Alles über sexuelle Entgleisungen

Der Mann, das Mädchen und die Peitsche - h1

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Frankfurt, im November 2019 | Eig. Ber. von Ariane Aran - Man könnte reißerisch beginnen: Mann schleicht sich ins Tiersex-Bordell. Oder: Frau lässt sich von Hengst begatten. Die Aufmerksamkeit wäre einem sicher. Die zur Schau gestellte Abscheu, die Verurteilung nach Details lechzender Moralverkünder.

Man kann aber auch anders beginnen: Mit der einsamen Dame, nennen wir sie Rosa P., sie ist 59 Jahre alt, hat bisher ein durchschnittliches Leben und einen durchschnittlichen Mann gehabt; sie ist damit zufrieden, nicht jeder zieht den Hauptgewinn in der Lebenslotterie. Rosa hat eine reizende Tochter, die leider nur noch selten nach Hause kommt, da sie beruflich sehr eingespannt ist, und Rosas Mann ist vor vier Jahren an einem Herzinfarkt gestorben.

So weit so durchschnittlich, wie oben gesagt. - Nach der Beerdigung, in der Trauerzeit (und Rosa trauerte ehrlich und nagend), da schenkte ihr die Tochter einen niedlichen Pudel.

Der Hund war genau das, wonach es aussah: ein Geschenk der Tröstung. Und es funktionierte. Während die Tochter bald wieder nach Frankfurt fuhr, um in einem der Bankentürme vor dem Rechner Absicherungsgeschäfte für Pensionsfonds zu managen, hatte Rosa wieder eine Aufgabe; das Haus war nicht länger leer, der Pudel musste nach draußen, er erwartete Wasser und Futter, die Tage waren nicht so leer für Rosa. Sie nannte ihren neuen vierbeinigen Freund Mobbel.

Bald liebte sie es, von ihrem Pudel mit sanftem Knurren nach einem ereignislosen Fernsehabend, der die Glieder und den Kopf teigig gemacht hatte, aufgescheucht zu werden: in die kühle Nacht hinaus, der Kopf wurde frei, der Hund erleichterte sich. Natürlich, gute Bürgerin, sammelte Rosa die Exkremente in eine Tüte, die sie beim Tierhandel im Bündel gekauft hatte. Alles musste seine Ordnung haben, der Hund war zur Steuer angemeldet und mit den Nachbarn wollte sie keinen Streit. Man kannte sich seit 30 Jahren.

Bald durfte der Pudel mit ins Bett; er lag auf der Seite des Ehebettes, wo vor Monaten noch ihr Mann seelig geschnarcht hatte. Es tat Rosa wohl, wieder etwas Lebendiges, Atmendes neben sich zu wissen. Etwas Warmes. Sie rückte näher, der Pudel war weich. Wie ein Wollknäuel und zutraulich und die feuchte Schnauze. Dazu der unwiderstehliche Hundeblicke. Rosa herzte Mobbel, so nannte sie ihren Pudel.

Zum ersten Mal passierte es sieben Wochen, nachdem ihre Tochter Rosa den Pudel geschenkt hatte. Das heißt, nach außen passierte gar nichts. Rosa fühlte es nur. Es passierte in ihr drin.

Da sie mit Mobbel im warmen Bett lag, den Pudel an sich zog, seinen atmenden kleinen Körper an ihrem Bauch spürte, da regte sich etwas in ihr; weiter unten hatte sie ein warmes Gefühl, so wie sie es vor langer Zeit gehabt hatte, wenn Herbert, ihr verstorbener Mann, sich ihr näherte, damals, als er noch jung und frech und gutaussehend gewesen war.

Goldene, glückliche Zeiten waren es gewesen. Lange bevor die Tochter geboren wurde. Mit solchen Gedanken und Gefühlen und mit dem Pudel Mobbel in den Armen und an ihrer Brust: döste Rosa hinüber in einen wohligen Halbschlaf. Und als sie daraus erwachte, aufgrund einer überraschenden Aufwallung, da ... da war Mobbel weiter unten, zwischen ihren Schenkeln. Er leckte dort und Schauer der Lust durchrieselten Rosa und hatten sie aus dem Schlummer geholt.

Rosa stieß den Pudel fort - um ihn gleich darauf wieder zu herzen. "Oh mein Goldstück, mein Goldstück." Sie drückte das Tier zwischen ihre Schenkel, an das rosafarbene, feuchte Fleisch, doch der Zauber war dahin, Mobbel knurrte und sprang aus dem Bett, leckte sich mit der feuchten Hundezunge das Maul und schaute Rosa mit treuen Hundeaugen an.

Rosa erzählte diese Geschichte ihrer Tochter auf dem Sterbebett. Die Tochter willigte unserer Reporterin gegenüber ein, die Geschehnisse zu veröffentlichen, wenn die Namen geändert würden.