Klassische erotische Geschichten: jeden Tag neue erotische Geschichten, immer kostenlos.

Genießen Sie literarische Häppchen zwischendurch; oder lassen Sie sich von einer ganzen Textreihe zum Lesen verführen: Erotischen Literatur ist in der kurzen und in der langen Form ein geistreicher Genuss. In dieser Sektion finden Sie lange Geschichten, die wir in mehrere Teile aufgespalten haben, damit sie am Bildschirm besser lesbar sind. Jede Woche erscheinen neue Teile.

019 - Der Hunger nach dem Weibe

“Da spricht der laszive Kelte”, sagte Clifford.

“Lasziv! Na schön, warum nicht? Ich sehe nicht ein, wieso ich einer Frau Schlimmeres antue, wenn ich mit ihr schlafe, als wenn ich mit ihr tanze - oder mit ihr über das Wetter rede. Es ist nichts weiter als ein Austausch von Sinnesempfindungen statt von Gedanken. Also warum nicht?”

“Jeder mit jedem, wie die Kaninchen!” sagte Hammond.

“Weshalb nicht? Was hast du gegen Kaninchen? Sind sie schlimmer als eine neurotische, revolutionäre Menschheit voll nervösem Haß?”

“Aber wir sind schließlich keine Kaninchen”, beharrte Hammond.

“Völlig richtig. Ich habe meinen Geist. Ich habe bestimmte Berechnungen auf bestimmten astronomischen Gebieten anzustellen, die mir fast wichtiger sind als Leben oder Tod. Manchmal plagt mich eine Verdauungsstörung. Hunger würde eine verheerende Wirkung auf mich haben. Und ebenso plagt mich der Hunger nach dem Weib. Was soll man also machen?”

“Ich hätte gedacht, sexuelle Verdauungsstörungen infolge Überfütterung würden dir mehr zu schaffen machen?” spöttelte Hammond.

“Durchaus nicht! Ich überfresse mich nicht, und ich überficke mich nicht. Es steht einem schließlich frei, zu viel zu essen oder nicht. Aber du willst mich unbedingt verhungern lassen.”

“Durchaus nicht. Du kannst doch heiraten.”

“Woher willst du wissen, daß ich das kann? Vielleicht wäre es den Vorgängen meines Geistes nicht zuträglich. Die Ehe könnte - und würde ganz gewiß - meine geistigen Vorgänge hemmen. Ich bin eben nicht so angelegt ... und außerdem, muß ich mich denn an die Kette legen lassen wie ein Mönch? Alles fauler Zauber, mein Junge. Ich muß leben und meine Berechnungen anstellen. Natürlich brauche ich manchmal Frauen. Aber ich weigere mich, aus der Mücke einen Elefanten zu machen, und ich denke nicht daran, irgendwelche moralischen Verdammungsurteile oder Verbotstafeln zu berücksichtigen. Ich würde mich schämen, eine Frau mit meinem Namensschild, Adresse und Zielbahnhof herumlaufen zu lassen - wie einen Kleiderkoffer.”

Diese beiden Männer hatten einander den Julia-Flirt noch immer nicht verziehen.

“Ein amüsanter Gedanke, Charlie”, sagte Dukes, “daß Sexualität nur eine andere Form des Gesprächs ist - mit dem Unterschied, daß die Worte praktiziert werden und nicht gesprochen. Wahrscheinlich ist das ganz richtig. Wahrscheinlich können wir mit einer Frau ebensogut Sinnesempfindungen und Gefühle austauschen wie Gedanken über das Wetter oder so. Sexualität ist vielleicht so etwas wie eine ganz natürliche, physische Unterhaltung zwischen einem Mann und einer Frau. Du unterhältst dich nicht mit einer Frau, wenn du nicht in bestimmten Punkten konform mit ihr gehst - ich meine, du unterhältst dich dann nicht mit irgendwelchem Interesse. Und ebenso: wenn du nicht irgendwelche Gefühle oder Sympathien mit einer Frau teilst, würdest du nicht mit ihr schlafen. Wenn es aber so ist ...”

“Wenn man die richtigen Gefühle oder Sympathien mit einer Frau teilt, sollte man mit ihr schlafen”, fiel May ein. “Das ist das einzig Anständige, das man mit ihr tun kann. Ebenso, wie es das einzig Anständige ist, das Gespräch zu Ende zu führen, wenn man ein Interesse daran hat, mit dem anderen zu reden. Man klemmt sich nicht prüde die Zunge zwischen die Zähne und beißt darauf. Man läßt nicht ungesagt, was man zu sagen hat. Und genauso ist es mit dem andern.”

“Nein”, sagte Hammond. “Das stimmt nicht. Du zum Beispiel, May, du verschwendest deine halbe Kraft an Frauen. Du wirst niemals wirklich das leisten, was du leisten könntest - mit einem so guten Kopf, wie du ihn hast. Zu viel von dir wird in der anderen Richtung verbraucht.”

“Vielleicht ist es so ... aber von dir wird zu wenig in der andern Richtung investiert, Hammond, mein Junge - verheiratet oder nicht. Du magst dir die Reinheit und Unversehrtheit deines Geistes bewahren, aber er wird verdammt dürr. Dein reiner Geist wird so trocken wie ein Fiedelbogen, soweit ich das beurteilen kann. Du redest ihn einfach kaputt.”

Tommy Dukes brach in Gelächter aus.

“Haut euch, ihr zwei Geister!” rief er. “Seht mich an! Ich vollbringe keine hohe und reine, geistige Arbeit, ich kritzele nur ein paar Einfälle hin. Und trotzdem heirate ich weder, noch laufe ich den Frauen nach. Ich glaube, Charlie hat ganz recht; wenn er den Frauen nachlaufen will, hat er die Freiheit, es zu dosieren oder nicht. Aber ich würde ihm nicht verbieten, ihnen nachzulaufen. Und Hammond - Hammond hat einen Besitzinstinkt; für ihn sind natürlich der gerade Weg und das enge Tor das Richtige. Ihr werdet sehen, aus ihm wird noch ein großer englischer Literat, ehe es vorbei ist mit ihm, ein Abc von Kopf bis Fuß. Und hier stehe ich. Ich bin nichts. Einfach ein Knallfrosch. Und was ist mit dir, Clifford? Glaubst du auch, daß das Sexuelle ein Dynamo ist, der dem Mann im Leben zum Erfolg verhilft?”

Erschienen am 28.12.2008 | Eine Folge aus der Reihe "Lady Chatterley"

imageDavid Herbert Lawrence schrieb obige erotische Geschichte. - D. H. Lawrence versank in Depressionen. Er fing an zu reisen, um der Enge Englands zu entfliehen. Sein Englischprofessor in Nottingham, Ernest Weekley, hatte in Deutschland doziert, und Lawrence hoffte, Weekley könne ihm in Deutschland, seinem ersten Reiseziel, einen Job verschaffen. Als Lawrence deswegen Weekley besuchte, öffnete dessen Frau Frieda die Tür. Sie war Deutsche, jung und sehr schön. Lawrence verliebte sich sofort, schrieb Frieda glühende Liebesbriefe. Bald wurde Frieda seine Geliebte. Doch Lawrence wollte nicht im Hause seines Gönners als ständiger Ehebrecher verkehren. Er wollte Frieda heiraten.

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Der Prozess um Lady Chatterley - Neun der Geschworenen waren Männer, drei Frauen, darunter eine Kindergärtnerin und eine Witwe mit vier Kindern. Der Staatsanwalt las in seiner Eröffnungsrede sämtliche "unanständigen Stellen" des Werks vor und zählte dabei die schlimmen Worte. Richter Byrde unterbrach die Aufzählung. Doch am nächsten Tag berichtete die Londoner Presse sämtliche Details, die Sexstellen der Geschichte wurden nachgedruckt - es gehörte zur erlaubten Gerichtsberichterstattung. 24 Zeugen wurden während der Verhandlung aufgerufen, um "Lady Chatterley" endgültig aus dem Verkehr zu ziehen.

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Die Erotik-Reihe "Lady Chatterley" - alle bisherigen Folgen

Die ersten erotischen Geschichten der Reihe stehen in der Liste oben, neueste erotische Geschichten stehen unten.

001 - Früchte des Krieges
002 - Tastende Liebelei mit 18 Jahren
003 - Gierig wie Hunde auf Sex
004 - Das erste geschlechtliche Erschauern des Körpers
005 - Die lächerlichen Behörden
006 - Diese plumpe Fickerei
007 - Umzug nach Wragby
008 - Der versehrte Mann
009 - Die Halbjungfrau
010 - Ihre Hüften waren zu fraulich ....
011 - Vater fordert verheiratete Tochter auf: “Nimm dir einen Geliebten”
012 - Ein Einkommen von fünfzigtausend Dollar
013 - Das furchtbare Verlangen in seinen glühenden Augen
014 - Ehebruch
015 - Connie verliebt sich
016 - Dieses unfertige, zarte Fleisch
017 - Sie spürte seine pulsierende Härte in sich
018 - Der Zusammenhang zwischen Pissen und Ficken
020 - Sexgespräche
021 - Sie fielen übereinander her ...
022 - Mein Penis ist schlapp und hebt nie den Kopf
023 - “Es ist alles so hoffnungslos keusch!”
024 - Das Kind des anderen

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Im 18. Jahrhundert erlebte der galante Roman seine Blütezeit. Verlegern garantierte das Genre Bestseller-Auflagen und sie verlangten immer mehr Manuskripte von ihren Autorinnen. Denn tatsächlich wurden die voluminösen Wälzer zumeist von Frauen geschrieben. Das Lesepublikum war ebenfalls zu 80 Prozent weiblich.
Die Abbildung oben zeigt einen Mann, der mit seinem Penis bei einer Frau eindringt. Die historische, kolorierte Zeichnung entstammt dem "Kamasutra". Das Liebeslehrbuch brachten Kaufleute im 18. Jahrhundert aus dem Fernen Osten mit nach Europa - wo es sofort mehrfach nachgedruckt wurde.