Alles über sexuelle Entgleisungen

Autoren-Schicksal: Octave Mirbeau

Frankfurt, im November 2019 | Eig. Ber. von Ariane Aran - Der französische Schriftsteller wurde 1850 bei Bayeux geboren und starb 1917 in Paris. Er hinterließ ein kleines, klug angelegtes Vermögen, das er sich erschrieben hatte. Bekannt war Octave Mirbeau für kritisch-satirische Romane und sozial-engagierte Bühnenstücke. Aufsehen erregte sein Theaterstück “Geschäft ist Geschäft”, das im Jahr 1903 Premiere hatte. Mit ätzender Schärfe legt Mirbeau hier bloß, wie einem Geschäftsmann der Profit wichtiger ist als Freunde und Familien. Weitere Werke sind: “Tagebuch einer Kammerzofe” (Roman, 1900) und Der Garten der Qualen (Roman, 1899).

Das “Tagebuch einer Kammerzofe” wurde 1964 vom Regisseur Luis Bunuel erfolgreich mit Jeanne Moreau in der Hauptrolle verfilmt.

In der französischen Literaturgeschichte wird Mirbeau in eine Zeit eingeordnet, in der Zeitkritik und gesellschaftliches Engagement immer wichtiger für Kunstwerke wurden. Höhepunkt dieser Epoche dürfte die Dreyfus-Affäre gewesen sein, in die sich der französische Dichter Emile Zola mit dem berühmten Zeitungsartikel “J’accuse” im Jahr 1898 einmischte. In schneller Folge erschienen in den kommenden Jahren gesellschaftskritische Werke von Henry Francois Becque, Jules Renard und Octave Mirbeau.