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Die Orgasmuswand

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Ich kam zu früh. – Nicht so, wie Sie meinen. Ich war einfach zu früh da; Elektra und ihre Zofe beschäftigten sich noch mit dem Aufbau.

Elektra hatte mir eine Überraschung versprochen, und ich hatte bereits Angst, dass ich mir die Sache selbst verdorben hätte, wegen meines zu frühen Erscheinens. Aber Elektra blieb entspannt, kein Domina-Getue. Ich konnte im Studio bleiben und zuschauen. Wie jetzt noch eine Überraschung kommen sollte, fragte ich mich. Meine leise Enttäuschung zeigte ich Elektra natürlich nicht. Elektra stellte mir einen Barhocker mitten in den Raum, ich durfte mich setzen. Die Zofe brachte mir einen Espresso. Ganz entspannt alles. Ich zündete mir eine Zigarette an und schaute zu, wie die zwei eine Lattenkonstruktion, die bis an die Decke reichte, so ausrichteten, dass weder auf der rechten, noch auf der linken Schmalseite Platz zwischen Latten und Wand blieb: ein überdimensionaler Raumteiler, bespannt mit Transparentpapier.

Kennen Sie Transparentpapier? Butterbrot-Tütenpapier. Die Snacktüten von “Schlecker” sind daraus gemacht. Mein Vater, vor seiner Pensionierung Architekt im Stadtplanungsamt, hat auf Rollen von Transparentpapier mit dem Rapidographen den Wiederaufbau von halb Gelsenkirchen vorgezeichnet. Wurde anschließend lichtgepaust. Jedenfalls: Transparentpapier auf großen Rollen gibt es offensichtlich immer noch. Elektra und Zofe tackerten weitere Bahnen davon an die Latten. Dann war der Raumteiler fertig, und das Studio in zwei Hälften geteilt. Hinter der Transparentwand richteten die zwei einen Strahler aus, der ihre perfekt proportionierten Figuren leider nur als komplett unscharfe Schatten an die Transparentbahnen warf.

Nun versprach es, ein bisschen spannend zu werden. Sie schoben hinter der Wand irgendeine schwere Konstruktion herein. Ein Bett vielleicht. Das Studiolicht wurde herab gedimmt; das Bild auf dem Transparent geriet dadurch zwar kontrastreicher, leider nicht schärfer. Aber ich wollte nicht protestieren. Elektra konnte ziemlich böse werden, wenn man Einwände erhob. Und ... auch eine nicht so gute Session musste man akzeptieren. Die Frau war schließlich Gold wert. Also Kaffee trinken und entspannen. Leider war die Tasse leer. Ich wollte neuen holen. – Ob das erlaubt war?

Es war mein letzter Gedanke an Kaffee, mein letzter Moment der Entspannung. Es folgte, ich kann es kaum ausdrücken ... Etwas Verbotenes. Eine Entgleisung, eine Abartigkeit. Und schließlich Erkenntnis. Eine Erkenntnis, die erlösend ist. Aber auch ängstigt.

Das Bett war kein Bett. Es war eine Streckbank? Ich erkannte jedenfalls schemenhaft ein großes Rad, eine Art Steuerrad, an welchem wohl Elektra stand. Die Zofe daneben hielt ein kleines Kästchen hoch, drückte darauf und Jerry Lee Lewis hämmerte auf seinem Klavier aus unsichtbaren Lautsprechern. Beherzt drehte Elektra am Rad, und das Klavier wurde von einem Schrei überlagert. Ein heller, heiserer Schrei. Eine Frauenstimme. Der Gaumen wurde mir trocken. Ich stellte die Tasse auf den Boden und starrte gebannt durchs Transparent. Elektra dreht das Rad nun langsamer, und der Schrei ging über in einen langen, klagenden Laut. Jerry endete, in den drei Sekunden Pause zum nächsten Track hörte ich das Knacken der Wirbelsäule des Opfers. Das Knarren der belasteten Lederschlaufen, in denen Füße und Handgelenke der bedauernswerten Person stecken mochten. Eigentlich konnte ich kaum etwas erkennen. Die Projektion auf die Transparentwand war zu unscharf, dennoch war die Vorstellung atemberaubend und – ich gebe es zu – verfehlte die Wirkung auf meinen Schwanz keineswegs.

Elektra hatte mich wirklich durchschaut. Mehr noch, sie kannte mich besser, als ich selbst. Nie hatte ich davon gebeichtet, auf solche perversen Sachen zu stehen. Ich wusste es ja selbst nicht. Aber er stand mir eindeutig. Die Show da vorn hinter der Wand gefiel mir.

erotische Geschichten

“Die Orgasmuswand” ist eine erotische Geschichte der Autorin Elektra Flagellante. Elektra Flagellante kann erzählen. Und sie hat zu erzählen. Die attraktive Endzwanzigerin aus Süddeutschland machte Karriere. Nicht eine der üblichen, die mit der Leitung einer Abteilung oder einer vorteilhaften Heirat enden. Sondern eine ganz eigene Karriere: Aus widrigen, etwas im Dunklen liegenden Anfängen hat Elektra Flagellante sich hochgearbeitet. Bestimmt auf der Straße angeschafft, sich nach einflussreichen Männern umgeschaut, ein Studio finanziert bekommen. Aus ihrem schillerden Leben und aus ihrer Studioarbeit berichtet sie in sechs wunderbaren erotischen Geschichten, die jetzt als E-Book “Pillen der Erkenntnis” veröffentlicht wurden. Spannend-erotischer Lesestoff, der zeigt, wie prall und verrückt das Leben der Männer ist, die das Verlangen treibt, in der Nähe einer aufregenden Frau zu sein. Männer, die sich von ihren Obsessionen auch nicht abhalten lassen, wenn sie wissen, dass sie in der Katastrophe enden werden.

nightlounge.biz-Betreiber Mike Mueller: “Ich empfehle das Buch. Die 100 Seiten gehören zum Besten, was in dieser Saison in der erotischen Literatur erschienen ist. In jeder Zeile vibriert das Leben. Die Autorin versteht es, die Sehnsucht von Mann und Frau nach Liebe und Sex zu schildern. Welche Gefahren und Verrücktheiten Menschen auf sich nehmen, um körperliche - und damit letztlich auch geistige - Erfüllung zu finden.”

Elektra Flagellante: Pillen der Erkenntnis
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Die Zofe reichte Elektra eine Peitsche. Und nun schlug Elektra auf das Opfer ein, welches wehrlos auf der Streckbank gefesselt lag. Ich konnte nicht entscheiden, ob es echt war oder gespielt. Auf dem Transparent war die Vorstellung unscharf, nur meine Phantasie setzte die Bilder zusammen. Jerry Lees Pianospiel war längst zu Ende, übrig geblieben waren die Schreie. Sie kamen aus den Lautsprechern. Ebenso das Zischen der Peitsche, der scharfe, trockene Knall des Peitschenleders; und dann der Moment, da durch den Aufprall oder den Schrecken die Luft aus dem Brustkorb des Opfers gepresst wurde. “Phhh”, machte es. Dann ein erstes Aufstöhnen, dann der erlösende Schrei “ahhr”. Und wieder von vorn. Die Peitsche sauste hernieder – “phh”, Stöhnen, “aahr”. Es war mittelalterlich, pervers. Und geil. Ich öffnete die Hose und rieb ihn mir.

“Phhf”, “uhh”, “aahr!!”

Besonders schärfte mich diese heisere Oberstimme bei ihrem Schrei an. Sie erinnerte mich an etwas. Ich wusste nicht woran. Jedenfalls extrem geil. Mmh, ich umfasste ihn mit der ganzen Hand. Rauf und runter, immer wieder.

Wieder klatschte die Peitsche. Ihr Rücken musste schon ganz blutig sein ... Wenn es nicht nur Show war. Auf dem Raumteiler waren nur Schemen zu sehen. Aber die Geräusche aus den Lautsprechern – obergeil.

Ahh, das tat so gut. Ich rubbelte und rubbelte. Gleich würde es aus mir heraus kommen. Die ganze Suppe, bestimmt bis aufs Transparent spritzen. Egal, ich hatte dafür schließlich bezahlt.
Plötzlich durchzuckte es mich.

Myra?

Konnte es Myra sein, die dort gefesselt auf der Folterbank lag?

Elektra war unermüdlich. Sie bearbeitete das Opfer nach den Regeln der Folterkunst. Sie wechselte den Arm und schlug jetzt mit der Peitsche in der Linken. Die Pausen zwischen den Schlägen waren länger geworden, dafür waren die Schläge härter. Es klatschte auf die geschundene Haut. Ich hörte die spitzen Schreie, und jetzt versuchte das Opfer zwischen den Schlägen Worte zu formen.

Es klang wie “Hilfe”. Klar, was sonst? Das arme, arme Opfer. Ihm fiel nichts anderes ein, als “Hilfe” zu stöhnen. Ich musste grinsen – und verfluchte mich gleichzeitig dafür. Was für ein perverser, alter Mann ich war! Ein Schwein.

Aber ein geiles Schwein. Ein verdammt geiles Schwein. Vorne kamen die flüssigen Tropfen heraus, die ankündigten, dass es gleich so weit sein würde. Der orgiastische Höhepunkt der Veranstaltung, das Ziel aller Lust, das Höchste der Gefühle stand unmittelbar bevor.

“Hilf mir”, flüsterte sie wieder, und jetzt verstand ich auch, was die Worte waren, die folgten. “Hilf mir, bitte, ... Papa.”

Nein.

Das konnte nicht sein. Myra war lange aus dem Haus. Studierte in den USA. Schon mit 16 war sie geflüchtet. Ein nichtsnutziges Mädchen, das mir die Frau aus dem Haus getrieben hatte, mich mit ihren ständigen Forderungen zur Weißglut getrieben hatte, mit ihrer Faulheit das Abitur vermasselt hatte. Ich hatte aufgeatmet, als sie fort war. Und es nie gegenüber jemandem zugegeben. Selbst gegenüber meiner Ex-Frau nicht.

Und wenn es doch Myra war?

Elektra hatte aufgehört zu peitschen. Sie stand wieder am Rad und drehte es Zentimeter für Zentimeter.

Schreie drangen aus den Lautsprechern.

Mein Schwanz gab die Antwort auf meine Frage: Wenn es doch Myra war? – Es würde die Sache noch geiler machen ... Ich war ein wirklich elendiges Schwein.

Der weiße Saft donnerte heraus.

“Hilf mir, Papa, bitte hilf mir, Papa!”

Entschlossen griff Elektra ins Rad. Ich hörte es knurpsen und knacken. Die Bandscheiben ächzten, die Sehnen aufs äußerste gespannt – gaben nach. Gaben den Kampf gegen Elektras Kraft auf. Das Mädchen riss entzwei.

Und ich spritzte. Herrlich spritzte ich. Und verfluchte mich. Ein letzter Rest Zivilisation!? Spritzte hinweg. Ich war Tier. Purer, geiler Instinkt. Nass, schwitzend.

Breitbeinig stand ich da, der Hocker war umgestürzt. Die Hose hing in den Kniekehlen und ich wichste ihn mir, um auch noch den letzten Tropfen heraus zu holen.

Dann war es vorbei. Der Bühnenstrahler erlosch.

Gute Show, Elektra. Aber kein Wort davon nach draußen, bitte.

“Papa?” Myras Stimme. In meinem Rücken. Zart, unsicher, fragend.

Ich wirbelte herum. Im Dunkel erkannte ich - schemenhaft bloß - eine Silhouette. Meine Augen waren noch geblendet vom Strahler, der die Transparentwand erleuchtet hatte.

“Myra?”, schlüpfte ein tastendes Wort aus meinem Mund. Sie war fast zwei Köpfe kleiner als ich, von zerbrechlicher Figur, sorgfältig frisiert. Sie war schön. Meine verlorene Tochter, mein Ein und Alles.

Liebe durchströmte mein Herz. Ich eilte zu ihr und umarmte sie. So heftig, nie mehr würde ich sie los lassen, sie vor der Welt beschützen. Keine Schläge, keine Qualen, niemals.

Elektra kam, gab mir einen USB-Stick. “Es war eine vorbereitete Konserve.” Ich verstand nicht. “Eine Tonaufnahme”, sagte Elektra. “Du kannst sie mit nach Hause nehmen, um sie dir immer wieder anzuhören.”

Meine unschuldige Myra soll bei dieser perversen Vorführung hinter dem Transparent mitgemacht haben? Ich warf den Stick auf den Boden, drehte mich um zu Myra. Doch sie war verschwunden.

“Wo ist sie?”

“Wer?”

“Meine Tochter!”

“Deine Zeit ist um.” Elektra rauschte davon, das Licht ging aus. Ich stand allein im dunklen Studio.

Es war Myra gewesen. Es musste Myra gewesen sein! Meine liebe, verlorene Myra.

Ich tastete auf dem Boden nach dem Stick. Fand ihn, zog die Hose hoch, stopfte den Stick in die Hosentasche.

Komm zurück zu mir. Bitte.

Mit freundlicher Genehmigung der Autorin veröffentlicht. Mehr von Elektra Flagellante:

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19.01.2011 Weiter lesen


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