelassen war, band. Neben dem Opfer ließ ein anderer Soldat an einem Schmiedefeuer eine kleine, eine winzige Eisengerte rothglühend werden. Und dann ... Hör’ mich gut an! - Hörst Du? - Als die Gerte rothglühend war, peitschte der Soldat den Mann abwechselnd auf die Arme und auf die Lenden.

Die Gerte zischte: Ksch! Und drang tief in die Muskeln ein, die knisterten und aus denen ein röthliches Dampfwölkchen aufstieg.

Begreifst Du?

Dann ließ der Soldat die Gerte in dem Fleisch, das aufschwoll und sich wieder schloß, abkühlen - und als sie kalt war, riß er sie heftig mit einem einzigen Griff wieder heraus. Zugleich mit kleinen, blutenden Fleischfetzen.

Der Mann stieß furchtbare Schmerzensschreie aus. Dann begann der Soldat von neuem. Er begann fünfzehn Mal von neuem! Und auch mir, teurer, geliebter Liebling, war, als ob die Gerte bei jedem Hieb mir in die Lenden dränge. Das war gräßlich und sehr angenehm!

Als ich schwieg, wiederholte sie: “Das war gräßlich und sehr angenehm. Und wenn Du wüßtest, wie schön dieser Mann war, wie stark er war! Muskel gleich denen von Statuen. - Küsse mich, teurer Liebling. So küsse mich doch nur!”

Claras Augen waren verdreht. Zwischen den halbgeschlossenen Lidern sah ich nur noch das Weiße ihrer Augen.

Sie sagte: “Er rührte sich nicht Auf seinem Rücken zeigten sich kleine Wellen ... O, Deine Lippen! Sie schmecken ... so geil ... so erregend ... du musst mich lieben ...”

Nach einigen Augenblicken des Schweigens begann sie wieder: “Vergangenes Jahr habe ich mit Annie einen noch viel erstaunlicheren Vorgang gesehen. Ich sah einen Menschen, der seine Mutter geschändet und ihr sodann mit einem Messer den Bauch aufgeschlitzt hatte. Übrigens hatte man es wahrscheinlich mit einem Wahnsinnigen zu tun. Er wurde zur Qual der Liebkosung verurteilt. Ja, mein Liebling. Ist das nicht bewunderungswürdig? Man erlaubt den Fremden nicht dieser Qual beizuwohnen, die übrigens heutzutage eine große Seltenheit ist. Wir hatten den Wächter mit Geld bestochen, er verbarg uns hinter einer spanischen Wand. So sahen Annie und ich alles. Der Wahnsinnige lag auf einem niedrigen Tisch ausgestreckt, den Leib und die Glieder mit festen Stricken gebunden, den Mund geknebelt, so daß er weder die kleinste Bewegung machen, noch einen Schrei ausstoßen konnte. Ein Weib, das weder schön noch jung schien, ganz in Schwarz gekleidet, den nackten Arm mit einem breiten Goldring geschmückt, kniete neben dem Wahnsinnigen nieder.

Sie ergriff sein Glied und begann ... O, Liebling! ... Liebling! ... Wenn Du das gesehen hättest! ... Es dauerte vier Stunden ... bedenke, vier Stunden! ... Vier Stunden furchtbarer und kunstvoller Liebkosungen, während derer die Handbewegung des Weibes sich keine Minute verlangsamte, während derer ihr Gesicht kalt und düster blieb! Der Delinquent verschied in einem Blutstrahl, der das ganze Gesicht der Quälerin besudelte. Ich habe nie etwas so Furchtbares gesehen und es war so furchtbar, mein Liebling, daß Annie und ich ohnmächtig wurden. Ich denke immer daran!”

Mit einem bedauernden Ausdruck fügte sie hinzu: “Dieses Weib hatte an einem Finger einen großen Rubin, der während der Qual in der Sonne auf und ab ging wie ein rote, tanzende Flamme. Annie kaufte ihn. Ich weiß nicht, was aus ihm geworden ist. Ich möchte ihn so gerne haben.”

Clara schwieg, ihr Geist war ohne Zweifel zu den unreinen und blutigen Bildern dieser scheußlichen Erinnerung zurückgekehrt.

Aus der Reihe "Garten der Qualen" 15.12.2007 Weiter lesen

imageOctave Mirbeau schrieb obige erotische Geschichte. - Der französische Schriftsteller wurde 1850 bei Bayeux geboren und starb 1917 in Paris. Bekannt war er für kritisch-satirische Romane und sozial-engagierte Bühnenstücke. Aufsehen erregte sein Theaterstück "Geschäft ist Geschäft" aus dem Jahr 1903. Mit ätzender Schärfe legt er hier bloß, wie einem Geschäftsmann der Profit wichtiger ist als Freunde und Familien. Weitere Werke: "Tagebuch einer Kammerzofe" (Roman, 1900) und "Der Garten der Qualen" (Roman, 1899).

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Ein perverses Werk - Im Jahr 1899 erscheint "Der Garten der Qualen" - und wird unmittelbar zu einem Skandal. Das Buch (französischer Originaltitel : Le Jardin des supplices) verstört die Zeitgenossen mit seiner drastischen Schilderung der Sexualität; mehr aber noch mit der Lebenshaltung, die hinter den geschilderten sexuellen Verhaltensweisen aufleuchtet. Sie wird als pervers empfunden. Eine Einführung in das Werk "Der Garten der Qualen".

erotische geschichten

Die Erotik-Reihe "Garten der Qualen" - alle bisherigen Folgen

Die erste Geschichte der Reihe stehen in der Liste oben, neueste Liebesgeschichten stehen unten.

“Schamloses Machwerk, skandalöses Buch!”
01 - Die Vögel verschmähten ihren Leichnam
02 - Junge Mädchen in Russland - von Soldaten zu Tode gefickt
03 - Bald war meine Lanze rau und rot
04 - Auf dem Weg zum Garten der Qualen
05 - Das verwesende Fleisch
06 - Die Wollust der Menschen
07 - Die Qualen der Wollust
09 - Stinkendes Fleisch und zuckende Leiber
10 - Männer in Ketten
11 - Im Garten der Qualen

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