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01 - Die Vögel verschmähten ihren Leichnam

“Was ist mit Annie. Warum ist sie nicht hier?”, fragte ich. “Sie ist bestimmt immer noch berauschend schön, nicht wahr?”

“Sie ist tot, mein Lieber.”

“Tot!”, erschrak ich. “Das kann nicht sein. Sie wollen sich einen Scherz mit mir erlauben, Clara.”

Ich beobachtete sie. Ruhig, in einer durchsichtigen Tunika lag sie auf ausgestreckt auf einem Fell. Ihr großer Hund döste neben ihr, seine Schnauze auf ihrem Schenkel, die Pfote auf ihrer Brust.

“Sie wussten es nicht, mein Lieber?” Sie strahlte mich an. “Es war ein furchtbares Unglück. Annie ist an der Pest gestorben. Ich habe niemals so sehr geweint, wie um sie: Die Schönste der Schönen!”

Nach einem Seufzer fügte sie hinzu: “Wir werden nie mehr den herben Geschmack ihrer Küsse genießen dürfen ...”

“Aber”, stammelte ich, “... aber wie konnte das passieren?”

Sie flüsterte: “Es gibt hier so viel Furchtbares. Sie hatte Riten mit einem Priester. Vielleicht war das die Ursache. Abscheuliche, perverse Riten.” Ihre Augen blitzten. “Als sie nachts heimkehrte, klagte sie über Schmerzen in den Lenden und im Kopf. Am nächsten Tag war ihr Körper übersät mit roten Flecken. Ihre Haut, weiß wie Porzellan zuvor, wurde gelb und hart. Und ihr Gesicht ... ihr Gesicht! Blut hing in Streifen von ihm herab.”

“Bitte Clara, bitte erzählen Sie nicht weiter”, flehte ich. “Ich möchte Annie in Erinnerung behalten. So atemberaubend, wie wir beide sie erleben durften.”

Doch Clara ließ sich nicht stoppen: “Annie liebte Perlen. An dem Tag, da sie starb, verdorrten ihre Perlen zu kleinen Klumpen Asche. - Und das ist noch nicht alles! Sie wissen, Clara mochte es seltsam. In jeder Beziehung. Ihr Leichnam sollte von den Schnäbeln der Geier zerrissen und in alle Winde getragen werden. So wünschte sie es sich. Doch als ihr Leichnam aufgebahrt wurde, da verschmähten die Vögel das vermeintliche Festmahl. Annie musste verbrannt werden.”

Clara sank erschöpft ins Seidenkissen zurück wie nach einer großen Anstrengung. “Seit Annies Tod langweilt mich hier alles. Ich bin einsam ... und ... könnte mir vorstellen zu sterben. Wären Sie nicht wiedergekommen ...”

Sie ließ ein geheimnisvolles Lächeln aufleuchten und suchte meinen Blick. Ihre Augen waren die eines Kindes, ihr Körper so verheißungsvoll wie der einer jungen Dirne.

“Gefallen Ihnen meine Brüste noch immer?”, erkundigte sie sich. “Warum bloß sind sie so lange fortgewesen?”

Sie griff mir an die Hose, wo mein Gemächt längst stramm und hart war.

“Mein kleiner Freund, wird er noch so gut sein, wie im letzten Jahr?”, neckte Clara und befreite ihn aus seinem Gefängnis, um ihn mir den Fingern weiter zu streicheln, zu umfassen, zu rubbeln.

Ich stöhnte. “Clara ... ich ... ah ... habe dich vermisst.”

Aus der Reihe "Garten der Qualen" 11.11.2007 Weiter lesen

imageOctave Mirbeau schrieb obige erotische Geschichte. - Der französische Schriftsteller wurde 1850 bei Bayeux geboren und starb 1917 in Paris. Bekannt war er für kritisch-satirische Romane und sozial-engagierte Bühnenstücke. Aufsehen erregte sein Theaterstück "Geschäft ist Geschäft" aus dem Jahr 1903. Mit ätzender Schärfe legt er hier bloß, wie einem Geschäftsmann der Profit wichtiger ist als Freunde und Familien. Weitere Werke: "Tagebuch einer Kammerzofe" (Roman, 1900) und "Der Garten der Qualen" (Roman, 1899).

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Ein perverses Werk - Im Jahr 1899 erscheint "Der Garten der Qualen" - und wird unmittelbar zu einem Skandal. Das Buch (französischer Originaltitel : Le Jardin des supplices) verstört die Zeitgenossen mit seiner drastischen Schilderung der Sexualität; mehr aber noch mit der Lebenshaltung, die hinter den geschilderten sexuellen Verhaltensweisen aufleuchtet. Sie wird als pervers empfunden. Eine Einführung in das Werk "Der Garten der Qualen".

erotische geschichten

Die Erotik-Reihe "Garten der Qualen" - alle bisherigen Folgen

Die erste Geschichte der Reihe stehen in der Liste oben, neueste Liebesgeschichten stehen unten.

“Schamloses Machwerk, skandalöses Buch!”
02 - Junge Mädchen in Russland - von Soldaten zu Tode gefickt
03 - Bald war meine Lanze rau und rot
04 - Auf dem Weg zum Garten der Qualen
05 - Das verwesende Fleisch
06 - Die Wollust der Menschen
07 - Die Qualen der Wollust
08 - Die glühende Gerte auf dem Fleische
09 - Stinkendes Fleisch und zuckende Leiber
10 - Männer in Ketten
11 - Im Garten der Qualen

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