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022 - Mein Penis ist schlapp und hebt nie den Kopf

“Genau!” sagte Tommy. “Und gleichzeitig scheint mir das eine perfekte Beschreibung für das Industrialisierungsideal schlechthin zu sein. Das Fabrikbesitzer-Ideal in einer Nußschale - nur daß der Fabrikbesitzer abstreiten würde, die treibende Kraft sei Haß. Aber trotzdem ist es der Haß: der Lebenshaß selbst. Seht euch nur diese Midlands an, ob er ihnen nicht aufgeprägt ist ... Aber es ist alles Teil des geistigen Lebens, es ist eine logische Entwicklung.”

“Ich bestreite, daß der Bolschewismus logisch ist, er stößt die meisten Prämissen über den Haufen”, sagte Hammond.

“Mein Lieber, er gestattet sich die Prämisse der Materie; das tut auch der reine Geist: indem er sie ausschließt.”

“Jedenfalls ist der Bolschewismus bis auf den Grund der Dinge vorgedrungen”, warf Charlie ein.

“Auf den Grund! Den Grund, der keinen Boden hat! Die Bolschewisten werden in ganz kurzer Zeit die beste Armee in der Welt haben, mit der besten technischen Ausrüstung!”

“Aber das kann doch nicht so weitergehen - dieser Haß. Das muß doch eine Reaktion geben ...” sagte Hammond.

“Ach, wir haben schon seit Jahren gewartet, wir werden noch länger warten müssen. Haß ist etwas Wachsendes - wie alles andere auch. Er ist die unausbleibliche Folge, wenn man das Leben in Ideen zwängt, wenn man den innersten Instinkten Zwang auferlegt. Unsere tiefsten Gefühle zwängen wir in bestimmte Ideen. Wir treiben uns mit einer Formel an, wie eine Maschine. Der logische Geist gibt vor, das Gefüge zu beherrschen, und das Gefüge verwandelt
sich in schieren Haß. Wir sind alle Bolschewisten - nur daß wir Heuchler sind. Die Russen sind Bolschewisten ohne Heuchelei.”

“Aber es gibt viele andere Möglichkeiten”, sagte Hammond, “nicht nur die sowjetische. Die Bolschewisten sind im Grunde nicht klug.”

“Natürlich nicht. Aber manchmal ist es klug, beschränkt zu sein - wenn man an sein Ziel kommen will. Ich persönlich halte den Bolschewismus für beschränkt; aber für genauso beschränkt halte ich unser soziales Leben im Westen. Und für genauso beschränkt halte ich unser vielzitiertes geistiges Leben. Wir sind alle so kalt wie Kretins, wir sind alle so leidenschaftslos wie Idioten. Wir sind alle Bolschewisten, nur geben wir dem Kind einen anderen Namen. Wir halten uns für Götter ... für gottgleiche Menschen! Es ist genau dasselbe wie Bolschewismus. Man muß menschlich sein und ein Herz und einen Penis haben, wenn man der Alternative entgehen will, entweder Gott oder Bolschewist zu sein. Das ist nämlich gleich: beide sind zu gut, um wahr zu sein.”

Aus dem mißbilligenden Schweigen löste sich Berrys ängstliche Frage: “Aber du glaubst doch an Liebe, Tommy, nicht?”

“Du Goldjunge!” sagte Tommy. “Nein, mein Cherub, neun- von zehnmal nicht! Liebe ist auch nur so ein blödsinniges Spektakel unserer Zeit. Kerle mit
Wackelhüften, die kleine Jazzmädchen mit Jungs- Popos wie zwei Kragenknöpfe ficken! Meinst du diese Art Liebe? Oder die Gütergemeinschaftsliebe, die Mach-was-Gutes-draus-Liebe, die Mein-Mann- meine-Frau-Liebe? Nein, mein lieber Junge, ich glaube weiß Gott nicht daran!”

“Aber du glaubst doch an irgend etwas?”

“Ich? Oh, mit dem Verstand glaube ich daran, daß man ein gutes Herz haben soll, einen munteren Penis, eine lebhafte Intelligenz und die Courage, in Gegenwart einer Dame ›Scheiße‹ zu sagen.”

“Na, das hast du ja alles”, sagte Berry.

Tommy Dukes brüllte vor Lachen. “Du Engelsknabe! Wenn es nur so wäre! Wenn es nur so wäre! Nein, mein Herz ist so stumpf und dumpf wie eine Kartoffel, mein Penis ist schlapp und hebt nie den Kopf, ich würde ihn mir eher abschneiden, als in Gegenwart meiner Mutter oder meiner Tante ›Scheiße‹ zu sagen - die sind nämlich wirkliche Damen, und ich bin nicht wirklich intelligent, ich bin nur ein ›Im-Geiste-Lebender‹. Es wäre herrlich, intelligent zu sein: dann würde man in allen erwähnten und nicht erwähnbaren Teilen lebendig sein. Der Penis würde den Kopf heben und allen wahrhaft intelligenten Menschen guten Tag sagen. Renoir hat gesagt, er habe seine Bilder mit seinem Penis gemalt ... und er tat es auch, herrliche Bilder! Ich wollte, ich könnte irgend etwas mit meinem tun! Gott, wenn man nichts als reden kann! Eine Tortur mehr für den Hades! Und Sokrates hat damit angefangen!”

Aus der Reihe "Lady Chatterley" 18.06.2009 Weiter lesen

imageDavid Herbert Lawrence schrieb obige erotische Geschichte. - D. H. Lawrence versank in Depressionen. Er fing an zu reisen, um der Enge Englands zu entfliehen. Sein Englischprofessor in Nottingham, Ernest Weekley, hatte in Deutschland doziert, und Lawrence hoffte, Weekley könne ihm in Deutschland, seinem ersten Reiseziel, einen Job verschaffen. Als Lawrence deswegen Weekley besuchte, öffnete dessen Frau Frieda die Tür. Sie war Deutsche, jung und sehr schön. Lawrence verliebte sich sofort, schrieb Frieda glühende Liebesbriefe. Bald wurde Frieda seine Geliebte. Doch Lawrence wollte nicht im Hause seines Gönners als ständiger Ehebrecher verkehren. Er wollte Frieda heiraten.

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Der Prozess um Lady Chatterley - Neun der Geschworenen waren Männer, drei Frauen, darunter eine Kindergärtnerin und eine Witwe mit vier Kindern. Der Staatsanwalt las in seiner Eröffnungsrede sämtliche "unanständigen Stellen" des Werks vor und zählte dabei die schlimmen Worte. Richter Byrde unterbrach die Aufzählung. Doch am nächsten Tag berichtete die Londoner Presse sämtliche Details, die Sexstellen der Geschichte wurden nachgedruckt - es gehörte zur erlaubten Gerichtsberichterstattung. 24 Zeugen wurden während der Verhandlung aufgerufen, um "Lady Chatterley" endgültig aus dem Verkehr zu ziehen.

erotische geschichten

Die Erotik-Reihe "Lady Chatterley" - alle bisherigen Folgen

Die erste Geschichte der Reihe stehen in der Liste oben, neueste Liebesgeschichten stehen unten.

001 - Früchte des Krieges
002 - Tastende Liebelei mit 18 Jahren
003 - Gierig wie Hunde auf Sex
004 - Das erste geschlechtliche Erschauern des Körpers
005 - Die lächerlichen Behörden
006 - Diese plumpe Fickerei
007 - Umzug nach Wragby
008 - Der versehrte Mann
009 - Die Halbjungfrau
010 - Ihre Hüften waren zu fraulich ....
011 - Vater fordert verheiratete Tochter auf: “Nimm dir einen Geliebten”
012 - Ein Einkommen von fünfzigtausend Dollar
013 - Das furchtbare Verlangen in seinen glühenden Augen
014 - Ehebruch
015 - Connie verliebt sich
016 - Dieses unfertige, zarte Fleisch
017 - Sie spürte seine pulsierende Härte in sich
018 - Der Zusammenhang zwischen Pissen und Ficken
019 - Der Hunger nach dem Weibe
020 - Sexgespräche
021 - Sie fielen übereinander her ...
023 - “Es ist alles so hoffnungslos keusch!”
024 - Das Kind des anderen

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