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018 - Der Zusammenhang zwischen Pissen und Ficken

Ein paar Männer kamen regelmäßig, waren eine Konstante; Männer, die mit Clifford in Cambridge gewesen waren. Zunächst Tommy Dukes, der beim Militär geblieben war und es bis zum Brigadegeneral gebracht hatte. “Das Militär läßt mir viel Zeit zum Denken und bewahrt mich vor dem Schlachtfeld des Lebens”, sagte er.

Dann war da Charles May, ein Ire; er schrieb wissenschaftliche Abhandlungen über Sterne. Und Hammond, auch ein Schriftsteller. Alle waren sie ungefähr im gleichen Alter wie Clifford: die jungen Intellektuellen des Tages. Sie alle glaubten an das Leben im Geist. Was einer außerhalb dieser Sphäre trieb, war seine ureigene Angelegenheit und hatte nicht viel zu sagen. Niemand kommt auf den Gedanken, sich zu erkundigen, zu welcher Stunde der und der auf die Toilette geht. Das interessiert niemanden, außer den Betreffenden.

Und so ist es mit den meisten Dingen im täglichen Leben ... wie du dein Geld verdienst, oder ob du deine Frau liebst, oder ob du “Affären” hast. Alle diese Fragen betreffen nur den Betreffenden und sind, wie das Aufsuchen der Toilette, für niemand anderen von Belang.

“Der ganze Witz am Sexualproblem”, sagte Hammond, ein langer, hagerer Bursche mit einer Frau und zwei Kindern, aber einer viel engeren Beziehung zu seiner Schreibmaschine, “der ganze Witz daran ist, daß es keinen Witz hat. Genaugenommen gibt es gar kein Problem. Wir haben kein Verlangen, einem Mann ins WC zu folgen - warum sollten wir ihm also nachsteigen, wenn er mit einer Frau ins Bett geht? Und darin liegt das Problem. Wenn wir von dem einen nicht mehr Notiz nehmen würden als vom andern, gäbe es kein Problem. Das Ganze ist höchst sinnlos und witzlos; eine Frage deplacierter Neugier.”

“Vollkommen richtig, Hammond! Aber wenn jemand Julia den Hof macht, fängst du an zu brodeln; und wenn er es so weiter treibt, hast du schnell den Siedepunkt erreicht.” ... Julia war Hammonds Frau.

“Wieso, natürlich! Genauso würde ich mich verhalten, wenn jemand in die Ecke meines Wohnzimmers uriniert. Alles an seinem Ort.”

“Du meinst also, es würde dir nichts ausmachen, wenn man mit Julia in einem diskreten Alkoven schliefe?”

Charlie May sprach eine Spur höhnisch, denn er hatte ein wenig mit Julia geflirtet, und Hammond war erbost dazwischengefahren.

“Natürlich würde mir das etwas ausmachen. Alles Sexuelle ist eine Privatangelegenheit zwischen Julia und mir; ganz gewiß würde es mir etwas ausmachen, wenn irgend jemand versuchen wollte, sich da einzumischen.”

“Fest steht”, sagte der hagere, sommersprossige Tommy Dukes, der viel irischer aussah als der blasse, dickliche May, “fest steht, Hammond, daß du einen ausgeprägten Besitzinstinkt hast und einen ausgeprägten Geltungstrieb und daß du Erfolg haben willst. Seit ich endgültig beim Militär bin, habe ich es ein bißchen verlernt, mich in der Welt zu bewegen, und nun sehe ich, wie übermäßig das Verlangen nach Selbstbestätigung und Erfolg im Menschen ist. Es ist ungeheuer überentwickelt. Unsere ganze Individualität hat diesen Kurs genommen. Und natürlich glauben Männer wie du, daß sie leichter durchkommen, wenn sie die Rückendeckung einer Frau haben. Deshalb bist du so eifersüchtig. Das bedeutet das Sexuelle für dich ... ein kräftiger kleiner Dynamo zwischen dir und Julia, der den Erfolg auf Touren bringen soll. Wenn du einmal keinen Erfolg mehr hättest, würdest du flirten - so wie Charlie, der nämlich keinen hat. Verheiratete Leute wie du und Julia, ihr tragt Klebezettel - wie Reisekoffer. Julia ist etikettiert: Mrs. Arnold B. Hammond ... wie ein Koffer auf der Bahn, der irgend jemandem gehört. Und du trägst das Schild: Arnold B. Hammond, per Adresse Mrs. Arnold B. Hammond. Oh, du hast ganz recht, du hast völlig recht! Das geistige Leben bedarf eines behaglichen Heims und einer schmackhaften Küche. Du hast ganz recht. Es bedarf sogar einer Nachkommenschaft. Aber alles kommt auf den Instinkt für Erfolg an. Das ist die Achse, um die sich alles dreht.”

Hammond sah ziemlich gekränkt aus. Er war nämlich stolz auf die Integrität seines Geistes und darauf, daß er kein Sklave der Zeit war. Trotzdem suchte er Erfolg.

“Vollkommen richtig, man kann nicht ohne Kleingeld leben”, sagte May. “Man muß eine bestimmte Menge davon haben, um leben zu können und vorwärtszukommen ... sogar für die Freiheit zum Denken braucht man eine bestimmte Menge Geld, oder der Magen macht einem einen Strich durch die Rechnung. Aber mir scheint, die Sexualetiketts könnte man getrost weglassen. Wir haben die Freiheit, mit jedermann zu sprechen; warum sollten wir also nicht die Freiheit haben, mit der Frau zu schlafen, auf die wir gerade scharf sind?”

Aus der Reihe "Lady Chatterley" 05.12.2008 Weiter lesen

imageDavid Herbert Lawrence schrieb obige erotische Geschichte. - D. H. Lawrence versank in Depressionen. Er fing an zu reisen, um der Enge Englands zu entfliehen. Sein Englischprofessor in Nottingham, Ernest Weekley, hatte in Deutschland doziert, und Lawrence hoffte, Weekley könne ihm in Deutschland, seinem ersten Reiseziel, einen Job verschaffen. Als Lawrence deswegen Weekley besuchte, öffnete dessen Frau Frieda die Tür. Sie war Deutsche, jung und sehr schön. Lawrence verliebte sich sofort, schrieb Frieda glühende Liebesbriefe. Bald wurde Frieda seine Geliebte. Doch Lawrence wollte nicht im Hause seines Gönners als ständiger Ehebrecher verkehren. Er wollte Frieda heiraten.

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Der Prozess um Lady Chatterley - Neun der Geschworenen waren Männer, drei Frauen, darunter eine Kindergärtnerin und eine Witwe mit vier Kindern. Der Staatsanwalt las in seiner Eröffnungsrede sämtliche "unanständigen Stellen" des Werks vor und zählte dabei die schlimmen Worte. Richter Byrde unterbrach die Aufzählung. Doch am nächsten Tag berichtete die Londoner Presse sämtliche Details, die Sexstellen der Geschichte wurden nachgedruckt - es gehörte zur erlaubten Gerichtsberichterstattung. 24 Zeugen wurden während der Verhandlung aufgerufen, um "Lady Chatterley" endgültig aus dem Verkehr zu ziehen.

erotische geschichten

Die Erotik-Reihe "Lady Chatterley" - alle bisherigen Folgen

Die erste Geschichte der Reihe stehen in der Liste oben, neueste Liebesgeschichten stehen unten.

001 - Früchte des Krieges
002 - Tastende Liebelei mit 18 Jahren
003 - Gierig wie Hunde auf Sex
004 - Das erste geschlechtliche Erschauern des Körpers
005 - Die lächerlichen Behörden
006 - Diese plumpe Fickerei
007 - Umzug nach Wragby
008 - Der versehrte Mann
009 - Die Halbjungfrau
010 - Ihre Hüften waren zu fraulich ....
011 - Vater fordert verheiratete Tochter auf: “Nimm dir einen Geliebten”
012 - Ein Einkommen von fünfzigtausend Dollar
013 - Das furchtbare Verlangen in seinen glühenden Augen
014 - Ehebruch
015 - Connie verliebt sich
016 - Dieses unfertige, zarte Fleisch
017 - Sie spürte seine pulsierende Härte in sich
019 - Der Hunger nach dem Weibe
020 - Sexgespräche
021 - Sie fielen übereinander her ...
022 - Mein Penis ist schlapp und hebt nie den Kopf
023 - “Es ist alles so hoffnungslos keusch!”
024 - Das Kind des anderen

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